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Naunhofer Orgelverein sieht sich vor großen Herausforderungen

Ohne Kantor Naunhofer Orgelverein sieht sich vor großen Herausforderungen

Der alte Vorstand des Fördervereins Ladegastorgel Naunhof arbeitet weiter. Einstimmig wählten die Mitglieder dieser Tage Ina Heintzschel, die ihnen seit 2013 vorsteht, zur Chefin für die nächsten zwei Jahre. Eine besondere Herausforderung für sie und ihre Mitstreiter wird es sein, die Kirchenmusik auch nach dem Weggang des norwegischen Kantors Espen Melbö zu unterstützen.

Die Orgel in der Naunhofer Stadtkirche. Sie stammt vom Weißenfelser Hoforgelbauer Friedrich Ladegast und wurde 1882 fertiggestellt.

Quelle: Thomas Kube

Naunhof. Der alte Vorstand des Fördervereins Ladegastorgel Naunhof arbeitet weiter. Einstimmig wählten die Mitglieder dieser Tage Ina Heintzschel, die ihnen seit 2013 vorsteht, zur Chefin für die nächsten zwei Jahre. Eine besondere Herausforderung für sie und ihre Mitstreiter wird es sein, die Kirchenmusik auch nach dem Weggang des norwegischen Kantors Espen Melbö zu unterstützen.

„Wir freuen uns, dass er sich bereiterklärt hat, seine drei für dieses Jahr geplanten Abendmusiken bei uns zu spielen“, sagt die promovierte Zahnärztin. „Und dass er seine Bach-Reihe fortsetzt, die ein ganz eigenes Publikum, auch von außerhalb, anzieht.“ Da das Programm für die restlichen drei Abendmusiken ebenfalls steht, seien die gewohnten Reihen abgesichert.

Problematischer werde es, wieder ein Benefizkonzert auf die Beine zu stellen. Im vergangenen Jahr hatte Melbö die Fäden in die Hand genommen; über 800 Euro wurden eingespielt zugunsten syrischer und libanesischer Flüchtlinge in nahöstlichen Lagern. „Ohne Kantor bedeutet es für den Kirchenvorstand und uns viel Arbeit, so eine Veranstaltung vorzubereiten“, erklärt Heintzschel.

Zu Karfreitag soll wieder eine Passionsmusik mit dem Reinhold-Quartett erklingen. Auf dem Plan stehen zudem ein Konzert mit der Wiener Votivkirche und ein Weihnachtskonzert, das traditionelle Weihnachtsliedersingen für Kindertagesstätten und die Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium.

„Unsere Aufgabe als Verein ist es, die Konzerte zu unterstützen“, erläutert die Vorsitzende. „Dazu gehören das Anfertigen von Plakaten, Flyern, Programmen und Ankündigungen in der Presse.“ Zum Weihnachtsoratorium beköstigt der Verein die 80 bis 85 Mitwirkenden. „Chor, Musiker und Solisten sind immer sehr begeistert“, so die 70-Jährige.

Seinen Internetauftritt möchte der Förderverein in diesem Jahr verbessern. „Ein junger Computerspezialist hat sich vorgenommen, eine neue Seite zu entwerfen“, verrät Heintzschel. „Außerdem haben wir einen Schaukasten angeschafft, den wir im Kirchgarten aufstellen wollen.“

So kommt einiges an Ausgaben zusammen, die durch Einnahmen gedeckelt werden müssen. Für die Abendmusiken übernimmt der Verein das Catering, offeriert Orgelwein, Wasser und belegte Brote, was sehr gut angenommen wird. „Dabei springt aber nur wenig Erlös heraus“, resümiert Heintzschel, die bedauert, dass es außerdem nicht mehr so viele Spender wie früher gebe. Weiterhin würden Festschriften verkauft. Und nicht zuletzt verbessern die Mitgliedsbeiträge die Bilanz. Im vergangenen Jahr trat ein Ehepaar ein, das den Altersdurchschnitt des 40-köpfigen Vereins senkte.

2004 war der Verein gegründet worden, um die Restaurierung der Ladegastorgel in der Stadtkirche zu unterstützen. Sie wurde ins Original von 1882 zurückversetzt und im September 2011 wiedergeweiht. Damit war das ursprüngliche Ziel erfüllt, doch der Verein löste sich deshalb nicht etwa auf. „Wir wollen die Kirchenmusik fördern, damit möglichst viele Menschen unsere Orgel hören, verstärkt auch Kinder“, informiert die Vorsitzende.

Deshalb soll es heuer mehr als die zwei Orgelführungen des vergangenen Jahres geben. Schülern wird dabei die Kirche und die Funktionsweise des Instruments erklärt, sie hören dessen Klang, schauen sich das Innere der Orgel und den Blasebalg im Kirchturm an.

Der bisherige Kantor fand einen guten Draht zu den Kindern. Vielleicht ja auch sein Nachfolger. „Weil viele Studenten der Musikhochschule Leipzig durch die Vermittlung von Espen Melbö bei uns in der Kirche üben, wird es vielleicht wieder jemand junges von dort“, meint Ina Heintzschel. „Ich hoffe, wir finden in Bälde jemanden.“

Die Ausschreibung soll noch im März veröffentlicht werden. In Gottesdiensten werden die Bewerber dann vorspielen. Am Ende entscheidet der Kirchenvorstand, wer angenommen wird. „Wir haben gebeten, dass ein Vertreter unseres Vereins in diesem Falle mitbestimmen kann“, so Heintzschel.

Von Frank Pfeifer

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