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Naunhofer Seniorin sucht vergeblich Ansprechpartner für ihre Probleme

Soziales Naunhofer Seniorin sucht vergeblich Ansprechpartner für ihre Probleme

Seit einem Jahr wohnt Eva Dachsel in der Robert-Blum-Straße in Naunhof. Doch so richtig wohl fühlt sie sich nicht. „Für Senioren wird zu wenig getan“, meint sie. Wo sie sich mit Fragen und Anliegen hinwenden soll, sei ihr unbekannt. Und überhaupt wäre vieles so anders, als sie es kennt.

Die Wohnanlage, in der Eva Dachsel seit einem Jahr lebt: „Hier sagen sich die Füchse Gute Nacht.“

Quelle: Thomas Kube

Naunhof. Seit einem Jahr wohnt Eva Dachsel in der Robert-Blum-Straße in Naunhof. Doch so richtig wohl fühlt sie sich nicht. „Für Senioren wird zu wenig getan“, meint sie. Wo sie sich mit Fragen und Anliegen hinwenden soll, sei ihr unbekannt. Und überhaupt wäre vieles so anders, als sie es kennt.

Die Rentnerin stammt aus Leipzig. „Dort gab es eine Abteilung Soziales, an die ich mich wenden konnte. Etwas Vergleichbares habe ich in Naunhof vergeblich gesucht“, sagt sie. „Meine Tochter schrieb vor Wochen einen Brief an die Stadtverwaltung, um einen Ansprechpartner in Sachen Sozialpolitik herauszufinden. Aber es kam keine Antwort zurück.“

Ein Problem drückt vor allem. „In Leipzig wohnte ich gut mit Kaufland, Apotheke und Post in der Nähe; bis zum Hauptbahnhof war es nicht weit. Ich hatte Straßenlärm. Hier in Naunhof sagen sich dagegen die Füchse Gute Nacht, die Stille bin ich nicht gewöhnt“, sagt die 80-Jährige. Zwar ist in der Nachbarwohnung Christa Reiche (87) eingezogen, die Schwiegermutter ihrer Tochter. Doch den beiden Frauen würden angesichts der ruhigen Umwelt die Kontakte zu anderen Menschen fehlen. „Deshalb wäre es schön, wenn es einen ehrenamtlichen Fahrdienst geben würde, der uns zu Veranstaltungen im Stadtgut bringt und von dort abholt“, sagt Eva Dachsel. „Ich wünsche mir eine Telefonnummer, wo ich anrufen kann, wenn unsere Kinder in Rohrbach mal nicht die Zeit haben, uns zu fahren.“

Gegen die Stille kann und will die Kommune freilich nichts tun, viele ziehen genau in diese Ecke, um Ruhe zu finden. Für die Seniorennachmittage im Begegnungszentrum, so Stadtsprecherin Anja Lohn, gibt es aber schon einen Hol- und Bringdienst. Er sei telefonisch unter 034293/5 51 52 erreichbar. Die Naunhofer KulturWerkStadt biete diesen Service für Veranstaltungen unter Telefon 034293/4 21 36 an. Pro Fahrt von der Haustür zum Stadtgut und zurück sei jeweils ein geringes Entgelt zu bezahlen, das rund einen Euro im Stadtgebiet betrage.

„Ich bin ein kreativer Mensch und schreibe viele Briefe“, kommt Eva Dachsel auf einen weiteren Punkt zu sprechen. Am Fenster ihrer Wohnung im ersten Stock warte sie stets auf das Postauto, um sie mitgeben zu können. Doch wenn sie die Treppe hinuntergestiegen ist, sehe sie oft nur noch die Rücklichter. Die nächste Postfiliale sei weit entfernt. „Wenn es wenigstens einen Briefkasten in der Nähe geben würde“, sinniert die Seniorin.

„Generell können unsere Kunden den Verbundzustellern Briefe und Pakete mitgeben als auch Brief- und Paketmarken bei ihnen kaufen. So erhalten auch bewegungseingeschränkte Kunden Postdienstleistungen direkt an ihrer Haustür“, erklärt dazu Tina Birke, Pressesprecherin der Post-DHL-Gruppe. Aussicht darauf, dass demnächst ein Briefkasten im Wohngebiet angebracht wird, macht sie dagegen nicht.

Stefan Müller, der das benachbarte Diakonie-Altenpflegeheim „Charlotte Winkler“ leitet, bietet hingegen die Lösung an, die in seiner Macht steht. „Bei uns gibt es einen weißen Briefkasten im Erdgeschoss direkt neben meiner Bürotür. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand aus dem Wohnpark seine Post dort einwirft“, sagt er. Und Tina Birke versichert, dass die Zustellerin die Sendungen dann auch jeden Tag mitnimmt.

Der dritte Aufreger ist für Eva Dachsel die Heizung in ihrem Haus. Von Silvester bis zum 6. Januar habe sie bei kalten 15 bis 17 Grad in ihrer Einraumwohnung gesessen, weil die Gastherme im Oberboden defekt gewesen sei. „Die Heizung läuft immer mit, wenn ich abwasche, auch im Sommer. Das erhöht die Stromkosten“, klagt sie. „Im Treppenhaus steht nicht, wer der Hausmeister ist.“

Das Gebäude gehört zwar der Diakonie Leipziger Land, wird aber von der kommunalen Naunhofer Wohnbau GmbH verwaltet. „In dem betroffenen Zeitraum hat es mehrere Einsätze von dem für die Wartung und Störungsbeseitigung zuständigen Heizungsunternehmen, der Firma Venus aus Naunhof, gegeben“, bestätigt Pressesprecherin Lohn. Die Heizung sei aber nie ganz defekt gewesen, so dass es nicht zu einem tagelangen Komplettausfall gekommen wäre. Zur Meldung von Störungen seien Notrufnummern der Heizungsfirma und der Wohnbau-Gesellschaft im Gebäude ausgehängt worden. „Inzwischen funktioniert die Heizungsanlage nach der dritten Störungsbeseitigung/Reparatur bis zum jetzigen Zeitpunkt einwandfrei“, so Lohn.

Von Frank Pfeifer

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