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Naunhofer Ortsumgehung soll schon Ende 2016 fertig sein – Wohngebiet folgt

Straffer Zeitplan Naunhofer Ortsumgehung soll schon Ende 2016 fertig sein – Wohngebiet folgt

Eine enge Zeitschiene haben Stadt und Leipziger Beton-Union (LBU) für den Bau der 1,3 Kilometer langen Osttangente vereinbart, die von der Wurzener Straße zum Autobahnzubringer führen wird. Das komplette Vorhaben soll im kommenden Jahr durchgezogen werden. Die Teilortsumgehung gilt als Voraussetzung, um anschließend ein riesiges Wohngebiet zwischen ihr und Grillensee errichten zu können.

Das Areal in der neuesten Planungsansicht: Unten verläuft die Osttangente, die zuerst gebaut wird. Zwischen ihr und Grillensee (oben) soll das neue Wohngebiet entstehen – das größte in Naunhof.

Quelle: Leipziger Beton-Union

Naunhof. Am 1. September war, wie berichtet, der Zuwendungsbescheid für die Osttangente im Rathaus eingetroffen. "Im Dezember soll nun der Vergabeausschuss die Art der Ausschreibung und das Leistungsverzeichnis beschließen. Bis dahin sind Genehmigungs- und Entwurfsplanung zu erstellen," zählt Bauamtsleiter Thomas Hertel die nächsten Schritte auf. Die öffentliche Ausschreibung könnte im Januar oder Februar kommenden Jahres erfolgen, die Vergabe im Februar, spätestens im März. Mit dem Bau beginnen wollen wir Ende März oder Anfang April. Laut Fördermittelbescheid müssen wir bis Ende 2016 fertig sein."

Zwar würden auch schon in diesem Jahr einige Beihilfen zur Verfügung stehen. "Wir haben uns aber entschieden, sie noch nicht einzusetzen", erläutert Hertel. "Sonst hätten wir zweimal Arbeiten ausschreiben müssen, und es hätten zwei Firmen Zuschläge erhalten können. Das würde Probleme geben, falls es zu Gewährleistungsansprüchen kommt. Deshalb möchten wir alles in einer Hand belassen. Hat es so lange gedauert, machen wir nun lieber alles richtig."

Eine halbe Ewigkeit musste Naunhof auf den jetzigen Moment warten. Am 9. Juni 2000 hatte das damalige Regierungspräsidium Leipzig den Bebauungsplan für Osttangente und Wohngebiet genehmigt. Eine Schwierigkeit nach der anderen tat sich hinterher auf, zuletzt ging es über Jahre um die Beihilfen.

"Wir hatten uns erst um Geld aus der Gemeinschaftsaufgabe Aufbau Ost bemüht, weil es dort höhere Fördersätze gibt", so Hertel. "Doch das scheiterte, denn es fehlte die erforderliche Gewerbeansiedlung, die dafür eine Voraussetzung gewesen wäre." Nun kommt die Unterstützung über das Programm für kommunalen Straßenbau. Der Freistaat schießt 807.751 Euro zu, das sind rund 30 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 2.675.000 Euro. Die Differenz trägt die Leipziger Beton-Union. In ihrem Auftrag baut die Stadt, und von ihr bekommt sie hinterher die Osttangente und alle anderen Straßen im Neubaugebiet geschenkt. Die zwei Partner hatten sich ursprünglich eine höhere Summe aus Dresden erwartet. Ohne dass die LBU ihren Eigenanteil in diesem Jahr von rund 800.000 auf knapp 1,9 Millionen Euro erhöht hätte, würde sich wohl nach wie vor nichts tun.

Verschiebungen sind aber noch möglich, denn der Förderbescheid lässt eine Option offen. Wenn bis zur Abrechnung der Zuschüsse Ende 2017 die Planung der neuen Trasse zwischen Wurzener und Großsteinberger Straße weit fortgeschritten ist oder gar schon mit deren Bau begonnen wurde, kann sich der Fördersatz für die Osttangente im Nachhinein erhöhen. Nur beide Neubaustraßen zusammen würden im Verbund mit der schon existierenden Ladestraße zu einer merklichen Verkehrsentlastung der Innenstadt führen, weshalb erst dann von einer wirklichen Ortsumgehung gesprochen werden könnte. Und für Ortsumgehungen gibt's mehr Geld vom Land.

Deshalb will Hertel möglichst schnell Baurecht für die Verbindung von der Wurzener zur Großsteinberger Straße herstellen. "Wir brauchen dafür Flächen von der Bahn. Einen Kaufantrag haben wir schon gestellt", berichtet er.

Auch LBU-Geschäftsführer Karl-Heinz Schenk, der gern schneller zum Zuge gekommen wäre, blickt nach vorn. "Wir sind froh, dass wir jetzt endlich Planungssicherheit haben, auch wenn die Osttangente für uns sehr teuer wird", sagt er und kündigt an: "Mit Abschluss des Baus der Osttangente wollen wir beginnen, das Wohngebiet am Grillensee zu erschließen." Es wird das größte sein, das in Naunhof je auf einen Schlag Gestalt annahm. Vorgesehen sind Einfamilienhäuser, später auch Mehrfamilienhäuser. Eine sogenannte Sonderfläche lässt Spielraum, um ein Hotel und/oder Restaurant zu errichten.

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