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Naunhofer Standesbeamtin: "Umfeld nicht wirklich ideal"

Naunhofer Standesbeamtin: "Umfeld nicht wirklich ideal"

Wer sich traut, der verlässt Naunhof in aller Regel am schönsten Tag seines Lebens. Gemeint sind Brautpaare. Nur die wenigsten von ihnen geben sich das Ja-Wort in der Parthestadt.

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Modernes Trauzimmer: Brigit Bönitz versucht mit Blumen dem Raum etwas mehr Flair zu verleihen. Doch trotz der ansprechenden Illumination bleibt er eher nüchtern. Eine Alternative in einem historischen Gebäude wäre aus Sicht der Standesbeamtin wünschenswert.

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof. Standesbeamtin Birgit Bönitz würde das gern ändern.

Nach wie vor melden viele Naunhofer, Belgershainer und Parthensteiner bei ihr die Eheschließung an. 120 Anträge hatten die Leiterin des Standesamtes und ihre Mitarbeiterin Cathrin Naumann im vergangenen Jahr entgegengenommen. Doch nur 52 Paare gingen im Trauzimmer den Bund fürs Leben ein. Und diese gehörten noch nicht einmal alle zu den 120 Antragstellern, weil das Standesamt Leipzig, wo Heiratswillige oft lange auf einen Termin warten müssen, einige Brautpaare nach Naunhof verweist.

Den Hauptgrund dafür, dass nur ein Drittel der Naunhofer Heiratswilligen ihre Heimatstadt wählen, um den Ehebund einzugehen, sieht Bönitz in den baulichen Gegebenheiten. "Der Trend geht heute zu romantischen Orten, das sind zum Beispiel Schlösser oder Gebäude mit großen Parks, in denen man draußen fotografieren kann", sagt sie. "Unser Umfeld ist in dieser Hinsicht nicht wirklich ideal."

1983 war das Standesamt nach Grimma ausgegliedert worden. Nach dem Rathausbrand holten es sich die Naunhofer 1995 zurück, und zwar ins neue Rathaus. So modern, wie das Gebäude ist, wirkt auch sein Trauzimmer. Zwar versuchen die Standesbeamtinnen, ihm mit Blumenschmuck ein wenig mehr Atmosphäre zu verleihen, doch es bleibt etwas nüchtern. "Hinzu kommt, dass es sich im ersten Stock befindet und die Hochzeitsgesellschaften durch ein Bürogebäude dorthin gelangen. Und der Marktplatz bietet keine Fotokulisse", sagt Bönitz. Vorteilhaft seien hingegen die unmittelbare Nähe zum Stadtgut und zu Hotels, wo anschließend gefeiert werden könne.

"Von den Dankesschreiben her, die wir erhalten, gefallen den Leuten, die bei uns heiraten, sicherlich die Eheschließungen", meint die Standesbeamtin. Sie will aber mehr Paare erreichen und würde sich deshalb weitere Trauräume wünschen.

Die Idee, das Turmuhrenmuseum zu nutzen, tauchte einmal auf. "Sie ist aber momentan auf Eis gelegt", erklärt Bönitz. "Obwohl das zum Vorteil für beide Seiten gewesen wäre, denn das hätte Gäste für das Museum angezogen, und wir hätten etwas für kleine familiäre Eheschließungen gehabt." Die Suche nach Alternativen, die ein historisch-romantisches Ambiente bieten, werde jedoch fortgesetzt, auch in den Ortsteilen und den beiden Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft, für die das Standesamt mit zuständig ist.

Wenigstens einmal im Jahr will das Standesamt schon seit geraumer Zeit etwas ganz besonderes bieten. Stets um den 22. Juni herum ist dort eine Sommernachtshochzeit mit Eheschließung um 23 Uhr möglich. Dann ist das Rathausfoyer geschmückt, ein Leierkastenmann spielt, und ein Feuerwerk steigt in den Himmel. "Aber nur vier bis fünfmal wurde das angenommen", bedauert Birgit Bönitz. "In den vergangenen Jahren konnten wir die Termine zwar auch vergeben, doch sie wurden dann kurzfristig abgesagt. Ich hoffe, dass es dieses Jahr wieder einmal klappt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.02.2014
Pfeifer, Frank

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