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Grimma Neuer Sitzungssaal und mehr Fluchtwege – Naunhofer Rathausumbau beginnt im Sommer
Region Grimma Neuer Sitzungssaal und mehr Fluchtwege – Naunhofer Rathausumbau beginnt im Sommer
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00:34 13.04.2018
Das offene Foyer des 1995 eingeweihten Rathauses. Hier befand sich früher das Einwohnermeldeamt, nun soll mittels einer Trockenbauwand ein Sitzungssaal vom Treppenaufgang abgetrennt werden. Quelle: Andreas Döring
Naunhof

In eine Baustelle soll sich bald das Naunhofer Rathaus verwandeln. Geplant sind größere Veränderungen, so wird beispielsweise ein neuer Sitzungssaal im Erdgeschoss eingerichtet, während der alte im zweiten Stock nur noch kleineren Beratungen dienen soll. Laut Bauamtsleiter Thomas Hertel werden die Arbeiten im Sommer beginnen und auf zwei Jahre aufgesplittet. Die Kosten würden rund 140 000 Euro betragen.

Als größtes Problem stellt sich nach seinen Worten gegenwärtig dar, dass der Sitzungssaal über keinen zweiten Fluchtweg verfügt. „Möglich wäre es gewesen, außen eine Treppe anzubauen. Aber das würde nicht schön aussehen“, erläuterte er kürzlich den Stadträten.

Ein neuer Saal soll deshalb, wie berichtet, im Parterre geschaffen werden. Dort ist Platz, weil das Einwohnermeldeamt in andere Räume umgezogen ist, die eine Privatsphäre beim Umgang mit Bürgeranliegen bieten. Im offenen Foyer war diese nur eingeschränkt gegeben gewesen. Wegen der offenen Bauweise eignet sich die Fläche momentan genauso wenig für einen Sitzungssaal. Deshalb wird dieser durch eine Trockenbauwand vom Treppenhaus abgetrennt. Auch er braucht einen zweiten Fluchtweg, dieser lässt sich aber einfach schaffen, indem ein Fenster in Richtung Raiffeisenbank durch eine Tür ersetzt wird.

Der Saal soll laut Hertel in etwa die gleiche Größe wie der jetzige haben, ausgestattet werde er mit moderner Technik. „Voraussichtlich wird es eine interaktive Tafel geben“, verriet er. Heike Barthel von der Bürgerinitiative Naunhof bat um die Installation einer Mikrofonanlage, damit die Sitzungsbesucher besser verstehen, was die Abgeordneten äußern. Neben dem Ratssaal erhalten die Abgeordneten jenen Beratungsraum, den sie seit mehreren Jahren fordern.

Insgesamt müssen im Rathaus neue brandschutztechnische Auflagen des Bauordnungsamts umgesetzt werden. Der kleinere Teil dabei ist, die Sicherheitsbeleuchtung zu erneuern. Aufwändiger wird die Sicherung der Fluchtwege. Im ersten Stock des Nebengebäudes soll der Notausgang, falls das dortige Nebentreppenhaus durch Flammen oder Rauch unpassierbar sein sollte, über das Dach nach draußen in Richtung Optiker- und Friseurgeschäft führen. An dieser Seite werden sich auch die zu Rettenden in der Etage darüber sammeln. Sie sollen von der Feuerwehr heruntergeholt werden. Anleiterungsversuche hat es laut Hertel schon gegeben. Zwei Auto-Stellflächen in diesem Bereich würden wegfallen.

Brandschutztüren, die sich im Alarmfall automatisch schließen und beide Gebäudeteile voneinander trennen, und zusätzliche Türen für die Büros, damit jeweils zwei zur Flucht verfügbar sind – Hand wird quasi in fast jeder Ecke angelegt. Da auch alle Büros vorgerichtet und sämtliche Fußbodenbeläge erneuert werden sollen, was in den 23 Jahren seit Bestehen des Rathauses nicht geschehen ist, werden viele Mitarbeiter vorübergehend umziehen müssen.

Die Veränderungen im Rathaus begannen schon vor reichlich zwei Jahren. Damals verzichtete die Sparkasse auf einen Teil ihrer bei der Stadt angemieteten Räume, in sie zog später das Einwohnermeldeamt um. Auch die Stadtkasse im Foyer brauchte weniger Platz, weil die Bürger die meisten Einzahlungen jetzt am Automaten vornehmen.

Von Frank Pfeifer

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