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Naunhofer Gymnasiums-Stiftung steht unter Zugzwang

Naunhofer Gymnasiums-Stiftung steht unter Zugzwang

Naunhof. Deutlichen Druck übt der Stadtrat jetzt auf das Freie Gymnasium Naunhof aus, in Sachen Zukunftssicherung der Bildungsstätte zu Potte zu kommen.

Er forderte in seiner Sitzung am Dienstagabend handfeste Grundlagen, über die er befinden kann. Vermutlich ist manches, was als abgemacht schien, gar nicht hundertprozentig verbürgt. Zumindest offenbarte die Diskussion einige Verunsicherungen.

Uwe Kulisch (Unabhängige Wählervereinigung) schilderte seinen Stand der Dinge, der auch stets in der Öffentlichkeit verkündet worden war. Demnach wollte die ortsansässige Partheland-Campus-Stiftung den dringend erforderlichen Ausbau des Gymnasiums stemmen und möglichst die Trägerschaft von der Da-Vinci-Campus Nauen gGmbH übernehmen. Aber wird es dazu auch kommen? Gerold Meyer (CDU) äußerte Zweifel. Es könne sein, dass Nauen die Schule an einen anderen, finanzstärkeren Träger abgibt statt an den Partheland-Campus, sagte er und forderte: "Zunächst muss geklärt werden, wo die Trägerschaft hingeht." Gegenüber den Stadträten gebe es dazu keine klare Aussage. Laut Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) spielt bei diesem Punkt auch der Fördervertrag eine Rolle. Die über 500 000 Euro, die Naunhof bisher an Nauen gezahlt habe, dürften beim Trägerwechsel nicht verschwinden.

Zutage traten ebenso Fragen hinsichtlich des Angebots der Stadt, das Gelände für die Gymnasiumserweiterung per Erbpacht an den Partheland-Campus zu übergeben. "Auch hier hat uns die Stiftung noch nicht gesagt, ob sie das will", so Meyer. Die Schwierigkeit ist, dass auch die Feuerwehr zumindest einen Teil des Areals als Übungsfläche braucht - schon vor Jahren war ihr das Gelände zugesichert worden. Beide Seiten konnten sich noch nicht einigen, wo die Grenze zwischen ihnen gezogen werden soll. Laut Zocher, Dieter Schenk (Bürgerinitiative Naunhof) und Michael Pöhland (Freie Wählervereinigung Fuchshain) brachte ein kürzlich geführtes Gespräch keinen Durchbruch, es solle jedoch weiter geredet werden. "Ich kann aber nicht pauschal einen Erbpachtvertrag machen, ohne die Grenzen des Gebiets zu kennen und zu wissen, wie alles finanziert wird", erklärte Zocher. "Wir wollen noch ein paar Informationen."

Kulisch verlangte: "Es müssen so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Wir brauchen entscheidungsreife Vorlagen." Meyer zog einen vorbereiteten Beschlussvorschlag hervor. Demnach soll Nauen zur Klärung der sich durch einen Trägerwechsel ergebenden "erheblichen Auswirkungen auf den Fördervertrag" an die Stadt herantreten. Und der Partheland-Campus solle nach einer Einigung mit der Feuerwehr hinsichtlich der Grundstücksfrage konkret auf die Kommune zukommen. Erst wenn beide Punkte erfüllt sind, werde sich der Stadtrat wieder mit dem Gymnasium befassen und sichert schon jetzt zu, in diesem Falle Baurecht zu schaffen und bei einer Übergangslösung für das nächste Schuljahr behilflich zu sein, wenn der Platz in der Bildungsstätte nicht mehr ausreichen wird. Der Stadtrat beschloss das einstimmig. Hermann Kinne: "Damit ist wohl klar, dass wir nicht in drei Wochen schon wieder zusammensitzen müssen, wenn nichts Konkretes vorliegt." Die Arbeitsgruppe, die sich aus Abgeordneten und Vertretern der Stiftung zusammensetzen sollte, hat sich aus Zochers Sicht erledigt.

Die Partheland-Campus-Stiftung begrüßte gestern in einer ersten Reaktion den Stadtratsbeschluss. Er habe das Ziel, die knappe Zeit besser zu nutzen; bis Jahresende müsse Klarheit herrschen. Die Stiftung fühle sich nun aufgefordert, der Stadt schnellstmöglich konkrete Vertragsentwürfe zu unterbreiten. Helfen will dabei auch der CDU-Landtagsabgeordnete Svend-Gunnar Kirmes. Ihn hat dieser Tage der Vorsitzende des Stiftungsrats, Altbürgermeister Uwe Herrmann, in der Lindhardter Lindenklause als neuen Mitstreiter begrüßt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2014
Pfeifer, Frank

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