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Grimma Naunhofer Haus mit Geschichte und Geschichten
Region Grimma Naunhofer Haus mit Geschichte und Geschichten
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14:23 19.05.2015
Sie geben monatlich Tipps und Anregungen: Reimute Richter, Edith Malz, Elfriede Birkigt, Thea Gerisch und Gisela Jackisch von der Bewohnervertretung bei Heimleiter Stefan Müller und Ergotherapeutin Ines Grieß (v.l.n.r.). Quelle: Klaus Peschel
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Naunhof

Das erste Gebäude entstand vor über 100 Jahren als Erholungsheim der Landesversicherungsanstalt. Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Lazarett. Danach war es über Jahrzehnte Krankenhaus - eine Zeit, an die sich heute viele, die dort ihr neues Zuhause gefunden haben, gut erinnern.

Einige von ihnen bilden die Bewohnervertretung. Ihre Geschichten, die sie erzählen, könnten Bücher füllen. "Ich habe hier mein erstes Kind geboren",gibt Thea Gerisch preis. "Die Tochter einer Flüchtlingsfrau, die keine Milch hatte, habe ich gleich mit gestillt." Gisela Jackisch verlor 1956 in der Klink ihre Mandeln. "Es gab wenig Personal, meine Zimmernachbarin holte mir den Tee", sagt sie. Und Reimute Richter, die Vorsitzende der Bewohnervertretung, lag 1958 mit Scharlach in einer Baracke auf dem Gelände. Wegen der Ansteckungsgefahr durfte sie ihren Angehörigen nur aus dem Fenster zuwinken.

"Es hat sich so viel verbessert", sagt sie über das Haus, das die Diakonie 1991 übernahm und drei Jahre lang komplett um- und ausbaute. "Früher mussten sich vier oder mehr Leute einen Raum teilen, hatten kaum Mobiliar. Heute haben wir Ein- und Zwei-Bett-Zimmer, können uns mit eigenen Möbeln einrichten." Edith Malz ergänzt: "Die sanitären Anlagen sind ein riesengroßer Fortschritt. Jeder hat eine Toilette und ein Bad, es gibt moderne Technik, wie zum Beispiel die Wannenlifte."

Doch das ist es nicht allein, was dem Heim zum wiederholten Male die Note "Sehr gut" bei der Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes einbrachte. "Ein großes Geschenk sind für uns die Beschäftigungsstunden", erklärt Reimute Richter und zählt auf: "Rätselraten, Ballgymnastik, Sitztanz, Handarbeit, Singestunden, Zeitungsschau." Hinzu kämen in dem christlichen Haus Andachten und Gottesdienste. Die "gute Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde und dem evangelischen Kindergarten" erwähnt Edith Malz. "Die Kleinen kommen zu Geburtstagen, zu Fasching und mit einem Krippenspiel zu uns. Wir gehen zu ihnen rüber, um ihnen vorzulesen."

Freilich ist es nicht die Aufgabe der Bewohnervertretung, alles über den Klee hinweg zu loben. "Das Gremium leitet Anregungen und Wünsche an uns weiter", erläutert der Chef des Heims, Stefan Müller. "Es unterbreitet Vorschläge für Veranstaltungen, gibt Hinweise, wo baulich etwas verbessert werden könnte." Hauptthema in der Runde sei das Essen, bemerkt Elfriede Birkigt, und die Frauen lachen auf. Die Kunst, es allen Recht zu machen, beherrscht eben auch kein Koch. Wichtiger ist aber: Alle dürfen ihre Meinung sagen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2014
Pfeifer, Frank

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