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Grimma Neue Ausstellung in Naunhof befasst sich mit Schachspiel
Region Grimma Neue Ausstellung in Naunhof befasst sich mit Schachspiel
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14:17 19.05.2015
Von XS bis XL: Manfred (l.) und Monika Mädler (im Foto mit Peter Schnabel) stellen neben Reise- auch Gartenschachspiele aus. Quelle: Roger Dietze

Aus seiner Liebe zum Brettspiel mit König, Dame, Bauer und Co. heraus gründete der damals 37-Jährige 1972 in Lübeck ein Schachhaus, das heute das älteste noch in Deutschland existierende ist.

Über die Station Düsseldorf kam Mädler vor 18 Jahren nach Dresden-Blasewitz, wo er sich eine Gründerzeit-Villa zum Firmensitz auserkor und in der er gleichzeitig eine Art Schachmuseum einrichtete. "Es beherbergt so unwahrscheinlich viele Exponate, dass wir nur eine kleine Auswahl in unserer Ausstellung zeigen können", berichtet Peter Schnabel vom Verein Turmuhrenmuseum. "Allein mit der Schachuhren-Sammlung ließe sich problemlos eine eigene Schau gestalten."

Die Zeitmesser sind seit Sonntag im Rahmen der Exposition, die den Namen "Schach unterm Dach" trägt, im Obergeschoss der musealen Einrichtung an der Ungibauerstraße ebenso zu sehen wie Bücher und Fotos zum Thema sowie selbstredend einige Schachspiele. Schachspiele, so Mädler, die mittlerweile schwerpunktmäßig in Indien und Polen gefertigt würden. "Aus Deutschland kommen, abgesehen von den handgefertigten, nur noch solche aus Kunststoff, die in erster Linie von Schulen und Vereinen gefragt sind", informierte der Schachhaus-Inhaber, der von einer kleinen Schach-Renaissance zu berichten weiß. "Wir erhalten sehr viele Anfragen, und es interessieren sich zunehmend auch wieder junge Leute dafür. Allein die Vereine haben damit zu kämpfen, dass ihnen Spieler im mittleren Alter fehlen", erklärte Mädler.

Nach seinen Worten durchläuft Schach gegenwärtig einen grundlegenden Wandlungsprozess. "Gespielt wird zwar heute nach wie vor nach den Regeln, nach denen in nahezu unveränderter Form seit rund 500 Jahren gespielt wird. Aber das Spiel ist zunehmend elektronisch geworden", sagte er. Während früher Menschen zusammenkommen mussten, um gegeneinander anzutreten, so sei dies jetzt problemlos über das Internet oder sogar gegen einen imaginären Computergegner möglich.

Vorbei sind längst die Zeiten, in denen Mädler im Rahmen des Fernschachs Partien mit Partnern rund um den Erdball absolvierte, wobei jeder Zug dem Gegner per Postkarte mitgeteilt wurde. "Auf diese Weise konnte eine Partie durchaus bis zu einem Jahr dauern, oder, wenn man gegen einen Spieler aus der Sowjetunion antrat, sogar drei bis vier Jahre", merkte er augenzwinkernd an. "Denn weil die Russen vernarrt in Briefmarken waren, haben viele Karten ihren Adressaten nie erreicht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2014
Dietze, Roger

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