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Grimma Naunhofer Ortschaften pochen auf mehr Wertschätzung
Region Grimma Naunhofer Ortschaften pochen auf mehr Wertschätzung
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15:42 05.04.2017
Mitglieder des Ortschaftsrats von Erdmannshain/Eicha/Albrechtshain mit Vorsteher Jan-Walter Heikes (links). Quelle: Frank Pfeifer
Naunhof

In einem offenen Brief fordern die Naunhofer Ortschaftsräte von Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) eine gebührende Wertschätzung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Sie fühlen sich in ihren Interessen nicht genügend beachtet und wollen mit dem Schreiben eine bessere Zusammenarbeit erreichen. Gespräche darüber sollen in der kommenden Woche aufgenommen werden.

Zur jüngsten Sitzung des Stadtrats hatte der Ortsvorsteher von Erdmannshain/Eicha/Albrechtshain, Jan-Walter Heikes, den Brief im nicht öffentlichen Teil verlesen. Unterschrieben hatten ihn 16 von 22 Abgeordneten seines Ortschaftsrats und jener von Fuchshain, Ammelshain und Lindhardt, darunter alle Vorsteher. Bekannt ist inzwischen, dass noch mehrere Mandatsträger ihre Namen darunter gesetzt hätten, doch sie waren zum entsprechenden Zeitpunkt verhindert.

„Dass so viele unterschrieben haben, zeigt, wie wichtig uns das Thema ist“, erklärte am Mittwoch Heikes auf Nachfrage. Er hatte einen Tag zuvor mit Zocher gesprochen und für kommenden Dienstag einen Gesprächstermin im Rathaus ausgemacht, zu dem alle Ortsvorsteher anwesend sein sollen. „Damit haben wir schon ein Ziel erreicht: Es muss geredet werden“, kommentierte er.

Aus dem offenen Brief an Zocher ist die ganze Verbitterung herauszulesen. „Aufgrund einer Reihe von Vorkommnissen und daraus resultierenden Gesprächen, ohne dass diese erkennbare Veränderungen/Verbesserungen gebracht haben, sehen sich die Ortschaftsräte (...) nur noch in der Lage, ernst- und wahrgenommen zu werden, indem sie auf diesem Wege an Sie, Herr Zocher, an die Verwaltung und den Stadtrat herantreten“, heißt es darin. Die Räte fordern, „eine für den Bürger nachvollziehbare Bürgervertretung durch die Ortschaftsräte zu gewährleisten“, sowie „regelmäßige Teilnahmen des Bürgermeisters und/oder aussagefähiger Amtsleiter an den monatlichen Sitzungen der Ortschaftsräte.“ Außerdem sollen fortlaufend Listen geführt werden mit Fragen, Aufgabenstellungen, verantwortlichen Personen, konkreten Terminen und angedachten Maßnahmen.

„Wir fühlen uns grundsätzlich unterrepräsentiert“, erläuterte Heikes weiter. „Im Stadtrat werden hauptsächlich Themen der Kernstadt behandelt, obwohl ungefähr die Hälfte der Einwohner in den Ortschaften zu Hause ist.“ Im Tarifstreit hätten die Stadtangestellten mit dem Slogan „Gutes Geld für gute Arbeit“ geworben. Heikes: „Wir wollen mehr von diesem Fachwissen abhaben, erwarten Lösungsvorschläge zum Beispiel bei unserem Problem mit dem Parken an der Plagbreite.“

Die Bitte um ein Statement zu diesem Thema lehnte die Stadt ab. Rathaus-Sprecherin Anja Lohn verwies darauf, dass es sich um ein Problem aus nicht öffentlicher Sitzung handelt.

Von Frank Pfeifer

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