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Grimma Naunhofer sollen künftig pflanzen dürfen
Region Grimma Naunhofer sollen künftig pflanzen dürfen
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08:06 30.08.2018
Alles andere als ein Hingucker: Die Baumscheiben in der Wurzener Straße sind mit Mulch abgedeckt, teilweise ist das darunter liegende graue Vlies zu erkennen. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

„Die Begrünung von Baumscheiben durch Anwohner ist in Naunhof derzeit verboten. Wir möchten eine Änderung anregen, damit sie keine toten Mulchflächen oder Unkrautrondelle bleiben, sondern Bienenweiden werden“, sagt Helge Heinze vom Grünen Tisch. Zur jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Umwelt und Naturschutz wurde das Thema deshalb diskutiert. Nun zeichnet sich eine Abkehr von der gängigen Praxis ab.

Pflege schon möglich

„Unsere Baumscheiben sind wahrlich nicht die schönsten“, räumt der amtierende Bauamtsleiter Thomas Hertel ein. „Wir verfolgen deshalb schon lange das Ziel, private Leute für die Pflege heranzuziehen. Wer Interesse hat, kann sich bei uns im Rathaus melden und erhält eine Plakette, mit der der jeweilige Baum gekennzeichnet wird. So sehen dann Fremde und der Bauhof, dass jemand die betreffende Scheibe pflegt.“ Auf diese Weise ließe sich doppelte Arbeit vermeiden.

Eine der wenigen Ausnahmen: Der Verein des Turmuhrenmuseums hat die Baumscheiben vor seiner Einrichtung hübsch gestaltet. Quelle: Thomas Kube

Beschränkung beim Pflanzen

Bei Bepflanzungen existieren bislang hingegen Beschränkungen. Die einen nannten es Wildkräuter, die anderen Unkraut, was vor Jahren an der Breiten Straße auf Privatinitiative hin in die Rabatten gesetzt worden ist und zu einigen Kontroversen führte, bis die Kommune die Reißleine zog. Ohne dieses Beispiel zu nennen, sagte Hertel jetzt: „Es hat nicht immer jedem gefallen, was gemacht wurde, und das fiel jedes Mal auf die Stadt zurück.“ Ungünstig sei es, wenn jeder alles in die Erde bringen dürfe, denn die Menschen hätten unterschiedliche Empfinden.

Detaillierte Betrachtung

So sieht es auch Stadträtin Gabriele Wegel (CDU). „Die einen sagen, Wiesen seien schön. Die anderen mögen Mulch, Kies oder Beton“, warf sie ein. Wenn es um eine Begrünung der Baumscheiben geht, müsse bei jedem Straßenzug einzeln betrachtet werden, welche Pflanzen dort ideal sind. Laut Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) darf nichts dorniges dabei sein, „damit sich kein Radfahrer, der vorbeikommt, die Jacke aufreißt.“ Auch seien größere Büsche tabu, die die Sicht im Straßenverkehr behindern.

Aufruf an Naunhofer

Bevor nun die Bepflanzung für die Bevölkerung freigegeben wird, verständigte sich die Runde darauf, als Grundlage das Interesse abzufragen. Es soll ein Aufruf im Amtsblatt erscheinen, um abzuklären, um wie viele Scheiben sich überhaupt Bürger kümmern wollen. Auf Anregung der Abgeordneten Doris Meinel (FDP) werden in dem Aufruf gleich alle Auflagen genannt, um massenweise Rückfragen zu vermeiden. Denn nach wie vor, das ist schon jetzt sicher, wird nicht jeder gärtnerische Kunstgriff erlaubt sein. „Es wird weiterhin der Stadt obliegen, den Baum zu verschneiden“, stellte Hertel klar. Vorgekommen sei es schon, dass Bürger Kronen entfernt haben.

Alle Eckdaten zu möglichen Patenschaften oder gar Pflegeverträgen will die Stadt auf Bitte von André Engelhardt (Bündnis 90/Grüne) mit dem Grünen Tisch absprechen. Erst dann soll der Aufruf an die Bevölkerung veröffentlicht werden.

Von Frank Pfeifer

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