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Grimma Neue Großsteinberger Glocke wird in Festgottesdienst geweiht
Region Grimma Neue Großsteinberger Glocke wird in Festgottesdienst geweiht
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00:32 08.04.2018
Noch ruht sie: Pfarrer Christoph Gramzow, Rolf Albrecht vom Kirchenvorstand und Ortschronist Rolf Langhof (v. li.) an der neuen Bronzeglocke im Turm der Großsteinberger St.-Martin-Kirche. Quelle: Thomas Kube
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Parthenstein/Großsteinberg

Erstmals nach 76 Jahren sollen am Sonntag wieder drei Glocken im Großsteinberger Kirchturm läuten. Dort waren in den vergangenen Monaten mit großem Aufwand technische Voraussetzungen geschaffen worden, die es außerdem ermöglichen, künftig dreimal täglich zum Gebet zu rufen.

Katja Pluntke und Rolf Albrecht vom Kirchenvorstand hatten vor reichlich zwei Jahren einen Spendenaufruf gestartet, um das Geläut in Schuss zu bringen. Zwei wichtige Vorhaben beinhaltete er. Zum einen sollte die verschollene Glocke ersetzt werden, und zum anderen musste überhaupt erst einmal ein Glockenstuhl her, denn seit langem verfügte die Kirche über keinen solchen.

„Während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten die Nazis die zwei größeren Glocken zu Kriegszwecken und ließen sie am 26. Mai 1942 abholen“, erinnert Ortschronist Rolf Langhof. 1946 fand sich die kleinere auf dem Glockenfriedhof Hamburg wieder; die große aus dem Jahr 1685 blieb verschollen.“

Vergangenes Jahr war das Geld zusammen, um einen Ersatz zu kaufen. Die Innsbrucker Firma Grassmayr goss für 15 000 Euro die rund 650 Kilogramm schwere Bronzeglocke, die am 16. Dezember feierlich eingeholt wurde. Jetzt hängt sie auf ungefähr halber Höhe des 29,5 Meter hohen Kirchturms neben ihren beiden älteren Schwestern, die von 1458 beziehungsweise 1503 stammen.

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Pfarrer Christoph Gramzow begrüßte die Glocke am 16. Dezember 2017 in Großsteinberg.

Am Sonntag soll die neue Glocke mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Martin geweiht werden, der 10.30 Uhr beginnt. Vom Heimathaus aus werde ich dann ihren Klang aufnehmen“, verrät Rolf Langhof, der eine DVD zusammenstellen will über die gesamte Geschichte der Glocken ab dem 1875 erfolgten Umbau des Gotteshauses bis jetzt.

Damals hatte der Turm einen Dachreiter erhalten, für den die Balken des alten Glockenstuhls verwendet wurden. Die drei Glocken ließ die Kirchgemeinde an Balken aufhängen, die im Mauerwerk ruhten. Beim Läuten stießen diese wie Rammen abwechselnd gegen die Wände, was die gesamte Bausubstanz schädigte.

Es war also Abhilfe nötig, zumal fortan drei statt zwei Glocken ihren Dienst verrichten und im Zuge einer Elektrifizierung viel öfter als bisher erklingen sollen. „Die mittlere wird jeweils 7 und 12 Uhr zum Gebet läuten, die große am Abend 18 Uhr“, kündigt Rolf Albrecht an. So ein Aufwand wäre für Katja Pluntke, die in dritter Generation die Glocken bisher manuell in Bewegung setzte, zeitlich nicht möglich gewesen.

Im Juli vergangenen Jahres wurde begonnen, die gesamte Tragwerkkonstruktion mit Fußboden und Lagerung der Glocken zu entfernen. Unter Verwendung einiger alter Hölzer fertigte die Engel & Breitfeld GmbH aus Dahlen für reichlich 60000 Euro einen neuen Glockenstuhl an. „Er steht frei und leitet seine Schwingungen nicht mehr ins Mauerwerk, sondern nach unten ab“, erläutert Albrecht.

„Allen kleinen und großen Spendern danken wir“, betont Pfarrer Christoph Gramzow, dessen Kirchgemeinde das Gesamtvorhaben freilich nicht allein hätte stemmen können. Die sächsische Landeskirche steuerte rund 39 000 Euro bei, vom Landesamt für Denkmalpflege kamen 7900 Euro, und von der politischen Gemeinde 3500 Euro zur Unterstützung.

Von Frank Pfeifer

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