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Naunhofs Wald ist ein Filter

Naunhofs Wald ist ein Filter

Wer etwas so Wertvolles wie Wasser bewegt, den bewegt natürlich auch der elementare Schutz des Lebensmittels Nummer 1. Die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) investieren deshalb nicht nur in ein modernes Leitungs- oder Anlagennetz, sie sorgen sich auch um den Ort, wo das Lebenselexier herkommt, den Wasserschutzwald um Naunhof.

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Der Wald um Naunhofs Wasserwerke hat Filterfunktion.

Naunhof. Viel zu tun hatten in den vergangenen Wochen Forstfachleute rund um das Wasserwerk 2: Kiefern und Lärchen, die nicht mehr stabil waren, wurden entnommen, der Wald gezielt ausgelichtet – über eine Fläche von zehn Hektar erstreckten sich diese Maßnahmen im Naunhofer Forst. Doch warum wurden vor allem Nadelbäume entfernt? Einer der Fachleute, die sich mit diesen Fragen gut auskennt, ist Andreas Jäger. „Waldboden kann Regenwasser speichern und reinigen, bis es dann schließlich ins Grundwasser gelangt. Bei diesem Vorgang spielt der so genannte Grundwasserflurabstand, also der Abstand zwischen der Gelände- und der Grundwasseroberfläche, eine wichtige Rolle“, erläutert der KWL-Biologe.

In Naunhof ist diese Schicht nicht sehr dick und müsse deshalb besonders geschützt werden. „Laubwälder haben für das Wasser jedoch eine stärkere Filterwirkung als Nadelwälder“, so Jäger. „Denn Böden unter Laubwald sind biologisch aktiver als solche unter Nadelwald. Zudem können sich an den ganzjährig vorhandenen Nadeln mehr Schadstoffe aus der Luft anlagern, als an den nur saisonal vorhandenen Blättern der Laubbäume. Während Blätter unsere Luft reinigen und schädliche Partikel herausfiltern, werden Schadstoffe, die an Nadeln haften, vom Regen schneller abgewaschen. Das kann den Boden belasten. Hinzu kommt: Sind die Nadeln schließlich abgefallen, verwittern sie schwerer als Laub. Die Vorteile eines Mischwaldes liegen also auf der Hand.“

In Naunhof müsse er Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden. Denn dort gibt es sogar Standorte mit Nadelbäumen, die zu DDR-Zeiten als Monokultur angepflanzt wurden. Ausgelichtet und nachgepflanzt wird seit 2005 verstärkt. An manchen Standorten heben sich die jungen und gesunden Bäume schon deutlich von den älteren ab. Langfristig betracht sei die Entwicklung eines ökologisch wertvollen Laubmischwaldes natürlich eine Generationsfrage. Doch generell sind die KWL-ler froh über den Zustand von Wald und Boden in Naunhof.

Neben wasserschutzgerechter Waldwirtschaft unterstützt das Unternehmen über Vertragsbetriebe im Bereich ihrer Wasserschutzzonen zudem ökologischen Landbau und weitere wasserschutzgerechte Landnutzungsformen rund um Naunhof. Das soll auch künftig so bleiben. Denn die Aufbereitung von verunreinigtem Rohwasser wäre sehr kostenintensiv. Bis heute decken die vier Großwasserwerke in der Muldentaler Region – Naunhof 1 und 2, Canitz, Thallwitz – zwei Drittel des Bedarfs des KWL-Versorgungsgebietes über das Grundwasser des urzeitlichen Muldetales ab. Noch heute würdigt man den Bau des ersten Naunhofer Wasserwerkes durch Adolf Thiem im Jahre 1887 als einen Meilenstein in der Trinkwasserversorgung. Trotz aller Vorsorge wird das Lebensmittel Nummer 1 mehrmals täglich kontrolliert. Dafür werden in den Wasserwerken, an ihren Ausgängen und im Trinkwassernetz, Proben genommen und mikrobiologisch sowie chemisch analysiert. So sorgt das so genannte Multi-Barrieren-Prinzip für einen konsequenten Schutz, begonnen im Einzugsgebiet bis hin zur ordnungsgemäßen Speicherung und Verteilung des Trinkwassers.

Ingrid Hildebrandt

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