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Neuer Kämmerer übernimmt in Trebsen die Aktenberge

Wechsel Neuer Kämmerer übernimmt in Trebsen die Aktenberge

Wenn er sein Zahlenwerk im Stadtrat erklärte, dann so, dass es auch der Laie verstand. Seine Präsentastionen, die er per Beamer an die Wand warf, brachten das Entscheidende kurz und anschaulich auf den Punkt. Von dieser Fähigkeit darf nun eine andere Gemeinde profitieren. Kämmerer Tilo Müller verlässt Trebsen zum Monatsende, seinen Nachfolger konnte er im Juni noch einarbeiten.

Ordner über Ordner. In die Finanzen der Stadt muss sich der neue Kämmerer jetzt erst einmal einarbeiten.

Quelle: Andreas Döring

Trebsen. Wenn er sein Zahlenwerk im Stadtrat erklärte, dann so, dass es auch der Laie verstand. Seine Präsentastionen, die er per Beamer an die Wand warf, brachten das Entscheidende kurz und anschaulich auf den Punkt. Von dieser Fähigkeit darf nun eine andere Gemeinde profitieren. Kämmerer Tilo Müller verlässt Trebsen zum Monatsende, seinen Nachfolger konnte er im Juni noch einarbeiten.

Der 42-jährige Ammelshainer wird oberster Kassenwart in Amtsberg, das südlich von Chemnitz liegt. Seine Familie wohnt dort in der Nähe, auch seine Freundin, mit der er sich ein Häuschen zulegen will, um die Wochenendbeziehung zu beenden. Für Bürgermeister und Namensvetter Stefan Müller (CDU) ein verständlicher Grund zu gehen. „Ich wünsche ihm alles Gute und danke ihm“, sagt er. Den Amtsleiter schätze er als einen kompetenten Mitarbeiter, der in seinem Bereich konstruktiv und fördernd auf die Kollegen eingewirkt habe.

Trebsen kehrt der Kämmerer in einem Moment den Rücken, in dem das Landratsamt der Stadt eine Haushaltskonsolidierung auferlegt hat. Ähnlich schwierig sah die Finanzlage aus, als er am 1. Mai 2012 seine Arbeit im Rathaus aufgenommen hatte. Die Gewerbesteuern waren weggebrochen, ein kurzfristiger Kassenkredit musste wenig später Löcher stopfen. In der Folge konnte die Stadt aber stabil wirtschaften, sogar größere Vorhaben ohne Darlehen stemmen, wie die brandschutztechnische Ertüchtigung der Kulturstätte, die Fertigstellung des Marktes sowie die Bezuschussung der Erweiterung der Kegelbahn Seelingstädt und der Bauarbeiten am Rittergut. „Trotz positiver Kassenlage mussten wir jetzt ein Haushaltsstrukturkonzept aufstellen, weil in den kommenden Jahren laut Finanzplanung die liquiden Mittel abnehmen und wir 2019 an einem kritischen Stand angekommen wären“, erklärt der Kämmerer. Nun, nachdem der Stadtrat das Konzept beschlossen hat, sieht er Trebsen auf einem guten Weg. „Wir können sogar wieder Rücklagen bilden für Notzeiten“, sagt er. Verwaltung und Parlament legt er nahe, weiter darauf zu achten, das Stadtsäckel nicht gänzlich zu plündern. Diesen Rat gibt er auch seinem Nachfolger Martin Sittauer mit auf den Weg. Der 32-Jährige aus dem Leipziger Osten, seit dem vergangenen Jahr verheiratet, war einer von 15 Bewerbern auf den Posten und wurde aus den zwei Kandidaten, die in die engere Wahl kamen, auserkoren. „Das ist mein erster Kämmererjob, und ich freue mich auf diese Herausforderung“, sagt er. „Ich denke, dass ich genügend Vorwissen mitbringe, um sie zu stemmen.“ Der diplomierte Kaufmann betreute 2012 bis ’14 Städte und Gemeinden, die vom Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (Kisa) Kassen- und Buchhaltungssoftware zur Verfügung gestellt bekamen. Danach war er in der Stadtverwaltung Markkleeberg in der Buchhaltung tätig.

Momentan verschafft er sich in Trebsen einen Überblick über die Finanzen. Seine erste Aufgabe wird es sein, den Bericht über Beteiligungen der Stadt an anderen Bündnissen wie der Kisa und dem Versorgungsverband Grimma-Geithain zu verfassen. Ab August muss er den Haushalt fürs kommende Jahr planen.

„Ich hatte ein wunderbares Team in der Kämmerei, die vier Mitarbeiterinnen haben mir geholfen“, sagt Tilo Müller. „Ich hoffe, das machen sie bei Martin Sittauer auch.“ Bürgermeister Stefan Müller meint: „Ich denke, dass die Geschicke von Kämmerei und Stadt durch die Neubesetzung eine gute Basis haben.“

Von Frank Pfeifer

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