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Grimma Neuer Stadtwerke-Chef wohnt in Fremdiswalde
Region Grimma Neuer Stadtwerke-Chef wohnt in Fremdiswalde
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00:20 14.07.2018
Dirk Elstermann wird der neue Chef der Stadtwerke Grimma. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma

Zur Zeit befindet er sich noch in der Einarbeitungsphase – ab 1. August lenkt er dann die Geschicke der Stadtwerke Grimma GmbH allein: Dirk Elstermann. Der 50-Jährige setzte sich unter 87 Bewerbern durch, die sich um den vakant gewordenen Job beworben hatten. Wie berichtet, verlässt Hagen Böhme das 2013 gegründete Unternehmen aus eigenem Antrieb. Der 36-Jährige suchte nach den fünf Jahren an der Mulde eine neue Herausforderung und arbeitet künftig als Chef der Stadtwerke Teterow. Hier hat er 80 statt drei Mitarbeiter zu führen.

Vertrauensvorschuss für den Neuen

Der Aufsichtsrat und der Gesellschafter der Stadtwerke Grimma geben Elstermann einen Vertrauensvorschuss mit. Die Beschlüsse zu seiner Bestellung, auch im Stadtrat, fielen einstimmig aus. Für den 50-Jährigen verkürzt sich der Weg zur Arbeitsstelle jetzt enorm. Elstermann wohnt mit seiner Frau und den drei Kindern seit 2010 in Fremdiswalde. Die Nähe zur Familie war auch ein wichtiger Grund für den studierten Elektrotechniker, sich um den lukrativen Posten bei den Stadtwerken zu bewerben, wo er zugleich Mitgeschäftsführer der Netzgesellschaft Grimma wird. Elstermann reizt aber auch die neue Aufgabe. Grimma ist seine vierte berufliche Station.

Ende der Pendelei

Dirk Elstermann wuchs in der Nähe von Dessau auf und lernte im VEB Kraftwerke Elbe Elektronikfacharbeiter. „Seitdem bin ich der Energiewirtschaft treu geblieben“, sagt er. Nach Abitur und Studium angelte er sich seinen ersten Job bei der Meag in Halle, wo er zunächst im Vertrieb und später im Stadtwerke-Segment seine Brötchen verdiente. 2001 zog es den Energiemann von der Saale zur Pleiße. Bei der Leipziger Verbundnetz Gas AG arbeitete er fortan als Gasverkauf-Leiter für Sachsen und Bayern und sammelte so erste Führungsmeriten. Nach einer Umstrukturierung der Firma wechselte Elstermann zur Total Energie Gas GmbH und agierte im Vertriebsgeschäft. Trotz Homeoffices musste er oft zum deutschen Firmensitz nach Fellbach bei Stuttgart pendeln – und verbrachte so viel Zeit auf der Autobahn.

Weitere Kunden gewinnen

Die Ausschreibung der Stadtwerke Grimma kam ihm da wohl wie gerufen. Nun freut sich Elstermann, eine kleine, junge Firma zu übernehmen und weiter voran zu bringen. Das städtische Unternehmen habe jetzt einen Punkt erreicht, wo die strategischen Ansätze umzusetzen seien, sagt er. Dabei gelte es, im klassischen Energievertrieb von Strom und Gas weitere Kunden zu gewinnen und Dienstleistungen wie das Wärme-Contracting auszubauen. „Die Angebote müssen attraktiv sein.“ Allerdings seien die Stellschrauben, an denen man drehen könne, nicht groß, sagt Elstermann zum Beispiel mit Blick auf die Regulierungen im Netzbereich.

Einen ersten Überblick hat sich der 50-Jähige verschaffen können. Die Stadtwerke seien gut aufgestellt und wettbewerbsfähig, sagt er. Der Weg, den Grimma mit der Rekommunalisierung eingeschlagen habe, sei richtig – weg vom Global-Player, hin zu kleinen, flexiblen Einheiten. Er wolle, dass die Stadtwerke auch künftig als kompetenter Ansprechpartner im Energiesegment positiv wahrgenommen werden.

Familie lebt in Fremdiswalde

„Die Familie um sich zu haben, kann man nicht mit Geld aufwiegen“, sagt Elstermann nach Jahren des Pendelns. So kann er jetzt mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Die beiden Jungs sind neun und 13, das Mädchen fünf Jahre alt. In Fremdiswalde lebt die fünfköpfige Familie in einem ausgebauten Stallgebäude auf dem Vierseithof seiner Schwiegereltern. Abschalten kann Elstermann hier auch im Garten oder mit seinem Appenzeller-Sennenhund. Kommunalpolitik hat den 50-Jährigen bislang eher wenig interessiert. Das ändert sich gerade. „Ich versuche, mich in die politischen Spielregeln der Stadt hinein zu finden“, gibt der Energie-Experte zu, der sich auch im Fremdiswalder Kirchenvorstand engagiert.

Von Frank Prenzel

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