Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Norman Forschack mit Visionen für den Schachbrettsaal im Gasthof Zschoppach

Gasthof Zschoppach Norman Forschack mit Visionen für den Schachbrettsaal im Gasthof Zschoppach

Der Enkel der letzten Gasthofbetreiberin will den Saal für vielfältige Aktivitäten im Ort zur Verfügung stellen. Er selbst denkt auch daran, wieder zurück nach Zschoppach zu ziehen. Doch die Verkehrsanbindung zu Leipzig lässt zu Wünschen übrig.

Dieses Gemälde vom Landgasthof zu den drei Linden in Zschoppach entstand 1892.

Quelle: Repro Thomas Kube

Grimma/Zschoppach. Fragt man in Zschoppach nach der Landgaststätte, so wird man schnell fündig. Hier schwang so mancher sein Tanzbein und entstand so mancher Bund fürs Leben. Bis 1995 lag die Bewirtschaftung des Landgasthofes in den Händen einer Zschoppacher Familie. Im 19. Jahrhundert betrieb Robert Kothe mit Auguste Winkler den Gasthof nebenbei. Während es früh auf das Feld ging, wurde gegen Mittag der Ofen in der Küche geschürt und die Gäste bis spät in den Abend verköstigt. Sohn Johannes setzte das Werk seines Vaters fort, bis Tochter Ingeborg Forschack das Erbe des Vierseitenhofes antrat. Ihr Sohn Bodo Forschack (54) und seine Frau Marion (54) wollten jedoch keine Gastwirtschaft betreiben. Das Jahr 1995 brachte viele Auflagen mit sich, die bedeutet hätten, viel Geld in den Landgasthof zu investieren. Allerdings nutzten sie den Vierseitenhof weiter als Wohngebäude. Heute wohnen Ingeborg Forschack und ihr Sohn mit seiner Familie im Objekt. Mittlerweile öffnet die Familie hin und wieder für private Feiern den Saal, deren Decke ein Schachbrettmuster ziert. Er bietet bis zu 400 Leuten Platz. Bis heute hat sich die traditionelle Oldie-Disco am Leben erhalten.

Der Enkel von Ingeborg Forschack, Norman (32), hat nun wieder vor, Schwung in den Gasthofgebäude zu bringen. „Ich wohne gegenwärtig in Leipzig und mache meinen Doktor auf dem Gebiet Neurowissenschaften. In meiner Freizeit komme ich gern nach Zschoppach“, erzählt der 32-Jährige, der in Zschoppach aufgewachsen ist. Allerdings sei es schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Zschoppach zu gelangen. „Bis Ragewitz ist es kein Problem. Doch täglich zur Arbeit zu fahren, wäre zeitlich nicht möglich“, bedauert der Neurowissenschaftler.

Denn in seinem Elternhaus gibt es jede Menge zu tun. „Das Ensemble besteht aus vier Häusern, einer Scheune, dem Haupthaus, der Gaststätte und einem sogenannten Auszugshaus. „Unter Auszugshaus versteht man ein auf einer Hofstätte errichtetes kleineres Gebäude, das für die Altbauern errichtet wurde und nach der Übergabe des Hofes an die Erben jenen als Wohnstätte dient“, erläuterte er den Begriff. Dieses Gebäude will er nun als Sommerhaus ausbauen. Das Dach sei bereits saniert worden. Doch im Wohngebäude werden noch viele helfende Hände benötigt. Auch das Grundstück verlangt mit seinen Apfelplantagen und Kirschbäumen nach Pflege. „Leider entwurzelte die dritte 150-jährige Linde bei einem Sturm im Januar, die einst dem Landgasthof den Namen gab: Gasthof zu den drei Linden“, bedauert Norman Forschack.

Doch auch Tiere gehören zum Landgasthof: zwei Pferde, Hühner, Enten und eine Katze. Gegenwärtig ist der Neurowissenschaftler mit einen Freund, Robin Späth aus Seidewitz dabei, alles vorzubereiten, dass im nächsten Jahr Holunder auf dem Grundstück wächst. 600 Pflanzen haben sie in Hessen bestellt, die im Herbst angebaut werden sollen „Wir haben uns erkundigt, dass Holunder als Heilkraut sehr gefragt ist, aber kaum angebaut wird“, erzählt er. Ideen hat er auch bereits für den großen Saal, der allerdings im Winter nicht beheizbar ist. „Er bietet Raum, dass viel Gutes hier entstehen kann“, meinte er. „Ich hoffe, dass es wieder viele junge Familien aufs Land zieht und sie ihre Hobbys pflegen wollen und sie einen Raum dafür suchen“, sagt der Zschoppacher. Denkbar wären zum Beispiel Theaterveranstaltungen. „Wir haben noch alte Kulissen, da der Saal dazu bereits genutzt wurde“, weiß er. Doch auch Musik- und Tanzprojekte oder Gesundheitsangebote könnte er sich vorstellen. Er ist schon jetzt gespannt auf den Anklang. Interessierte können mit ihm über die Webseite der Familie Forschak in Kontakt treten.

https://www.gut-forschack.de/

Von Cornelia Braun

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grimma
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

22.09.2017 - 06:44 Uhr

Kreisoberliga: Deutzen reist nach Falkenhain, Frohburg nach Burkartshain

mehr
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr