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Grimma Naunhofer kämpft gegen Wildwuchs in Parthe
Region Grimma Naunhofer kämpft gegen Wildwuchs in Parthe
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13:58 19.05.2015
Vom Fluss nichts mehr zu sehen: Michael Hoffmann zeigt auf das wuchernde Schilf oberhalb der Parthe-Brücke. Quelle: Andreas Röse

Weil ihm gegenüber niemand reagierte, wandte er sich diese Woche an die LVZ. Und wie die Zeitung im Laufe der Recherchen erfuhr, soll zügig Abhilfe geschaffen werden.

Hoffmann steigt hinab zum Ufer und zeigt auf das wuchernde Schilf. "Auf 30 Meter Länge ist die Parthe hier komplett dicht", sagt der Naunhofer, der zugleich Schatzmeister beim Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen ist. Das mag vielleicht nicht dramatisch klingen, aber nach seinen Worten lässt der Bewuchs die Hochwassergefahr steigen.

"An dieser Stelle wird die Fließgeschwindigkeit deutlich reduziert", erklärt er. Das führt vor allem im Bereich vor dem Schilf, aber auch im Bewuchs selbst zu Ablagerungen von Sand. Außerdem wächst durch die geringere Fließgeschwindigkeit das Gras vom Rande her ins Wasser. Das heißt, das Flussbett verkleinert sich, die Parthe tritt schneller über die Ufer."

Verstärkt werden könnte das Phänomen durch einen Sturm, wie er oft zu einem Unwetter gehört. Hoffmann: "Die Parthe kommt aus dem Wald. Wenn Äste und Zweige von den Bäumen fallen und vom Fluss mitgebracht werden, verfangen sie sich im Schilf. Beim nächsten größeren Regen könnte die Stelle wie eine Staumauer wirken." Schon jetzt bleibe anderes Kleinzeug wie Gras und Müll im Schilf hängen.

Die Gefahr bestätigt Anrainer Andreas Pabst. Er ist immer am meisten betroffen, wenn die Parthe verrückt spielt. Auch im Juni vergangenen Jahres drang die Schlammbrühe in die Wohnung. "Zwar wurde in der Parthe immer gegen Ende Oktober, Anfang November das Schilf abgeschnitten, aber nicht tief genug", erklärt er und fordert: "Es müsste einmal mit den Wurzeln rausgenommen werden." Auch Laub würde sich im Schilf absetzen. "Dann saufen wir bei Hochwasser ab. Mit dem Schaden stehen wir alleine da", so der 54-Jährige.

Hoffmann setzt sich für eine Sohlkrautung ein, wie sie die Stadt kürzlich an der Faulen Parthe vornehmen ließ. Im Falle der Parthe ist aber die Flussmeisterei der Landestalsperrenverwaltung (LTV) zuständig. "Dort verwies man mich an den Landkreis, weil ihm die Brücke gehört und er erst den Unrat unter ihr beseitigen müsse. Ansonsten würde der flussaufwärts liegende Bereich nach dem Ausbaggern gleich wieder versanden", berichtet Hoffmann und schiebt nach: "Dieser Argumentation kann ich nicht folgen, zumal kaum Müll unter der Brücke liegt."

Dennoch wandte er sich ans Landratsamt, wo ihm versprochen worden sei, sich der Sache anzunehmen und sich dann bei ihm zu melden. "Gehört habe ich dann nichts mehr von dort."

Also fragte die LVZ nun bei LTV und Landratsamt nach; die Kreisbehörde antwortete. Sie habe sich mit Straßen- und Flussmeisterei die Sache inzwischen angesehen und bestätige die Sedimentablagerungen. Eine Beräumung sei aber nur für den gesamten Abschnitt sinnvoll, um zu vermeiden, dass sich ausgebaggerte Stellen sofort neu zusetzen. "Es wurde sich daher mit der Flussmeisterei auf eine konzertierte Aktion verständigt", teilte Sprecherin Brigitte Laux mit. Diese sei eventuell noch in diesem Jahr möglich, da eine Sohlberäumung, sofern kein Hochwasser vorliegt, unabhängig von der Witterung erfolgen könne. Im Übrigen sei der Bereich der Brücke, für den das Landratsamt zuständig ist, weder verkrautet, noch liege dort Müll.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.11.2014
Pfeifer, Frank

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