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Grimma Naunhofer Wohnbau GmbH zieht Konsequenz
Region Grimma Naunhofer Wohnbau GmbH zieht Konsequenz
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16:31 19.05.2015
Michael Busch Quelle: Andreas Röse

Mieterhöhungen sind für Geschäftsführer Michael Busch aber derzeit kein Thema.

Für den ersten Bauabschnitt des Gymnasiums hatte die Wohnbau ein Darlehen über zwei Millionen Euro aufnehmen müssen. Der Deutschen Kreditbank (DKB) zahlt sie monatlich 11 000 Euro an Zinsen und Tilgung. Kein Problem, solange die Stadt 12 500 Euro als Miete für das Gymnasium überwies. Mit der Aufhebung aller Altverträge versiegte diese Einnahmequelle jedoch. Rückwirkend zum August vergangenen Jahres muss nun der Träger des Gymnasiums, die Da-Vinci-Campus Naunen gGmbH, 3000 Euro pro Monat an die Wohnbau zahlen.

"Weil das rückwirkend so ist, lässt sich der Kapitaldienst bis zum Jahresende noch deckeln", sagte gestern Busch. So lange gilt der befristete, neue Vertrag mit dem Campus. Danach, so die Vereinbarung, soll der Träger eine ortsübliche Miete zahlen. "4500 Euro stehen zwar im Raum, doch das kann nicht in Stein gemeißelt sein", erklärte der Geschäftsführer. "Wir erarbeiten mit der Stadt einen Mietspiegel. Auf dieser Grundlage sollte eine höhere Miete für das Gymnasium erzielbar sein."

Auch wenn die Miete über 4500 Euro liegen würde, bliebe auf alle Fälle eine Differenz zu den 11 000 Euro Kapitaldienst. "Zurzeit verhandeln wir in Abstimmung mit Stadt und Kommunalaufsicht mit der DKB über Änderungen der Kreditbedingungen", so Busch. "Wir müssen aber auch selbst in alle Richtungen denken. Geplante Investitionen entfallen oder werden verzögert, wie beispielsweise das Malern des nächsten Wohnblocks an der Klingaer Straße. Über Mieterhöhungen wird derzeit jedoch nicht geredet."

Das Gymnasium war das erste Großprojekt der Wohnbau zur Amtszeit Buschs, die im April 2011 begann. "Ich hatte sofort auf die finanziellen Risiken hingewiesen. Nach längeren Diskussionen habe ich mich mit dem damaligen Bürgermeister Herrmann geeinigt, dass die Wohnbau nur den ersten Bauabschnitt mit einem auskömmlichen Mietvertrag über 12 500 Euro übernimmt", sagte er. "Seine Aussage war, die Stadt könne es nicht stemmen, also müsse es die Wohnbau machen." Dass es sich beim komplizierten Vertragswerk zwischen Campus, Stadt und Wohnbau um ein kreditähnliches Geschäft handelte, das die Kommunalaufsicht der Stadt nun untersagte, hätte nach Ansicht Buschs Herrmann wissen müssen. "Der Stadtrat und unsere Gesellschafterversammlung beschlossen, dass wir den ersten Bauabschnitt errichten sollten, und die Gesellschafterversammlung wies mich dazu an", erläuterte er. "Wir haben das Projekt super umgesetzt, sind in Bauzeit und Baukosten geblieben. Damit war die Sache für mich erledigt."

Durch die Aufhebung der Verträge könnte theoretisch die Stadt die bisher gezahlte Miete von der Wohnbau zurückfordern; in zehn Monaten sind schon 125 000 Euro aufgelaufen. "Dann wäre die Liquidität unserer GmbH nicht mehr gegeben", sagte Busch und entwarnte zugleich: "Ich habe aber die Zusage von Bürgermeister Zocher und der Kommunalaufsicht, dass dieses Geld nicht zurückgezahlt werden muss. Es soll als Einlage unseres alleinigen Gesellschafters, also der Stadt, im Unternehmen verbleiben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.07.2013

Pfeifer, Frank

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