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Nerchauer Bierbrauerei tüftelt an neuer Quittenbrand-Sorte

Frisch gezapft Nerchauer Bierbrauerei tüftelt an neuer Quittenbrand-Sorte

Viele haben es vermisst: Zu den 2. Grimmaer Airlebnistagen in Nerchau gab es kein einheimisches Bier. Doch bei einer möglichen dritten Auflage soll es wieder mit im Boot sein. "Die Zeit war zu knapp, und wir konnten uns nicht einigen", bedauert der Veranstalter Sachsen-Ballooning. Der Nerchauer Brauherr Jochen Rockstroh (55) war jedoch darüber nicht "verschnupft".

Geschmacklich einfach anders: Braumeister Pieter Rosenlöcher und Inhaber Jochen Rockstroh sorgen für einheimisches Bier aus Nerchau.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Nerchau. Er präsentierte sich mit einem Stand auf den Airlebnistagen, nur eben ohne Bier. "Wir produzieren 1600 Bierfässer zu je 50 Litern pro Jahr", sagt der in Wurzen geborene Brauhausinhaber. Frisch Gezapftes aus Nerchau gibt es seit 2011. Inzwischen liefert das Unternehmen seine Biersorten in Leipziger Szenelokale wie in die naTo, aber auch in vegane Restaurants wie Symbiose sowie in Bioläden nach Leipzig und Dresden. "Im Vergleich zu den großen Brauereien produzieren wir sehr geringe Mengen", erklärt der gelernte Schlosser und studierte Maschinenbauer. "Wer unser Bier einmal probiert hat, der liebt es auch, weil es einfach anders schmeckt, als die bekannten Sorten", sagt Jochen Rockstroh.

"Ob Pils, Hefeweizen oder Pumpernickel – die elf Sorten sind weder filtriert noch pasteurisiert, dafür umso ausgereifter", erklärt der diplomierte Braumeister Pieter Rosenlöcher (30). Er weiß, wovon er spricht. Schließlich lernte er in der Freiberger Brauerei und arbeitete bei Hasen-Bräu in Augsburg, bevor der Oschatzer sein Studium 2011 beendete. Derzeit ist er am Tüfteln für eine neue Biersorte. "Wir können nur am Markt bestehen, wenn wir etwas besonders anbieten", so Jochen Rockstroh, der im nächsten Jahr weiter in seine Brauerei investieren will. Derzeit arbeiten in seiner Firma ein Braumeister, ein Brauer, ein Lehrling und ein Praktikant. "Wir haben das Problem, dass wir zu wenig Tanks besitzen. Darin muss das Bier reifen, so dass diese Tage und Wochen blockiert sind", sagt er.

Vier neue Tanks sollen eingebaut werden. Bis dahin kann nur zweimal in der Woche gebraut werden. "Gegenwärtig bin ich auch in Verhandlung mit einer Spezialitätenbrennerei in Dresden, die Bierbrand herstellen kann. In diesem Jahr versuchen wir es erst einmal mit einem Quittenbrand", schwärmt er. Denn als er vor zehn Jahren das Domizil in Nerchau erwarb, baute er 140 Obstbäume an. Später erwarb er über Erbpacht das Schloss Trebsen, und seit drei Jahren betreibt er dort eine Gaststätte. Auch auf Mittelaltermärkten ist er anzutreffen. Für Märkte im In- und Ausland zimmerte er Verkaufsstände. "Wir wollen unseren Gästen im Schloss Trebsen vor allem regionales Essen und Trinken anbieten", wirbt er für die Gastronomie im Schloss. Bekannt ist das Schloss Trebsen auch durch die Highland Games. Extra dafür wurde ein Bier gebraut, das sogenannte "Schottendicht". Es wird mit schottischer Hefe und schottischem Malz angesetzt und sei bestens geeignet zum Mixen mit Met und Kirsch.

Gegenwärtig werde jedoch der Doppelbock produziert. "Es ist ein Winterbier, untergärig, dunkel, caramelig und süffig", beschreibt der Braumeister. Im Gegensatz zum normalen Pils liege der Alkoholgehalt fast beim Doppelten, beträgt 7,2 Prozent. Über ein überregionales Interesse an seinem Bier braucht er sich nicht zu beklagen. Bei den Markttagen und dem Weihnachtsmarkt in Leipzig mischte er schon mit. Nur in der Region hat er noch nicht Fuß gefasst, das zeigten die Airlebnistage und auch der schlechte Platz auf dem vergangenen Stadtfest in Grimma, wie er sagte.

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