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Nerchauer Brauhaus eröffnet

Nerchauer Brauhaus eröffnet

Grimma/Nerchau. „Nerchau hat wieder eine Brauerei", freute sich Ortsvorsteher Uwe Cieslack zur Eröffnung des Nerchauer Brauhauses, das Jochen Rockstroh als Inhaber mit einem Hoffest volksfestartig feierte.

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 Doch offenbar war das erste Bier von Cieslack, der vom Outfit her gar in Gestalt eines „Ortsfürsten" daher kam, schal. Wie sonst ließe sich sein Aufbegehren erklären. „Was ist denn hier los", überzog er das Hoffest mit düsteren Stimmungswolken. „Wieso wird denn hier schon gesoffen? Das kann ja wohl nicht wahr sein! Das Bierbrauen ist ein Privileg und wird nur vom Fürsten – also von mir – verliehen! Und das getan zu haben, daran kann ich mich nicht erinnern." Dass der Ortsfürst dann seine Getreuen, sprich die Stadträte, anwies, alles, was da ausgeschenkt werden soll, unverzüglich zu konfiszieren, ging im Gelächter der Massen unter. „Aber so sind nun einmal die Nerchauer", kam Cieslack wieder in der Gegenwart an, „die halten sich an keine Regeln". Was aber eine ebenso lange Tradition sei, denn der Nerchauer Eigensinn habe schon vor Jahrhunderten zu einem Bierkrieg mit Grimma geführt, wusste Cieslack zu berichten, bevor er dann doch besagtes Privileg an Rockstroh sogar schriftlich verlieh. Ging es doch um das Wiederbeleben einer alten Tradition. Und dafür lehnte sich sogar Oberbürgermeister Matthias Berger weit zum Fenster raus, obgleich er nach eigenem Bekunden kein Bier trinke.

 

 

„Der Obstsaft von Dürrweitzschen gehört schon zu Grimma, nun auch das Bier aus Nerchau. Fehlt nur noch der Otterwischer Käse." Aber mal ehrlich, so auch Berger wieder auf dem Boden der Tatsachen, „ich finde die Idee nicht nur mutig, das hier ist ein Gewinn für die ganze Region". Nicht viel anders sah es Horst Lorenz, seines Zeichens Braumeister der alten Schule mit Wirkungsbereich Cannewitz, zuletzt bis 1990 sogar Chef der dortigen Brauerei. Mitnichten wollte er dem jetzigen Brauer in den Braubottich spucken. „Aber mit Braukunst, wie sie früher noch ein Zunftberuf und Handwerk war, hat diese hochmoderne Anlage nichts mehr zu tun." Was jedoch keine Auswirkung auf die Qualität habe. „Das Bier schmeckt wirklich, besonders das Pumpernickel", gab es Lob aus berufenem Munde. Dieses Schwarzbier war der heimliche Favorit. „Weil es 1974 in Cannewitz extra zur 1000-Jahrfeier von Nerchau gebraut wurde und deshalb irgendwie hierher gehört", so Rosemarie Haus vom Heimatverein.

Das Hoffest hat sich aber auch für Rockstroh gelohnt. Von Stefan Hecht bekam er ein Buch über die Biere der Welt, „wozu hoffentlich bald auch das Nerchauer gehört". Und der Nerchauer Apotheker Volker Korn überreichte ein daheim im 20-Liter-Topf selbst gebrautes Bier. Während sich Sabine Manzke für den auf Papier schematisch dargestellten Brauvorgang interessierte. „Nee, ich will deswegen nicht selbst Bier brauen, das überlasse ich den Profis und kaufe es lieber hier."

Frank Schmidt

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