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Grimma Neue Probleme um Belgershainer Sporthalle
Region Grimma Neue Probleme um Belgershainer Sporthalle
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00:24 21.01.2019
Hier soll sie hin: Auf diesem Platz wird die neue Belgershainer Sporthalle gebaut. Die Frage ist nur, wann? Quelle: Thomas Kube
Belgershain

Mit dem Neubau der Belgershainer Sporthalle wird vielleicht erst nächstes Jahr begonnen. Wenig Hoffnung verbreitet Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) auch auf eine baldige grundlegende Sanierung der Ortsdurchfahrten von Threna und Köhra. Immerhin: Die Module zur Erweiterung der Kindertagesstätte „Schlossgeister“ sollen diesen Sommer eingeweiht werden.

Fragwürdige Fragen führen zu Verzug

Den ersten Spatenstich für die neue Sporthalle wollte Hagenow vorm Winter setzen. Geschichte. „Anfang September hatten wir den Bauantrag im Landratsamt eingereicht, am 20. November erhielten wir Nachforderungen von der Bauaufsicht“, rekapituliert er. Zu beantworten waren solch „wichtige Fragen“, ob die Wärmepumpe nur tagsüber betrieben werden soll und ob sich der Schulanfang in der Halle auch werktags feiern lässt. „Was hat das wirklich mit einer Baugenehmigung zu tun?“ wundert sich Hagenow.

Er fuhr ins Landratsamt und klärte alles persönlich, so dass ihm die Behörde am 11. Dezember bescheinigte, alle Unterlagen erhalten zu haben. Kurz darauf traf der Fördermittelbescheid für das Vorhaben ein.

Ausschreibung für Sporthalle vielleicht zu spät

Das Landratsamt gab sich selbst bis zum 28. Februar Zeit, über den Bauantrag zu befinden. „Falls es zu Komplikationen kommt, kann die Frist aber um zwei Monate verlängert werden“, sagt Hagenow. „Danach würden die Ingenieurbüros locker sechs bis acht Wochen für die Werksplanung brauchen, vor Ende Juni kämen wir nicht zur Ausschreibung. Und wer sie zu diesem Zeitpunkt macht, dem muss wirklich das Geld drücken.“

Schon jetzt haben sich die Kosten von 2,5 Millionen Euro auf 2 676 331 Euro erhöht. Angesichts der vollen Auftragsbücher der Firmen müsste bei einer Ausschreibung im Sommer mit weiteren Kostensteigerungen gerechnet werden. „Was zusätzlich dazu kommt, müsste die Gemeinde tragen. Der Fördermittelbetrag steht fest. Und sollten wir den Kredit erhöhen, steigt die Dauerbelastung für die Kommune“, verdeutlicht Hagenow.

Hagenow rät zur Abwägung

Er rät deshalb: „Wir müssen uns überlegen, ob es sich die Gemeinde leisten kann, das Objekt im zweiten Halbjahr auf den Markt zu werfen. Vielleicht ist es besser, mit der Ausschreibung bis zum Herbst zu warten und den Bau erst nach dem nächsten Winter zu starten.“

Kita-Erweiterung voraussichtlich im Sommer

Einen Kredit muss die Kommune auch für die Erweiterung der Belgershainer Kindertagesstätte „Schlossgeister“ aufnehmen, wegen beider Projekte wird die pro-Kopf-Verschuldung von 360 Euro auf über 800 Euro steigen. „Im Herbst mussten wir in Absprache mit den zuständigen Ämtern nochmals das gesamte Innenleben der Module planen, die wir aufstellen wollen. Jetzt liegen uns Angebote von drei Containerbauern vor“, schildert Hagenow.

Sind sie geprüft, soll der Gemeinderat den Auftrag vergeben. Bei Lieferfristen von einem Vierteljahr dürften die Module nicht vor Mai eintreffen. Ende Juni möchte sie der Bürgermeister in Betrieb nehmen, 16 bis 18 Kinder sollen in ihnen betreut werden. „Bis es soweit ist, bringen wir einige Kinder mit Einverständnis ihrer Eltern in anderen Kommunen unter“, sagt Hagenow.

Ausbau der Ortsdurchfahrten lässt auf sich warten

Nach seiner Kenntnis hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit der Vorbereitung für den Ausbau der Ortsdurchfahrten von Threna und Köhra auf der Achse Leipzig-Grimma begonnen. Die Staatsstraße 38 soll grundlegend in Stand gesetzt werden, Vermessungen liefen bereits. Zum Projekt gehört auch, in Threna sowie von dort aus nach Köhra und Großpösna einen Geh- und Radweg anzulegen.

Nun ließ aber das Lasuv vergangenes Jahr in Threna die Fahrbahn in Richtung Leipzig sanieren. „Das lässt vermuten, dass der ganz große Wurf, den wir uns erhofft haben, noch nicht heute und morgen erfolgen wird, obwohl das Projekt in der Priorität ganz oben steht“, bedauert Hagenow.

Weitere Investitionen in die Grundschule

Weiteres Engagement verspricht er der Grundschule, in der ein Sonnenschutz installiert werden soll. Schon vergangenes Jahr hatte die Gemeinde viel Geld in die Bildungsstätte und in Spielplätze gesteckt. Die Feuerwehren erhielten einen Mannschaftstransportwagen, einen hydraulischen Rettungssatz und neue Schutzkleidung.

Von Frank Pfeifer

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