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Grimma Naunhofer Hort-Erweiterung vorerst ohne Lift
Region Grimma Naunhofer Hort-Erweiterung vorerst ohne Lift
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14:07 19.05.2015
Bald Baustelle: An dieser Seite des Horts soll ein Anbau entstehen, der ungefähr ein Viertel so groß ist wie das bisherige Gebäude. Quelle: Andreas Röse

Es werden lediglich die baulichen Voraussetzungen geschaffen, um einen solchen nachrüsten zu können.

Der Vorschlag, den Anbau mit einem Aufzug auszustatten, ist nicht ganz neu. Schon im März hatten Harry Eichhorn (Linke) und Frank Möckel von der Unabhängigen Wählervereinigung, die damals dem Ausschuss angehörten und inzwischen ausgeschieden sind, eine entsprechende Anregung gegeben. Als Grund hatten sie die von den Vereinten Nationen geforderte Inklusion genannt, die eine gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben vorsieht.

Zwar wurde die Planung daraufhin etwas abgeändert. Aber nur insoweit, dass ein Platz für einen Lift vorgehalten wird. Laut Bauamtsleiter Thomas Hertel soll ein Fahrstuhlschacht errichtet werden, der auf den jeweiligen Etagen allerdings Zwischendecken erhält. So würden kleine Räume entstehen, die sich vorerst anderweitig nutzen ließen. Werde irgendwann ein Aufzug benötigt, sei es leicht, die Zwischendecken herauszureißen und den Fahrstuhl einzubauen.

Schenk konnte dem keinen Glauben schenken. "Wenn solche Decken erst einmal drin sind, wird sie niemand mehr ausbauen", wandte er ein. "Es wird immer Gründe dagegen geben."

Die Gründe könnten später - wie schon jetzt - finanzieller Natur sein. "Wir befinden uns in einer schwierigen Verhandlungsphase", erläuterte Bürgermeister Volker Zocher (parteilos). Wie berichtet, müssen die Fördermittel noch in diesem Jahr von der Sächsischen Aufbaubank freigegeben werden, um das Projekt überhaupt durchziehen zu können. Sollte jetzt noch ein Lift in die Unterlagen eingearbeitet werden müssen, könnte zu viel Zeit verstreichen und das Vorhaben gefährdet werden.

Michael Schramm (CDU) gab zu bedenken, dass ein Lift nicht nur beim Einbau viel Geld verschlingt, sondern auch enorme Folgekosten nach sich zieht. "Haben wir überhaupt schon ein Kind, das ihn brauchen würde?", fragte er. Darauf Hertel: "Solch ein Kind könnte noch nicht einmal in unsere Grundschule gehen, weil diese auch nicht behindertengerecht ist." Und Walter Fritzsche (FDP) meinte: "Wir haben einen teuren Lift im Bürgerhaus Fuchshain eingebaut. Er wird einmal im Jahr genutzt, aber nicht von Behinderten." Wünschenswert sei, dass all jene, die sich für die Inklusion aussprechen, die Kommunen dafür mit genügend Geld ausstatten.

Auf Anregung von Fritzsche wurde das Ziel ins Protokoll aufgenommen, "zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Fahrstuhl einzubauen". Ansonsten beschloss der Ausschuss einstimmig die Ausschreibung für den Rohbau des Hort-Anbaus. Wegen steigender Kinderzahlen ist die Kapazitätserweiterung nötig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2014
Pfeifer, Frank

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