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Nerchauer verabschieden Erzieherin

Nerchauer verabschieden Erzieherin

Die Erstklässler ernannten sie zum Schlafchef. Was zunächst nicht wie ein Kompliment klingt, spricht auf jeden Fall für ihre Konsequenz: Erzieherin Karin Winkler gelang es nach dem Mittagessen immer in besonderer Weise, selbst den größten Zappel-Philipp ins Reich der Träume zu schicken.

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Bewegender Abschied von Karin Winkler.

Quelle: Kerstin Tronicke

Nerchau. Umso aufgeweckter waren die Steppkes jetzt, als der 61-Jährigen ein Abschied in den Ruhestand zuteil wurde, an den die verdienstvolle Kollegin nicht mal in ihren kühnsten Träumen zu hoffen wagte.

Hauptamtsleiterin Martina Lehnigk fungierte als Lockvogel. Sie hatte die Erzieherin per Brief zu einem angeblich geplanten „abschließenden Personalgespräch“ ins Bürgerzentrum gelotst. Als die ahnungslose Ruheständlerin eintraf, traute sie ihren Augen nicht: Kinder, Eltern und Großeltern spendeten ihr im voll besetzten Saal Beifall. Ehe die Erzieherin etwas sagen konnte, geleitete man sie auch schon zum extra aufgestellten Königsthron in der ersten Reihe. Von hier aus erlebte die Überglückliche ein etwa einstündiges Programm, das nur für sie einstudiert wurde. Kerstin Tronicke, die Leiterin der Kita „Gans schön fit“, hielt die Laudatio. Der kleine Jakob Eißner trat als Zauberer auf und spielte zur Feier des Tages sogar auf dem Akkordeon. Paul Maurer, ebenfalls ein Hortkind, blies Trompete. Und die Kolleginnen überreichten einen Korb mit Orchideen, die Karin Winkler doch so liebt. Die wiederum wünschte sich nur eines: Herz bleib stehen!

Als pädagogische Hilfskraft begann sie damals im Kinderheim Gaudichsroda. Mit ihren 18 Jahren war sie nur unwesentlich älter als die ihr anvertrauten Mädchen und Jungen. Es folgte die Ausbildung zum Teilerzieher, ehe sie im Fremdiswalder Hort einstieg. „Der Schulhort auf dem Lande steckte zu der Zeit noch in den Kinderschuhen. Die meisten Schüler gingen nach dem Unterricht heim – zu den Eltern oder Großeltern. Damals wohnten ja noch alle beieinander.“ Bevor der Hort in die einstige Wohnung von Schuldirektor Erich Rudolph umzog, war die Einrichtung in ganz normalen Klassenzimmern untergebracht: „Wir machten es uns trotzdem schön. Bastelten Untersetzer, bemalten Holzbrettchen, gestalteten Tiere aus Kastanien und kletterten auf den Schmiedeberg. Dort tollten wir herum oder breiteten eine Decke aus, auf der ich vorlas.“ Parallel besuchte sie das Institut für Lehrerbildung und qualifizierte sich zur Horterzieherin. Gern erinnert sich die Fremdiswalderin an diese glücklichen 30 Jahre. Seit 1997 arbeitete Karin Winkler in Nerchaus städtischer Kindertagesstätte. „Es war schon eine große Umstellung – viele Kinder, große Gruppen, mehr Kollegen.“ Doch sie wurde auch hier heimisch. Legendär sind ihre Knobeleien: Hier hast du sieben Münzen. Verteile sie so, dass auf jeder Seite die gleiche Menge an Münzen liegt. – „Die Kinder hatten den Dreh schnell raus, legten einfach zwei Münzen übereinander“, lacht Winkler.

Franz Reibestein mochte seine Erzieherin besonders gern. Ihr erzählte er immer Fußballwitze. Seiner geduldigen Zuhörerin überreichte Franz zur Abschiedsfeier eine riesige Eierschecke. Und rettete damit auch ihre Ehre als gute Gastgeberin: „Enkelin Antonia, Sohn Heiko, Tochter Simone und deren Mann Dirk – alle waren sie ins Bürgerzentrum gekommen“, sagt die alleinstehende Fremdiswalderin. „Ich war doch völlig arglos nach Nerchau gefahren und hatte zu Hause nichts besonderes im Kühlschrank. Nun konnte ich meinen Kindern die wunderbare Eierschecke anbieten.“

Haig Latchinian

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