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Naunhofer Jugendclub schließt für zwei Monate

Naunhofer Jugendclub schließt für zwei Monate

In zweierlei Hinsicht wird es heute gruslig im Naunhofer Kinder- und Jugendhaus Oase 26. Zum einen steigt ab 16 Uhr eine Halloween-Party. Mit ihrem Ende in der Nacht gehen allerdings auch im übertragenen Sinne die Lichter aus.

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Für zwei Monate dicht: Nach der Halloween-Party am heutigen Mittwoch schließt die Oase 26 für zwei Monate. Am 1. Januar kommenden Jahres übernimmt der neue Betreiber, die Kindervereinigung Leipzig, die Einrichtung.

Quelle: Andreas Röse

Naunhof. Zumindest vorübergehend, denn es gelang nicht, den Betreiberwechsel nahtlos zu gestalten. Für zwei Monate bleibt der Club dicht.

Wie kurz berichtet, zieht sich der jetzige Mieter, der Kreisverband Leipziger Land/Muldental der Volkssolidarität (VS), eher als vorgesehen zurück. Bis zum Jahresende hat er laut Vertrag die Schlüsselgewalt. Doch die VS-Mitarbeiterin Katharina Schwarz, so war aus der Stadtverwaltung zu erfahren, hat reichlich 300 Überstunden, die sie absetzen soll. Das werde im November und Dezember geschehen, so dass in dieser Zeit kein Fachpersonal für die Einrichtung zur Verfügung steht. In der VS ließ sich dazu am gestrigen Dienstag nichts in Erfahrung bringen. Sowohl die Geschäftsführerin als auch die zuständige Sachbearbeiterin befinden sich im Urlaub, hieß es.

Schwarz selbst wollte sich zu den Vorgängen nicht öffentlich äußern. Sie sagte lediglich: "Es tut mir leid um die Jugendlichen, und ich hoffe, dass es unter dem neuen Betreiber, der Kindervereinigung Leipzig, ab dem 1. Januar hier toll und frisch weitergeht." Zurzeit würden die Fische, Schildkröten und Mäuse, die im Club gehalten wurden, an neue Besitzer vermittelt. Schwarz: "Mir ist wichtig, dass sie in gute Hände kommen." Ansonsten werde das Haus über die zwei Monate hinweg nur gehütet, aber nicht geöffnet.

Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) hatte nach eigenem Bekunden erst vor rund vier Wochen davon erfahren, dass die VS Ende Oktober ihre Tätigkeit in der Oase einstellt. "Ich finde es traurig, dass uns die Volkssolidarität so im Regen stehen lässt", sagte er gestern. Er habe zwar versucht, mit dem Betreiber Kontakt aufzunehmen, doch es sei kein Impuls zurückgekommen. Die Stadt könne den Jugendclub nun nicht auf eigene Faust öffnen und die Besucher sich selbst überlassen. "Wir bräuchten für die zwei Monate einen ausgebildeten Sozialbetreuer", so Zocher. "Doch wir haben keinen."

Zur jüngsten Stadtratssitzung hatten sich Abgeordnete quer durch die Reihen enttäuscht über das Verhalten der VS gezeigt. "Es ist nicht okay, dass man die Kinder sitzen lässt", kritisierte Gabriele Wegel (CDU). "Das dürfen wir vom Träger nicht hinnehmen", meinte Harry Eichhorn (Die Linke). Frank Möckel von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) sprach sich dafür aus, die Kindervereinigung Leipzig zu bitten, das Haus zwei Monate eher zu übernehmen und die Kosten dafür der VS in Rechnung zu stellen.

Doch das lehnt Matthias Heinz, Geschäftsführer der Kindervereinigung Leipzig, ab. "Aus juristischen Gründen können wir nicht rein, weil noch ein Mietvertrag mit der Volkssolidarität läuft", sagte er. "Außerdem haben wir weder Personal noch Personalkosten für diese Zeit vorgesehen." Eine Lösung hätte sich seiner Meinung nach vielleicht finden können. Doch dazu hätte er eher von dem Problem erfahren müssen. "Von ihnen höre ich jetzt das erste Wort", sagte er gestern beim Anruf der LVZ.

Nun will sich Heinz mit der VS in Verbindung setzen, um die zwei Monate für Vorbereitungen zu nutzen. "Mit dem künftigen Personal können wir vielleicht schon mal das neue Raumkonzept vor Ort absprechen", erklärte er. "Wir wollen die Einrichtung kleiner und schöner machen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.10.2013
Pfeifer, Frank

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