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Grimma Naunhofer Wasser bebt nicht mehr
Region Grimma Naunhofer Wasser bebt nicht mehr
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16:35 19.05.2015
Party mit Blickfang: Diese Wasser- und Lichtinstallation war 2010 das Sahnehäubchen der Waterbeats. Quelle: Archiv Frank Schmidt

Die Naunhofer KulturWerkStadt kann keinen Ersatz für die Veranstaltung finden.

Sechsmal in Folge waren die Waterbeats ein Magnet für die Jugend im weiten Umkreis. Veranstalter Marten Tausch verwandelte den Strand in eine riesige Discothek. Im vergangenen Jahr liefen auf der Hauptbühne und in fünf Zelten Goa-Trance, House, Elektro, Techno, Schlager und Black Music bis zum Abwinken. 20 Stunden lang wurde nonstop getanzt.

Was die Besucher freute, ärgerte zahlreiche Anwohner. Im August vergangenen Jahres gingen bei der Polizei massive Beschwerden über die Lautstärke ein. Am zweiten Tag der Party sahen sich die Beamten sogar gezwungen einzugreifen, weil es zu einer Schlägerei unter angetrunkenen Gästen gekommen war und die eigens angeheuerte Security die Lage nicht mehr beherrschte. In der Folge musste die Veranstaltung abgebrochen werden.

Das verursachte Schlagzeilen. Wurden etwa deshalb die Waterbeats aufgegeben? Aus dem Unternehmen von Marten Tausch, der MTS GmbH Leipzig, war gestern lediglich zu erfahren: "Unser Geschäftsfeld hat sich geändert. Die Waterbeats wird es nicht mehr geben." Anja Gaitzsch von der Naunhofer KulturWerkStadt bestätigte: "Der Veranstalter hat dieses Jahr kein Interesse gezeigt. Damit haben wir über den Sommer hinweg leider keine Großveranstaltung am Moritzsee."

Als sich diese Entwicklung abzeichnete, hatte die Kulturverantwortliche der Stadt versucht, eine andere Attraktion an das Gewässer zu holen, das auch als Ammelshainer See oder Autobahnsee bekannt ist. Lange sprach sie mit jemandem, der ein Holy-Music-Festival organisieren wollte in der Art, wie es kürzlich erstmals in Leipzig über die Bühne ging. "Die Gespräche waren weit vorangeschritten, und wir wären sogar eher dran gewesen als die Messestadt", sagte Gaitzsch. Doch die Untere Wasserbehörde habe letztlich einen Riegel vorgeschoben.

Wenn es darum geht, draußen etwas auf die Beine zu stellen, kommt die Sprache stets auf das Trinkwasserschutzgebiet, in dem sich der See befindet. "Jedwede Änderung der Wasserqualität wird nicht zugelassen", erläuterte Gaitzsch. Das farbige, biologisch abbaubare Maismehl, das bei Holy-Festivals massenhaft in die Höhe geworfen wird, dürfe also unter keinen Umständen in den See gelangen. "Unser Gegenargument, dass sich tagtäglich Menschen einölen und baden gehen, spielt keine Rolle", so Gaitzsch. "Bei ihnen handelt es sich um eine Art Bestandsschutz."

Anfragen von Veranstaltern habe sie viele. Doch jedes Mal scheitere die Umsetzung am gleichen Punkt. Nun würden Gespräche laufen, in denen es um ein Fun-Sport-Event im nächsten Frühjahr geht. Gaitzsch: "Wir hoffen, dass wenigstens das möglich ist, weil in diesem Falle der See nicht in Anspruch genommen würde."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2013

Pfeifer, Frank

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