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Neues Prozedere für Auszeichnung ehrenamtlicher Arbeit in Naunhof

Nach Eklat Neues Prozedere für Auszeichnung ehrenamtlicher Arbeit in Naunhof

Auf neue Regeln zur Würdigung ehrenamtlicher Arbeit verständigte sich der Stadtrat am Donnerstagabend. In einer für Naunhofer Verhältnisse unaufgeregten Atmosphäre, wie schon lange nicht mehr, votierten die Abgeordneten einstimmig für den von der KulturWerkStadt ausgearbeiteten Beschlussvorschlag. Diskussionen blieben freilich nicht aus.

Dieser Ausweis Nottrodts war Anfang Juni in einer Ausstellung im Naunhofer Bürgersaal zu sehen. Bürger erinnerten sich, dass er 2014 die Ehrennadel der Stadt erhalten hatte. Hermann KInne (CDU) sprach im Stadtrat von einem „unerträglichen Zustand“.

Quelle: Thomas Kube

Naunhof. Auf neue Regeln zur Würdigung ehrenamtlicher Arbeit verständigte sich der Stadtrat am Donnerstagabend. In einer für Naunhofer Verhältnisse unaufgeregten Atmosphäre, wie es sie schon lange nicht mehr gegeben hat, votierten die Abgeordneten einstimmig für den von der KulturWerkStadt ausgearbeiteten Beschlussvorschlag. Diskussionen blieben freilich nicht aus.

Ausgangspunkt für die Änderung war die Verleihung der städtischen Ehrennadel an den ehemaligen Chef der Grimmaer Stasi-Kreisdienststelle. Auf öffentlichen Druck hin hatte der Lindhardter die Auszeichnung in diesem Sommer zwar zurückgegeben. Um derartige Fälle in Zukunft auszuschließen, brachte der fraktionslose Dieter Schenk im August einen Antrag ein, den auch Michael Eichhorn und Christian Plischke (beide Linke) sowie Silvio Mahla (Unabhängige Wählervereinigung) unterschrieben hatten. Die vier Abgeordneten forderten ein neues Prozedere.

„Bisher hatte der Bürgermeister das letzte Wort, wenn es darum ging, wer ausgezeichnet wird“, führte Anja Gaitzsch von der KulturWerkStadt aus. Zwar sollen auch künftig die eingegangenen Vorschläge zunächst in ihrem Büro gesammelt werden. Zur jeweiligen Jahresmitte hin, so ihr Vorschlag, werde sie diese aber gebündelt dem Bürgermeister weiterleiten, der gemeinsam mit dem nicht öffentlichen Ausschuss für Grundsatzfragen eine Vorauswahl trifft. Der Stadtrat habe dann spätestens in der Augustsitzung endgültig zu befinden, wer die Ehrennadeln zur Glanzlichter-Gala am ersten Sonnabend im November erhalten soll.

„Mich stört, dass die Sache im Ausschuss für Grundsatzfragen behandelt werden soll. Dort sitzen Abgeordnete des Stadtrats, damit ist das Gremium nicht neutral“, wandte Schenk ein, der nachschob: „Wir müssen die missbräuchliche Auszeichnung verhindern und vermeiden, dass die Ehrennadel zu einem Streugut wird.“ Das rief den Widerspruch Heike Barthels von der Bürgerinitiative Naunhof (BiN) hervor, die meinte, mit der Formulierung „Streugut“ würden alle bisher Ausgezeichneten „in eine dunkle Ecke“ gestellt. Es sei eine gute Idee, im Ausschuss für Grundsatzfragen über die Vorschläge zu beraten. Dort wäre das Thema gut aufgehoben, meinte auch Mario Schaller (BiN), weshalb es aufgesetzt sei, hinterher noch den Stadtrat damit zu befassen. Eichhorn widersprach Schenk und Schaller. Nach seiner Meinung sollten die Vorschläge beide Gremien durchlaufen. Auch Gerold Meyer (CDU) äußerte, der Stadtrat sei der richtige Ort, weil er der Abstimmung mehr Wert verleihe. Am Ende sprachen sich alle Räte für die Verwaltungsvorlage aus.

Bis April eines jeden Jahres soll nun die Bevölkerung öffentlich aufgerufen werden, innerhalb einer gesetzten Frist Personen zu nennen, die sich ehrenamtlich und uneigennützig für das Gemeinwohl und ihre Mitmenschen einsetzen. Vorschlagsberechtigt sind neben natürlichen Personen auch Vereine, Verbände, Initiativen, Organisationen, Kirchgemeinden und sonstige Institutionen. Auf den Wunsch Meyers hin wurde zusätzlich aufgenommen, dass auch die Stadtverwaltung Vorschläge einbringen kann. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt.

Von Frank Pfeifer

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