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Naunhofer Stadträte hören sich Wünsche vom Grünen Tisch an

Gesprächsrunde Naunhofer Stadträte hören sich Wünsche vom Grünen Tisch an

Erstmals trafen am Dienstagabend Mitglieder des Grünen Tischs Naunhof mit dem Stadtrat zusammen. Sie legten den Abgeordneten einen Neun-Punkte-Katalog ihrer Wünsche vor. In der gemeinsamen Diskussion kristallisierte sich heraus, dass sich manche Forderungen schnell, andere – wenn überhaupt – eher langfristig realisieren lassen.

Helge Heinze. Sie hatte den Grünen Tisch Naunhofs in diesem Jahr maßgeblich initiiert.

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof. Erstmals trafen am Dienstagabend Mitglieder des Naunhofer Grünen Tischs mit dem Stadtrat zusammen. Sie legten den Abgeordneten einen Neun-Punkte-Katalog ihrer Wünsche vor. In der gemeinsamen Diskussion kristallisierte sich heraus, dass sich manche Forderungen schnell, andere – wenn überhaupt – eher langfristig realisieren lassen.

Überein kamen sich beide Seiten, Naunhof wieder grüner machen zu wollen. Vize-Bürgermeister Hermann Kinne (CDU), der die Sitzung im Rathaus in Vertretung des erkrankten Stadtoberhaupts Volker Zocher leitete, stellte jedoch klar, dass den Abgeordneten zum Teil die Hände gebunden seien, weil viele kommunale Aktivitäten, wie zum Beispiel Baumfällungen, in den alleinigen Zuständigkeitsbereich der Verwaltung fallen würden. Der Abend solle dazu dienen, sich gegenseitig für Probleme zu sensibilisieren.

Baumkataster

„Wir wünschen uns ein Baumkataster“, eröffnete Pfarrer Norbert George vom Grünen Tisch den konkreten Themenreigen. „Damit die Zahl der Bäume in Naunhof nicht weiter ab-, sondern zunimmt.“ Ein Vorschlag, der auf offene Ohren stieß. Jörg-Dietmar Funke von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV): „Wir können auch versuchen, dass bei den Baumerkundungen jeweils jemand Kompetentes vom Grünen Tisch dabei ist.“

 

Grünflächen

Vereine und Bürger sollten Patenschaften über Baumscheiben übernehmen, damit sie keine toten Mulchflächen oder Unkrautrondelle bleiben, sondern Bienenweiden werden, schlug Helge Heinze vor, die dieses Jahr den Grünen Tisch initiiert hatte. „Es braucht außerdem ein Konzept, wie mit den Rabatten umzugehen ist.“ Uwe Kulisch (UWV) dazu: „Wir hoffen auf mehr Sympathisanten, die mit anpacken.“

Grünschnitt-Verwertung

André Engelhardt vom Grünen Tisch sieht Bedarf für einen Ersatz der weggefallenen Kompostieranlage. Es gebe auch ökologische Alternativen, wie Bio-Abfälle verwertet werden könnten. Da Naunhof im Trinkwasserschutzgebiet liegt, ist es aber schwierig, einen geeigneten Standort zu finden. Vorläufig, so das Fazit, soll die Beuchaer Anlage angefahren werden.

Flächenversieglung

„Bei vielen Baumaßnahmen erfolgten hinterher keine Ausgleichsmaßnahmen“, kritisierte Jan-Walter Heikes vom Grünen Tisch. Die Lösung präsentierte er selbst, da er auch Ortsvorsteher und Stadtratsmitglied ist: „Da müssen wir als Abgeordnete ein Auge drauf haben.“

Osttangente

„Zwischen neuer Straße und Bahnlinie wurde eine lange Betonwand hingesetzt, die Wanderwege kleiner Tiere zerschneidet“, monierte Matthias Meyer, Chef der Regionalgruppe Muldental des Naturschutzbundes. Kinne, dem wie den anderen Räten dieser Aspekt der Schutzwand neu war: „Wir sollten die Möglichkeit unserer Hauptsatzung nutzen, sachkundige Bürger in einzelnen Punkten zu Stadtratssitzungen hinzuzuziehen.“

Gewässerschutz

Statt Großveranstaltungen an den Seen wünscht sich Gartentherapeutin Gabriele Meyer ein Kreativzentrum mit Bio-Café, das sich der Gesundheit widmet. Mehrere Abgeordnete bezeichneten die Idee als super. Sie widerspreche dem von ihnen abgelehnten Plan Zochers, wonach unter anderem ein Amphietheater entstehen sollte. Kulisch mahnte an: „Es müsste aber ein Projekt sein, das von den Machern über einen langen Zeitraum ohne großen Profit getragen wird.“

Hochzeitspark

Die Stadt soll laut Grünem Tisch ein Konzept entwerfen , mit dem sich der vernachlässigte Hochzeitspark mehr ins öffentliche Blickfeld rücken lässt. „Das wäre ein Gewinn für unser in jüngster Zeit ramponiertes Image Naunhofs“, meinte Kinne, der kritisierte: „Wir Abgeordnete fordern schon lange ebenso zu anderen Themen von der Verwaltung Konzepte, damit wir wissen, wo unsere Kommune in 20, 30 Jahren stehen soll. Allerdings vergeblich.“ Marcus Blankenburg (UWV) fügte an: „Es gibt aktuell keine Person, die der Verwaltung Weisung gibt.“

Umwelttag

Der jährliche Tag der Umwelt, eine Säuberungsaktion, soll nach Meinung des Grünen Tischs auf den dritten Septembersonnabend verschoben werden. Der jetzige Termin im April sei ungünstig, weil Pflanzen und Tiere gestört würden. Die Stadträte wollen zügig einen entsprechenden Antrag stellen.

Neuer Ausschuss

Der Grüne Tisch möchte künftig als beratender Ausschuss die Geschicke der Stadt mitbegleiten. Kinne: „Dazu müssten wir unsere Hauptsatzung ändern. Das dauert lange.“ Für mehr Bürgerbeteiligung sei es auch sinnvoll, die Kommunalrundgänge wieder einzuführen.

Von Frank Pfeifer

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