Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Naunhofer Mord: Tatwaffe bleibt unauffindbar
Region Grimma Naunhofer Mord: Tatwaffe bleibt unauffindbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 19.05.2015

Polizisten, die damals ermittelten, stellten einige der bisherigen Aussagen in Frage.

Klar ist nun: Blutspuren des ermordeten Gunter E. befanden sich an der Hose von Mike G., der schon zu Beginn der Verhandlung gestanden hatte, in der Nacht vom 20. zum 21. Oktober vergangenen Jahres auf den Kopf des wehrlosen Rollstuhlfahrers in dessen Wohnung mit einem Kerzenständer eingeschlagen zu haben. Der betreffende Kerzenständer bleibt allerdings verschwunden. Wie ein Polizeibeamter sagte, habe Mike G. zwar im Verhör angegeben, wo er ihn im Stadtgebiet nach der Tat abgelegt haben will. Doch dort konnte ihn die Polizei trotz intensiver Suche nicht finden.

Ein Kriminalist belastete im Zeugenstand Sven G., der bislang abstreitet, in der Wohnung des Opfers gewesen zu sein. Er nannte konkret die Spuren, die von dem älteren der beiden Brüder dort hinterlassen worden sein sollen (LVZ berichtete). Demnach sei eine Faser vom T-Shirt des 31-Jährigen in der Wohnung des Getöteten sichergestellt worden. Und von dessen Jogginghose habe sich eine Faser unter einem Fingernagel des Opfers befunden. Ein Hinweis darauf, dass sich Sven G. durchaus in der Wohnung aufgehalten haben könnte und damit vielleicht tatbeteiligt war.

Sein Vorstrafenregister, das Richter Jagenlauf verlas, lässt ihn keineswegs als unbescholtenen Bürger erkennen. Zum Teil mehrmals wurde er verurteilt wegen räuberischer Erpressung, Raubs, Körperverletzung, schweren Diebstahls und vieler anderer Delikte. Bruder Mike G. (25) hat noch nicht ganz so viel auf dem Kerbholz. Wegen Körperverletzungen, versuchter Erpressung, Diebstählen und anderer Delikte musste er sich schon verantworten.

Laut Polizei hat Mike G. in der Vernehmung angegeben, sein Bruder habe ihm in der Mordnacht gesagt, er wisse, wo etwas zu holen sei. Daraufhin wären die Beiden bei Gunter E. eingebrochen. Sven G. hatte in seinem Statement, das am Freitag verlesen worden war, diesen Sachverhalt genau andersherum geschildert. Demnach soll Mike G. geäußert habe, er wisse, wo etwas zu holen sei.

Auf dem Grundstück der Mutter der Brüder im Naunhofer Ortsteil Lindhardt entdeckte die Polizei eine Reihe von Diebesgut. Ein Fernseher und elektrische Handwerksgeräte aus der Garage des Opfers bleiben aber weiterhin unauffindbar. Unklar ist auch, ob alle erbeuteten Münzen sichergestellt werden konnten, da niemand den Umfang der gestohlenen Sammlung kennt.

Die Münzen ermöglichten die schnelle Festnahme der Brüder am 22. Oktober. Mike G. hatte einige Exemplare Freunden geschenkt, die sie ausgaben beziehungsweise versuchten, sie in einer Bank einzutauschen. Die Polizei verfolgte die Spur, die direkt zu den Angeklagten führte.

Heute wollen Staatsanwalt und Verteidiger ihre Plädoyers halten. Ob danach schon das Urteil gefällt werden kann, wird sich zeigen. Frank Pfeifer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2013

Pfeifer, Frank

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Zeit drängt, wenigstens eine Übergangslösung für das Gymnasium Naunhof zu finden. Nach LVZ-Informationen soll der Stadtrat am Montag kommender Woche zu einer Sondersitzung einberufen werden, um erste Nägel mit Köpfen zu machen.

19.05.2015

Lutz Heuser ging mit gutem Beispiel voran. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Erdmannshainer Sachsenklinik war in dieser Woche der Erste, der sich mit einem kühnen Hechtsprung in das alte Reha-Becken der Einrichtung stürzte, das nun ausgedient hat.

19.05.2015

Fenster und Türen des Fährhauses stehen in diesen Tagen weit offen. Die Kinder spielen am Ufer, wo sonst der Anlegesteg der Höfgener Fähre liegt. Der Ort hat trotz des Hochwassers nichts von seiner Romantik eingebüßt.

19.05.2015
Anzeige