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Neues Cowboy-Eldorado in Zweenfurth

Neues Cowboy-Eldorado in Zweenfurth


Zweenfurth. Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter… der Parthe an. In Zweenfurth haben die passionierten Reiter Elena und Andreas Kunert ein Paradies für Perdeliebhaber geschaffen.

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 „Zwölf Jahre musste ich darum kämpfen, das Gelände zu bekommen“, erzählt der erfolgreiche Unternehmer mit einem Faible fürs Westernreiten. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.

Wenn Andreas Kunert mal nicht am Schreibtisch sitzt oder zwischen den vielen Baustellen tourt, genießt er die Freiheit im Sattel. „Ein Geländeritt mit Freunden am Wochenende - da kann ich so richtig entspannen“, erzählt der 50-Jährige. Zum Reiten kam er mehr oder weniger zufällig. „Als meine Kinder in der Pubertät andere Interessen entwickelten und keine Lust mehr aufs Trainieren hatten, stand ich plötzlich mit zwei Pferden da.“ Aus der anfänglichen Verlegenheit wurde längst eine Leidenschaft, die Kunert jetzt in einer der modernsten Reitanlagen Sachsens in vollen Zügen auslebt. Was hier auf dem Gelände einer ehemaligen LPG entstanden ist, kann man getrost ein Fünf-Sterne-Hotel für Pferde nennen.

Die Boxen sind vier mal vier Meter groß und damit geräumiger als anderswo. Jedes Pferd verfügt über ein eigenes Paddock. Und auch das gibt’s in Zweenfurth: ein Solarium für Pferde. „Eine wichtige therapeutiche Einrichtung“, wie Kunert betont. „Hier geht’s nicht ums Braunwerden. Die Pferde fühlen sich einfach wohler, wenn sie unter den Strahlern stehen.“ Geliefert wird auch noch ein Aqua-Trainer für die edlen Rösser. Ein Luxus, der nicht mal zur Ausstattung des Landesgestüts in Moritzburg gehört.

Der Cowboy von heute muss in Zweenfurth wirklich auf nichts verzichten. „Wir wollen es den Reitern, die zu uns kommen, so angenehm wie möglich machen“, verrät Ehefrau Elena Kunert, selbst ambitionierte Turniersportlerin. Sie schwärmt von dem speziellen Boden in der neuen 60 Meter langen Reithalle. „Auf dem sandigen Untergrund sind so genannte Sliding Stops möglich. Dabei wird das Pferd aus vollem Galopp abgebremst und rutscht auf der Hinterhand noch einige Meter weiter.“ Nach dem Stopp wird in die entgegengesetzte Richtung weitergaloppiert. Spektakuläre Vorführungen, die ihren Ursprung bei den richtigen Cowboys haben. „Die mussten ihr Pferd beherrschen, in allen Lebenslagen“, erzählt Andreas Kunert.

Im Gegensatz zur wilden Prärie wird in Zweenfurth nichts dem Zufall überlassen. Der pflegeaufwändige Reining-boden, so die Bezeichung für die spezielle Westernreitdressur, wird von einer automatischen Beregnungsanlage feucht gehalten. Auch sonst ist dem ambitionierten Reitsportfreund die Technik ein ständiger Begleiter. Das Tor zur K-Ranch öffnet sich ferngesteuert. Auch die Führanlage, in der bis zur vier Pferde bewegt werden können, funktioniert per Knopfdruck. In einem überdachten Rondell werden die Pferde in Bewegung gehalten. Das Tempo kann dabei stufenweise reguliert werden – von Schrittgeschwindigkeit bis Galopp. Nach getaner Arbeit können die Tiere warm duschen – eine Solaranlage auf dem Stalldach macht’s möglich. Zu den Annehmlichkeiten gehören ebenso separate Sattelkammern für jeden Reiter – inclusive Caddy zum bequemen Satteltransport.

Um noch mehr Interessierten die hohe Kunst des Westernreitens beizubringen, sind in Zweenfurth regelmäßige Kurse geplant. „Einer der bekanntesten Trainer der Szene, Philipp Martin Haug, hat die Anlage schon genutzt.“

„Wir wollen das Westernreiten in ganz Sachsen nach vorne bringen.“ Auch Rinder, die ein echter Cowboy zum Trainieren braucht, will Kunert noch anschaffen. Lassoschwingende Reiter an der Parthe – wenn da kein Westernfeeling aufkommt …

Simone Prenzel

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