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Neue Bushaltestelle soll Markttreiben in Grimma beleben

Angebot Neue Bushaltestelle soll Markttreiben in Grimma beleben

Vor 100 Tagen übernahm die Deutsche Marktgilde den Grimmaer Markt und will mehr Schwung in das Tagesgeschäft bringen. Sie hofft, dass eine Bushaltestelle mehr Leute aus dem Umland nach Grimma lockt.

Bunte Blumen: Blumen-Peter gehört zu den Stammgästen des Marktes in Grimma. Katrin Schiel von der Marktgilde freut sich über den großen Andrang bei ihm.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Bunte Luftballons, ein Glücksrad und frische Snacks aus Obst und Gemüse hatte Katrin Schiel von der Deutschen Marktgilde im Gepäck, als sie auf dem Wochenmarkt in Grimma mit Besuchern und Händlern ins Gespräch kam. Vor 100 Tagen übernahm die Deutsche Marktgilde das Erbe von Marktbetreiber Utz Leischnig, dessen Vertrag ausgelaufen war. Katrin Schiel konnte in den Morgenstunden neun Händler begrüßen. Dazu gehörte Blumen-Peter. Der 58-jährige Peter Flegel aus Bad Schmiedeberg gehört schon fast zum Inventar des Marktes. „Ich bin schon fast 30 Jahre hier vor Ort und verkaufe meine Blumen“, sagt er. Er war auch ständig dicht von Kaufwilligen umringt. Dazu gehörte Hannelore Martin (65) aus Grimma: „Ich hole hier immer meine Blumen für den Friedhof.“ Sie war enttäuscht, dass nur so wenige Händler vor Ort waren. Einige sind im Urlaub. Karin Tartsch (74) hatte auch Blumen in der Hand. „Mir gefällt nicht, dass so viel Bekleidung auf dem Markt verkauft wird“, bemängelt sie. Mehr frische Produkte wie beim Markt in der Klosterkirche wünsche sie sich. „Wir bemühen uns, neue Händler für den Markt zu gewinnen. Wir hatten bereits einen Bäcker und einen Käsehändler. Doch sie sind wieder abgesprungen, da der Umsatz nicht kam“, bedauert Katrin Schiel. Die Marktgilde würde über eine große Händlerbank verfügen, aber mittlerweile können sich die Händler aussuchen, welchen Markt sie besuchen. Begeistert vom Markt in Grimma waren dagegen Lara und Emilia von der Kindertagesstätte „Am Grimmaer Schwanenteich“, die mit weiteren Mädchen und Jungen den Markt besuchten. „Mir schmeckten vor allem die Erdbeeren“, schwärmte die kleine Emilia von der von Katrin Schiel gereichten Kostprobe. Emilia drehte auch mit Begeisterung am Glücksrad. Für die Kinder gab es ein Malbuch, das die Marktgilde anfertigen ließ.

„Die Händler haben immer größere Probleme Nachfolger zu finden. Jugendliche wollen kaum noch den Stress auf sich nehmen und von Markt zu Markt eilen, um Produkte zu verkaufen“, erklärt sie und hofft auf Nachwuchs. Händler Waldow Krause (83) weiß um das Problem. „Ich habe früher in der Straßenmeisterei in Döbeln gearbeitet. Als ich Rentner wurde, habe ich meine Produkte auf den Märkten vertrieben“, sagt er. Der in Schleswig geborene Händler kommt jede Woche aus Naunhof, Kreis Döbeln. „Derzeit ist es besonders weit, da eine Menge Umleitungen sind“, stöhnt er. Doch im Gepäck hatte er seltenes Obst. Dazu gehörten sommerliche Margarethenbirnen und Spillinge (wilde Pflaumen). „Meine Produkte wie Johannisbeeren, Gurken oder Zucchini stammen aus der eigenen Ernte“, sagt der Döbelner, der gern mit den Marktbesuchern plaudert. „In Grimma betreiben wir zweimal wöchentlich, dienstags und donnerstags von 8 bis 13 Uhr, den Markt. Wir sind froh, dass wir einen Marktmeister aus Grimma gewinnen konnten“, sagt Katrin Schiel. Peter Lindner ist selbst Händler auf dem Grimmaer Markt. „Ich betreibe einen Gartenbaubetrieb in Hohnstädt und gehöre zu den ersten Händlern, seit es den Markt gibt“, erzählt er. Er habe sich bereit erklärt, das Amt zu übernehmen, da er die Händler vor Ort kennt.

Die Deutsche Marktgilde organisiert seit über 30 Jahren Wochenmärkte und veranstaltet an über 120 bundesweiten Standorten wöchentlich 250 Markttage. „Wir haben insgesamt sieben Niederlassungen“, erzählt Katrin Schiel, die die Niederlassung Dresden mit 28 Standorten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betreut. „Wir hoffen, dass wir noch mehr Schwung in den Markt bringen können“, erklärt sie. Deshalb sei eine Bushaltestelle erforderlich, um noch mehr Bürger aus der umliegenden Region in die Stadt zu holen. Dazu ist die Stadt derzeit im Gespräch mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV). Am 8. August findet im Rathaus Grimma eine Veranstaltung des MDV statt. Dabei werden die neuen Buslinien von „Muldental in Fahrt“ vorgestellt. Mit von der Partie soll die neue Haltestelle Markt Grimma sein.

Von Cornelia Braun

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