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Grimma Naunhofer Konrad Kunze erhällt Goldenen Meisterbrief
Region Grimma Naunhofer Konrad Kunze erhällt Goldenen Meisterbrief
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14:05 19.05.2015
50 Jahre Meistertitel: Konrad Kunze präsentiert seine ihm von der Handwerkskammer überreichte Urkunde. Quelle: Roger Dietze

Neben der in seinem Haus in der Schillerstraße hängenden Urkunde für seine Beiträge zur Restaurierung der Ladegastorgel (unter anderem verzichteten Kunzes bei ihrer Goldenen Hochzeit auf Geschenke zugunsten von Geldspenden für das Instrument) kann der 78-Jährige nun ein weiteres Dokument platzieren: seinen Goldenen Meisterbrief für 50 Jahre Meistertitel, der dem gebürtigen Borsdorfer jetzt in der Leipziger Handwerkskammer überreicht worden ist.

50 Jahre, die Konrad Kunze beruflich in der damaligen Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) "Aufbau Naunhof" zubrachte, aus der nach dem Mauerfall eine später insolvent gegangene GmbH wurde. "So lange in ein und derselben Firma zu arbeiten ist heutzutage eher untypisch", so Kunze, dessen PGH-Jahre gleichwohl nicht von Stillstand gekennzeichnet waren. Vielmehr galt es für den damaligen Maurer nach einem kurzzeitigen, auf den Ausbildungsabschluss folgenden Ausflug in zwei Leipziger Betriebe in Naunhof schnell Verantwortung zu übernehmen. "Der Chef hat mich in sein Büro bestellt und mir die Bauleitung angetragen, er hat mich ins kalte Wasser geworfen", erinnert sich Kunze, der sich dabei jedoch keinen Schnupfen zuzog. Vielmehr hielt er im Februar 1964 seinen Meisterbrief in der Hand und gab von da an bei einer Vielzahl von Projekten seine handwerkliche Visitenkarte ab. "Wir haben viel für die Wasserwerke gearbeitet, haben unter anderem Umbauarbeiten am Grethener Naturfreundehaus durchgeführt und die Pförtnerhäuser der Krankenhäuser in Naunhof und Grimma gebaut", blickt Kunze zurück.

Eine Rückschau, die um die DDR-Mangelwirtschaft keinen Bogen machen kann. "Beim Holz bestand der größte Mangel, den wir unter anderem mit Hilfe meiner Frau und deren familiären Beziehungen zur Holzbranche ein Stück weit kompensieren konnten", so Kunze augenzwinkernd. Beziehungen, die ihm auch beim im Herbst 1966 in Angriff genommenen Hausbau zugute kamen. "Wir hatten gerademal 10 000 Mark, bekamen aber keinen Kredit und auch kaum Baumaterial", sagt der 78-Jährige. Dass das Haus heute dennoch steht, habe auch mit einer gewissen Improvisationsgabe zu tun. "Meine Frau hat aus der Baumwollspinnerei den Draht mitgebracht, mit dem die Baumwollballen verschnürt waren und aus dem ich Bewehrung hergestellt habe."

Fähigkeiten, die den Christen dafür prädestinierten, sie auch für seine Kirchgemeinde zum Einsatz zu bringen. "Ich habe in meiner Freizeit und später in der Rente unter anderem mehrere Umbauten im Pfarrhaus begleitet, die Friedhofskapelle putzmäßig instand gesetzt und jede Menge Putzarbeiten an und in der Stadtkirche durchgeführt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2014
Dietze, Roger

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