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Naunhofer setzen Zeichen: Wir sind anders

Naunhofer setzen Zeichen: Wir sind anders

Um in Zukunft ein noch stärkeres Instrument für die Integration von Flüchtlingen zu werden, beschloss der seit dem Frühjahr existierende Naunhofer Unterstützerkreis, einen eigenen Verein ins Leben zu rufen.

Treffen des Unterstützerkreises am Pfarrhaus: Zur besseren Hilfe für Flüchtlinge will er jetzt einen Verein gründen.

Quelle: Steffen Barthel

Naunhof. Er soll politisch, ethnisch oder religiös Verfolgten helfen, speziell jenen, die temporär oder dauerhaft in der Stadt eine Bleibe finden. Zur Gründungsversammlung am 24. August ab 18 Uhr im Begegnungszentrum Naunhof, Markt 6, sind alle eingeladen, die sich positiv interessieren. Der Name des Vereins muss im Anschluss erst anerkannt werden, nach Vorstellung der Initiatoren soll er Vielfalt-Leben-Naunhof lauten.

Einer derer, die maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt sind, ist Stadtrat Michael Eichhorn (Linke). Er erinnert an die nach seinen Worten "schlechte Kommunikation der zuständigen Stellen" im Vorfeld der Umwandlung der Pension Paulchen in eine Gemeinschaftsunterkunft, in der am 28. Mai die ersten von 30 Flüchtlingen einzogen. Seitdem würden in Naunhof Bedenken und Unsicherheiten in der Bevölkerung gegenüber den neuen Stadtbewohnern bestehen. "Und doch haben sich einige Naunhofer vom ersten Tag an ein Herz gefasst und sich Gedanken darüber gemacht, wie man den Flüchtlingen ihre Ankunft erleichtern könnte. Sie wollten auch ein Signal gegen die wachsende Intoleranz in vielen sächsischen Städten setzen, nach dem Motto ,Wir sind anders!'", erklärt Eichhorn.

Er sieht eine Tendenz hin zu weiteren rassistischen Protesten, zu tätlichen Übergriffen auf Asylbewerberunterkünfte und sogar auf die Flüchtlinge selbst. Der Ton verschärfe sich, die öffentliche Debatte werde mehr und mehr durch unbegründeten Hass auf alles Fremde bestimmt. "Diese Tatsache führte bei vielen Naunhofern zur Erkenntnis, dass es nicht ausreicht, seine Gegenposition nur mit Worten zu bekräftigen, sondern dass sie gleichzeitig mit direkter Hilfe unterlegt werden muss", so Eichhorn. Die Forderung nach einer toleranten Gesellschaft dürfe keine Floskel bleiben, sondern müsse aktiv gelebt werden.

Das erste längere Treffen der Unterstützer mit den Flüchtlingen habe es am 13. Juni während einer Spendensammlung gegeben. Spontan hätten die Heimbewohner die Helfer zu einem Abendessen eingeladen. Eichhorn: "Menschen, die vor unvorstellbaren Bedingungen, unter Einsatz ihres Lebens, zu uns geflüchtet sind und über geringe finanzielle Mittel verfügen, haben weder Kosten noch Mühen gescheut, ein regelrechtes Festmahl auszurichten. Die Selbstverständlichkeit, mit der die Flüchtlinge dies taten, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, war uns ein bedenkenswertes Beispiel für wahre Gastfreundschaft und ein Antrieb, diese Menschen mit der gleichen Selbstverständlichkeit in unserer Gesellschaft aufzunehmen, mit der diese es tun würden."

Mittlerweile gehören nach Eichhorns Angaben 35 Personen zum festen Kern des Unterstützerkreises, hinzu kämen über 70 Sympathisanten. Getroffen werde sich regelmäßig, erste Ideen seien von der bloßen Theorie in die Praxis überführt worden. Dazu gehöre ein Schwimmkurs in der Sachsen-Klinik, der am 11. September beginne und wegen der Nähe zu den Seen dringend notwendig sei. Am 29. August sei, während der Vorbereitungen eines Kennenlernfestes am 30. August, ein lockeres Verkehrstraining im Alten Kranwerk in Kooperation mit der ansässigen Fahrschule Hanke vorgesehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2015
Frank Pfeifer

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