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Naunhofs Ladegastorgel entsteht noch einmal

Naunhofs Ladegastorgel entsteht noch einmal

Nicht Orgeltöne sind es, die derzeit in der Naunhofer Stadtkirche aufhorchen lassen, sondern es ist das Kreischen der Kreissäge. Die steht auf der Empore. Ein paar Schritte davon deutet auch die Hobelbank darauf hin, dass hier Späne fallen.

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Orgelbauer in der Naunhofer Stadtkirche.

Quelle: Andreas Läbe

Naunhof. Und wo Späne fallen, wird bekanntlich gearbeitet. In der Stadtkirche arbeiten gleich vier: die Orgelbauer Raymond Herzog, Friedemann Schwarzenberg, Martin Paul und Praktikant David Goßmann.

Die Männer sind von der Orgelbauwerkstatt Wegscheider in Dresden und errichten das Orgelgehäuse der Ladegastorgel wieder. Das Instrument, dessen Mechanik und Pfeifen von der Orgelbauwerkstatt zur Restaurierung nach Dresden „entführt“ worden sind, ist ein Star. Friedrich Ladegast (1815-1905) gilt neben Gottfried Silbermann als einer der bedeutendsten Orgelbauer Deutschlands. Sein Lebenswerk umfasst über 200 Orgeln.

Abgebaut werden musste auch das ganze Gehäuse der Orgel, weil sich der Fußboden unter der gesamten Anlage gesenkt hatte. Nachdem der Untergrund in den vergangenen Wochen wieder stabilisiert und in Waage gebracht worden ist, kann nun zunächst das Orgelgehäuse wieder an seinen alten Platz zurückkehren.

Für Raymond Herzog und dessen Kollegen war der Wiederaufbau auch mit einigen Überraschungen verbunden. „Als wir uns die Prospektrahmen nach der Demontage näher betrachteten, fiel auf, das Teile der ursprünglichen Verzierung offensichtlich schon lange fehlten. Wir haben die Holzverzierungen jetzt detailgetreu nachgefertigt und damit das Bild der ursprünglichen Prospektrahmen vervollständigt“, sagt er.

Sichtbar sind die Spuren der Restaurierung jetzt auch schon am Spieltisch, der – wie Kantor Marcus Friedrich weiß – durch den Zahn der letzten hundert Jahre „enorm geschunden“ war und der jetzt liebevoll restauriert wieder eingebaut wird. „Das ist schon was Besonderes, wenn man miterleben kann, wie sich so ein historisches Instrument aus vielen Einzelteilen noch einmal zum Ganzen fügt“, sagt Friedrich. Er weiß auch von bemerkenswerten Anekdoten zu berichten, die belegen, dass die „Operation Orgel“ in der Stadtkirche ein ganz spannende Angelegenheit ist. So hat sich zum Beispiel herausgestellt, dass es sich bei der „Spendenpfeife“, die jahrelang im Kirchenschiff als Sammelbehälter für Geldspenden zur Verfügung stand, um eine original Ladegast-Orgelpfeife handelt. Die Untersuchung der Registerzug-beschriftungen hat ergeben, dass hier original Meißener Porzellan verwendet worden ist. Fehlende Beschriftungen werden zurzeit in Meißen nachgefertigt. Gefunden wurde schließlich auch im Kirchenarchiv die originale Abnahmeurkunde der Orgel, datiert von 1882. Für die Orgelbauer ist das eine wichtige Quelle bei der Restaurierung.

Fest steht auch schon, wie das Orgelgehäuse farblich neu gestaltet werden soll. Herzog: „Wir haben mehrere Befunde geprüft und Proben getestet. Das Anliegen ist, dass das Orgelgehäuse farblich mit den Farben der Innenarchitektur der Kirche, beispielsweise auch mit der Emporenbrüstung, korrespondiert.“

Im April sollen die ersten Register der Ladegastorgel, denen sich die Restauratoren in der Orgelbauwerkstatt Wegscheider in Dresden widmen, originalgetreu wieder eingebaut werden. Dann wird das Instrument – vorerst eingeschränkt – wieder spielbar sein. Der Förderverein zur Restaurierung der Ladegastorgel baut auch weiterhin auf große Spendenbereitschaft, damit das Instrument in absehbarer Zeit wieder mit seinem ganzen Klang zu hören sein kann.

Andreas Läbe

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