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Neues Trebsener Seniorenzentrum beginnt sich zu füllen

Bürgermeister begrüßt erste Bewohner Neues Trebsener Seniorenzentrum beginnt sich zu füllen

Leben zieht ein ins Seniorenwohn- und Pflegezentrum an der Seilergasse. Die ersten Bewohner haben ihre Zimmer bezogen, Bürgermeister Stefan Müller (CDU) begrüßte sie. Aus seiner Sicht kommt das neue Haus den Trebsenern in mehrerlei Hinsicht zu Gute.

Fühlt sich wohl: Harald Heidenreich im Gespräch mit Einrichtungsleiterin Sylvia Haubold in seinem neuen Zimmer.

Quelle: Thomas Kube

Trebsen. Leben zieht ein ins Seniorenwohn- und Pflegezentrum an der Seilergasse. Die ersten Bewohner haben ihre Zimmer bezogen, Bürgermeister Stefan Müller (CDU) begrüßte sie. Aus seiner Sicht kommt das neue Haus den Trebsenern in mehrerlei Hinsicht zu Gute.

„Ihnen kann ich noch gratulieren, aber nicht allen“, sagt Müller, als er Blumensträuße an die ersten drei Bewohner überreicht, und erntet sofort die verschmitzte Reaktion von Harald Heidenreich: „Für alle reicht das Geld wohl nicht?“ Der 94-Jährige darf das, schließlich ist er einer der ältesten Trebsener und einer der verdienstvollsten überhaupt. Er hat nicht nur die Zellstofffabrik mit aufgebaut und dort an der Papiermaschine gearbeitet, er hat sich nicht nur über Jahrzehnte hinweg für die Kommunalpolitik interessiert und regelmäßig Stadtratssitzungen besucht, sondern er war auch ehrenamtlich aktiv.

„Bis zur Rente bin ich Vorsitzender der DRK-Ortsgruppe Trebsen gewesen“, sagt er. „Mit den Jungsanitätern sind wir sogar einmal Bezirksmeister geworden.“ An seiner Zimmerwand hängt die Ehrenurkunde für die 60-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Roten Kreuz des Muldentals.

Bewohner können ihre Zimmer individuell gestalten

Es gehört zur Philosophie des Hauses, dass jeder sein Zimmer individuell gestalten darf. So hat Heidenreich nicht nur die Urkunde, sondern auch seinen großen Flachbildschirm und den geliebten Fernsehsessel mitgebracht. Wer will, kann ebenso eigene Schränke aufstellen lassen. In solchen Fällen wandert eben die angebotene Möblierung ins Lager.

In der Jugend waren Harald Heidenreich und Ursula Mroczkowski Nachbarn, jetzt sitzen beide gemeinsam am Kaffeetisch. „Ich wollte nie in ein Heim“, gesteht die 89-Jährige, die früher in der Küche der Kinderkrippe gearbeitet hat. „Aber jetzt bin ich auf den Rollstuhl angewiesen und kann zu Hause nicht mehr die Treppe steigen.“ Die ganze Familie habe sie bei der Ankunft in ihrem neuen Daheim begrüßt. Alles sei aber noch sehr frisch, sie müsse sich erst einmal zurechtfinden.

„Um die Orientierung zu erleichtern, haben wir jede Etage anders farblich gestaltet“, erklärt Jana Berentzik, Gebietsleiterin des gemeinnützigen Vereins Internationales Bildungs- und Sozialwerk, das die Einrichtung baute und betreibt. Motive vom Trebsener Schloss, der Stadtkirche und der Brücke am Rittergut symbolisieren jeweils eine der drei Etagen, deren Flure Straßennamen erhielten. So hat jeder fast wie im vorherigen Leben für sein Zimmer eine Adresse.

Ursula Willner, die als erster Gast im Hause willkommengeheißen worden war, hilft das optische System wenig. „Ich erkenne nur noch Schatten“, sagt die 89-Jährige, die zuvor in Leipzig wohnte. Komplett ist sie auf die Hilfe des Personals angewiesen. „Ich werde gut bedient“, urteilt sie. „Rundum bin ich zufrieden.“ Für die Zufriedenheit hat sich der Trägerverein einiges einfallen lassen. Eine Cafeteria mit gemütlichen Sesseln, eine Gute Stube und ein Kaminraum bilden Oasen des Wohlbehagens.

Weitere Fachkräfte fürs Haus werden gesucht

Etage um Etage soll sich nun das Haus füllen, bis alle 68 Plätze belegt sind. Das wird langsam geschehen. „Beim Einzug sind viele Dokumentationen zu erledigen. Außerdem müssen die Bewohner und Mitarbeiter erst einmal ankommen“, erklärt Berentzik. Für den ersten Wohn

„Gut, dass wir jetzt dieses Haus haben“, kommentiert Bürgermeister Müller und nennt die Vorteile: „Die Älteren haben schon sehr darauf gewartet, denn sie müssen jetzt nicht mehr in andere Orte ziehen, wenn sich im kleineren Seelingstädter Heim kein Platz für sie findet. Hier stoßen sie auf Bekannte, und Besucher haben kürzere Wege.“

Er als Leiter eines Diakonie-Altenpflegeheims im nahen Naunhof sieht keine Konkurrenz im neuen Standort. „Wir haben genügend Nachfragen nach Plätzen“, sagt Stefan Müller. Auch für die Seelingstädter Caritas-Einrichtung stelle der Mitbewerber keine Bedrohung dar.


 

Von Frank Pfeifer

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