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Grimma Neue Pläne für B 87
Region Grimma Neue Pläne für B 87
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14:55 27.11.2009
Volles Haus beim Forum in Panitzsch. Quelle: Andreas Röse

Vertreter der Bürgerinitiativen aus Borsdorf und Taucha, die zu der Diskussion in die Grundschule eingeladen hatten, ließen an ihrer Entschlossenheit keinen Zweifel. „Wir werden alles dafür tun, den Bau einer autobahnähnlichen Trasse durch die Parthenaue zu verhindern“, so Mathias Leutert, BI-Vorsitzender aus Panitzsch.Vor rund 200 Zuhörern versprach Andreas Berkner, Leiter der Regionalen Planungsstelle, alle rund 2000 Einwendungen zur Fortschreibung des Regionalplanes sorgfältig zu prüfen. Man wolle sich nicht der Gefahr aussetzen, die Sache im Hauruckverfahren durchzuziehen und dann möglicherweise eine Klage zu riskieren. Die Einwände, so Berkner, seien zum großen Teil konstruktiv und nicht polemisch. „Damit“, lobte er die sachlich verlaufende Auseinandersetzung, „können wir umgehen.“Was die Ausbau-Kritiker in den Unterlagen mittlerweile an Fehlern entdeckt haben, wird inzwischen auch von den Planern nicht mehr geleugnet. „Es gibt Unplausibilitäten“, formulierte es Berkner diplomatisch. Und weiter: „Der Plan wird nicht so bleiben, wie er ist.“ Nach jetzigem Stand wird sich der Regionale Planungsausschuss im März 2010 mit den Einwendungen befassen. Für April ist die Verbandsversammlung geplant. Ohne dem Ergebnis vorgreifen zu wollen, kündigte Berkner bereits jetzt eine Neuauslegung der Unterlagen zur Teilfortschreibung des Regionalplans an.Parallel läuft das Raumordnungsverfahren, zu dem Dietmar Röhl von der Landesdirektion Leipzig ans Mikro trat. In der Betrachtung der verschiedenen Trassen müsse man sich an eine Variante „mit dem geringst möglichen Konfliktpotenzial“ herantasten. Zu einem Abschluss könne die Behörde allerdings erst nach einer entsprechenden Beschlussfassung des Regionalen Planungsverbandes kommen.Unverständnis äußerte Mathias Leutert, warum gerade die aus Sicht vieler Bürger augenscheinlich günstigste Lösung – nämlich ein Ausbau der S 4 und B 2 einschließlich Ortsumgehungen – überhaupt nicht im aktuellen Untersuchungsraum vorkommt. „Stattdessen will das Autobahnamt eine vierspurige Trasse durch unberührte Natur treiben, die in unserer Region kein Mensch braucht.“ Im Übrigen widerspreche das den Vorgaben des Bundesfernstraßengesetzes, das die B 87 ab der Abfahrt Leipzig-Messe und nicht ab Engelsdorf fixiert. Auch Klaus Lori, Sprecher einer schon seit Jahren im Tauchaer Norden aktiven Bürgerinitiative, war das Ausblenden der S 4-Variante ebenfalls ein Rätsel. Umso mehr ließ die Aussage von Dietmar Röhl aufhorchen, der dieser auch von der Gemeinde Borsdorf bevorzugten Nordvariante ausdrücklich wieder eine Chance gab. „Ich würde es nicht ausschließen wollen, dass wir das Thema S 4 wieder aufgreifen. Möglicherweise ist das eine Variante, die es näher zu untersuchen gilt.“Die derzeit vom Autobahnamt favorisierte Trasse zwischen Panitzsch und Taucha jedenfalls – das hat die zweieinhalbstündige Diskussion vorgestern erneut deutlich gemacht, wird nicht geräuschlos über die Bühne gehen.

Simone Prenzel

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