Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Naunhofer bauen Schutzzaun für Erdkröte, Teichmolch & Co.
Region Grimma Naunhofer bauen Schutzzaun für Erdkröte, Teichmolch & Co.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:50 28.02.2016
Einsatz für Erdkröte, Teichmolch & Co.: Vereinsmitglied Ulrike Grünwald gehört zu dem Dutzend Naturschützer, das den Amphibienschutzzaun vollendet hat. Quelle: Roger Dietze
Anzeige
Naunhof

Anfang des Monats musste in Naunhof in punkto Amphibienschutz alles ganz schnell gehen. „Am 6. Februar haben wir kurz entschlossen ein erstes Teilstück unseres Schutzzaunes am Naunhofer Ortsausgang Richtung Ammelshain gesetzt, weil überfahrene Erdkröten darauf hindeuteten, dass die Wanderung in diesem Jahr aufgrund des milden Winters vorzeitig eingesetzt hat“, berichtet Matthias Meyer. Am vergangenen Sonnabend nun vollendete der Vorsitzende des beim Naturschutzbund (Nabu) angesiedelten Naunhofer „Vereins zum Schutz und der Erhaltung der Natur und der Muldenlandschaft“ gemeinsam mit einer reichlich zehnköpfigen Helferschar das Werk auf weiteren rund 400 Metern beiderseits der Ammelshainer Straße. Dass der von Meyer als „Nacht-und-Nebel-Aktion“ bezeichnete außerplanmäßige Einsatz keinen Tag zu früh erfolgte, zeigten die darauf folgenden Leerungen der Eimer. „Innerhalb von drei Tagen haben wir reichlich 70 Erdkröten umgesetzt“, so der 56-Jährige.

Da die Hauptwanderzeit der Tiere in den frühen Morgenstunden und damit im Berufsverkehr liege, habe man nach Lage der Dinge viele Kröten vor dem sicheren Tod bewahren können. Ein Tod, der nicht ausschließlich in Gestalt von über sie hinwegrollenden Autoreifen daherkomme. „Die meisten Tiere finden vielmehr dadurch ihr Ende, dass sie durch den von den Fahrzeugen erzeugten Luftzug gegen den Fahrzeugunterboden geschleudert werden“, erläutert Meyer. Um dieses Schicksal im Naunhofer Forst so vielen Amphibien wie nur möglich zu ersparen, hatte der vor knapp zweieinhalb Jahrzehnten gegründete Verein mit Hilfe von Fördergeldern vor einigen Jahren einen rund 400 Meter langen Zaun angeschafft, der seit 2013 ein Jahr ums andere von den Vereinsmitgliedern kurz vor dem Frühjahr entlang der Ammelshainer Straße installiert wird.

„Wir haben aber bereits im Vorjahr festgestellt, dass eine Hauptroute offensichtlich im Bereich der S-Kurve liegt und den Zaun aus Eigenmitteln entsprechend verlängert“, so Meyer. Vermutlich wählten die Tiere diese Route, um auf ihrem Weg zu den Naunhofer Seen und den in deren Umfeld liegenden Laich-Tümpeln dem Wassergraben entlang der Ammelshainer Straße aus dem Weg zu gehen. Neben der Erdkröte finden die Vereinsmitglieder alljährlich in den Eimern Spring- und Grasfrösche und hin und wieder auch Teichmolche und sogar den hierzulande eher selten anzutreffenden Moorfrosch. Bis in den Mai hinein werden Matthias Meyer und seine Mitstreiter täglich zwei Mal Tiere auf die andere Straßenseite umsetzen. „In manchen Jahren haben wir bis zu 400 Kröten, Molche und Frösche in den Eimern gefunden, aufgrund der Feuchtigkeit der vergangenen Wochen gehen wir wieder von einer starken Wanderungsbewegung aus“, so der Vorsitzende, dessen Vereinsmitglieder damit jede Menge zu tun bekommen werden. Denn mit dem Umsetzen der Amphibien ist es nicht getan, vielmehr bestimmen die Naunhofer Naturschützer bei dieser Gelegenheit auch das Geschlecht der Tiere. „Allein schon die Bestimmung der Tiere ist oftmals kompliziert, da die einzelnen Arten unterschiedliche Färbungen aufweisen“, so Meyer.

Von Roger Dietze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Wurzen Kuscheltier-Spende für Diakonie - Tröste-Teddys für Kinder in Not

Notfallseelsorger Tommy Schmidt spendet 22 Teddys für die Notfallseelsorge der Diakonie Leipziger Land. Für 27 Notfallseelsorger sind 22 Teddys nicht viel. Bei der Diakonie hofft man auf weitere Spenden von Privatpersonen oder Firmen.

27.02.2016

Der Fehler bei der Finanzierung der Kultur im ländlichen Raum in Sachsen liegt im System. Das hat Landrat Henry Graichen (CDU) bei einer Diskussionsrunde unter dem Motto „Sachsens Kultur – Räume, Möglichkeiten, Perspektiven“ klargemacht. Zu der Veranstaltung hatte die Linken-Landtagsfraktion ins Bornaer Stadtkulturhaus eingeladen.

26.02.2016

Ein Organisationsteam bereitet derzeit den 725. Geburtstag des Grimmaer Ortsteiles Großbothen vor. Gegenwärtig wird noch am Veranstaltungsprogramm gefeilt. Eine Festwoche ist vom 13. bis 21. August geplant. An einem historischen Abend wollen die Großbothener sich an ihre Wurzeln erinnern.

26.02.2016
Anzeige