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Grimma Neustart in Grimma: 40-Jährige wechselt die Branche
Region Grimma Neustart in Grimma: 40-Jährige wechselt die Branche
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14:18 19.05.2015

"Das sieht aber alles schön aus", sagt eine Kundin im mittleren Alter und erkundigt sich nach Badeanzügen. "Da haben wir so viele im Angebot, dass wir sie verkaufen möchten", scherzt die neue Inhaberin des Sporthauses.

Seit Anfang März ist das Wagnis, das die 40-Jährige vor Monaten eingegangen ist, nackte Realität. Die zierliche Grimmaerin ist die neue Frontfrau zwischen Sportsachen, Sportschuhen und Sportgeräten, die seit fast 20 Jahren an diesem Standort in der Grimmaer Altstadt angeboten werden. "Momentan hab ich viel Freude", so die Einzelhändlerin und ein Lächeln huscht über das schmale Gesicht. Angst vor dem Scheitern habe sie nicht. "Wenn ich ein ängstlicher Mensch wäre, hätte ich den Schritt nicht gewagt", sagt sie.

Nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Grimma stand für Ulf Weiland schnell fest, dass er sein gut eingeführtes, aber zum zweiten Mal ruiniertes Sporthaus nicht wieder aufmachen wird. Den 46-Jährigen, der sich nicht nur für das eigene Geschäft, sondern als Mitglied im Gewerbeverein auch für den Einzelhandel in der Altstadt stark gemacht hatte, verlassen die Kräfte. Aber Geschäftsmann genug sucht er eine Interimslösung für das Sportartikelsortiment, das vor den Fluten gerettet werden konnte und eine neue Lösung für das alteingesessene Geschäft. Er verpachtet den Laden an Kubenz-Walter, nachdem er ihn aufwendig saniert hat.

Obwohl die gelernte Einzelhändlerin während des Hochwassers nicht um die eigene Existenz bangen muss, so fühlt sie doch mit dem Freund, unterstützt ihn bei der Rettung der Ware und später beim Verkauf im Pep-Einkaufsmarkt. Eine Auszeit nach 14 Jahren im Lebensmittelvertrieb hilft ihr, die Ereignisse klarer zu sehen. "Das Sportgeschäft ist für mich eine neue, berufliche Perspektive", sagt die Existenzgründerin ohne zu zögern. Faire Konditionen hätten ihr den Einstieg ins Geschäft erleichtert. Trotz der Lage in der Gefahrenzone für Hochwasser würde sie an der Erfolgsgeschichte nicht zweifeln. "Das ist purer Optimismus", lacht sie. Zuversicht bringe erst die Hochwasserschutzmauer, wenn sie stünde.

In kräftige Farben getaucht ist das Sporthaus nach acht Monaten jünger und lebendiger zurück. Über den Bildschirm am Tresen können Live-Sportereignisse künftig in den Laden flimmern. Auf 250 Quadratmetern Verkaufsfläche findet sich jetzt auch ein großes Kindersortiment. Die Auswahl an Sportschuhen ist nicht unter Running oder Indoor einsortiert. Hier kauft man Schuhe für drinnen oder für Flitzpiepen. "Wir sind in Sachsen, warum sollen wir das verheimlichen", sagt Kubenz-Walter selbstbewusst. Obwohl sie ihren eigenen Stil prägen will, vertraut sie auf das bewährte Personal und hat mit Maria (Anfang 60) und Doreen (Mitte 30) die Urgesteine des Geschäftes übernommen "Von ihnen kann ich wahnsinnig viel lernen", sagt die schlanke Frau. Zurückhaltend wirft sie die langen, rotbraunen Haare, die mit einer Spange am Hinterkopf fixiert sind, von der Schulter. "Der Start ist richtig gut", sagt sie. Das hätte sie nicht zu hoffen gewagt. Birgit Schöppenthau

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.03.2014
Schöppenthau, Birgit

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