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Naunhofer Schulhort soll Anbau erhalten

Naunhofer Schulhort soll Anbau erhalten

Vom Tisch ist die Variante, das Dachgeschoss der Alten Schule zum Hort auszubauen. Der Vergabeausschuss verwarf sie in seiner Sitzung am Donnerstagabend. Stattdessen sprach er sich einstimmig dafür aus, das jetzige Hortgebäude an der Bismarckstraße zu vergrößern.

Bestand und Anbau: Links ist das Gebäude vom Hof der Grundschule aus zu sehen. Farbig lässt sich der Anbau erkennen, der genauso bunt gestaltet werden soll wie das bisherige Gebäude, das hier in Schwarzweiß wiedergegeben ist. Rechts der Giebel von der Lindenstraße her mit integriertem Treppenhaus.

Quelle: Architekturbüro Stefan Martin

Naunhof. Es soll um zehn Meter in Richtung Lindenstraße verlängert werden. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage, so der Borsdorfer Architekt Stefan Martin, werden jeweils zwei Gruppenräume entstehen. Das sollte ausreichen, um die Mehrkapazität zu erreichen, die angesichts steigender Kinderzahlen erforderlich ist. Bei Bedarf ließen sich später auch noch im Dachgeschoss zwei Gruppenräume einrichten. Das jetzige Treppenhaus wird abgerissen und am neuen Giebel installiert. Es soll wieder so eingesetzt werden, dass es von der Gebäudeseite her nicht zu sehen ist. Wo es bisher stand, wäre Platz für zusätzliche Sanitärräume, die notwendig sind, wenn mehr Kinder im Haus betreut werden.

Harry Eichhorn (Linke) kritisierte, in den Planungen würde ein Fahrstuhl fehlen. "Wir müssen die Möglichkeit schaffen, dass behinderte Kinder in die oberen Stockwerke gelangen", mahnte er an. "Im Rahmen der von der Uno geforderten Inklusion werden wir bald mehr behinderte Kinder einschulen, Förderschulen haben keine Zukunft. Das müssen wir berücksichtigen."

Im bestehenden Gebäude gebe es schon eine Behindertentoilette, erwiderte Bauamtsleiter Thomas Hertel. Der Hortalltag müsse so gestaltet werden, dass sich alles Wesentliche im Erdgeschoss abspielt. Architekt Martin gab zu bedenken, dass ein Lift auf Dauer Kosten für den Betrieb und die Wartung verursache.

Damit wollte sich Frank Möckel von der Unabhängigen Wählervereinigung nicht zufrieden geben. "Inklusion ist die Zukunft", sagte er und forderte: "Man sollte sie nicht auf eine Ebene beschränken. Schon jetzt müssen wir die Möglichkeit vorsehen, um einmal einen Lift anbauen zu können. Der Ausschuss schloss sich dieser Ansicht an und forderte, die Planung entsprechend abzuändern.

Bauamtsleiter Hertel will nun eine Förderanfrage stellen. Wenn sie positiv beschieden wird, könne der Bauantrag formuliert werden. Liegt dessen Genehmigung vor, dürfe losgelegt werden. "Optimal wäre ein Baubeginn im Oktober und eine Fertigstellung zum Beginn des Schuljahres 2015/'16", sagte er. "Aber es ist sehr fraglich, ob wir das so schnell erreichen."

Nach jetziger Schätzung würde der Anbau 583 000 Euro kosten. Da laut Hertel mit einer 66-prozentigen Förderung zu rechnen ist, betrüge der Eigenanteil der Stadt 215 000 Euro. Der Ausbau des Dachgeschosses der Alten Schule sollte zwar nur 400 000 Euro verschlingen. Da er aber nur zu 40 Prozent bezuschusst worden wäre, hätte die Stadt 251 000 Euro selbst berappen müssen, also deutlich mehr. Außerdem bestand in der Alten Schule das Risiko, dass sich das Vorhaben enorm verteuert, denn wahrscheinlich hätte eine neue Decke eingezogen werden müssen, was in der Schätzung noch nicht seinen Niederschlag gefunden hatte.

Der Anbau an den Hort bildet zugleich die Variante, die die größte Kapazitätserweiterung zulässt. 230 Kinder werden in dem Haus zurzeit betreut, dann wäre Platz für 336. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos): "Dieses Jahr werden voraussichtlich erstmals vier neue Klassen in der Grundschule eingeschult. Und der Trend setzt sich fort."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.03.2014
Pfeifer, Frank

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