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Grimma Norman Forschack mit Visionen für den Schachbrettsaal im Gasthof Zschoppach
Region Grimma Norman Forschack mit Visionen für den Schachbrettsaal im Gasthof Zschoppach
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00:21 01.09.2017
Schachbrettsaal Im Landgasthof: Normen Forschack will wieder Leben in den Saal bringen. Quelle: Thomas Kube
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Grimma/Zschoppach

Fragt man in Zschoppach nach der Landgaststätte, so wird man schnell fündig. Hier schwang so mancher sein Tanzbein und entstand so mancher Bund fürs Leben. Bis 1995 lag die Bewirtschaftung des Landgasthofes in den Händen einer Zschoppacher Familie. Im 19. Jahrhundert betrieb Robert Kothe mit Auguste Winkler den Gasthof nebenbei. Während es früh auf das Feld ging, wurde gegen Mittag der Ofen in der Küche geschürt und die Gäste bis spät in den Abend verköstigt. Sohn Johannes setzte das Werk seines Vaters fort, bis Tochter Ingeborg Forschack das Erbe des Vierseitenhofes antrat. Ihr Sohn Bodo Forschack (54) und seine Frau Marion (54) wollten jedoch keine Gastwirtschaft betreiben. Das Jahr 1995 brachte viele Auflagen mit sich, die bedeutet hätten, viel Geld in den Landgasthof zu investieren. Allerdings nutzten sie den Vierseitenhof weiter als Wohngebäude. Heute wohnen Ingeborg Forschack und ihr Sohn mit seiner Familie im Objekt. Mittlerweile öffnet die Familie hin und wieder für private Feiern den Saal, deren Decke ein Schachbrettmuster ziert. Er bietet bis zu 400 Leuten Platz. Bis heute hat sich die traditionelle Oldie-Disco am Leben erhalten.

Der Enkel von Ingeborg Forschack, Norman (32), hat nun wieder vor, Schwung in den Gasthofgebäude zu bringen. „Ich wohne gegenwärtig in Leipzig und mache meinen Doktor auf dem Gebiet Neurowissenschaften. In meiner Freizeit komme ich gern nach Zschoppach“, erzählt der 32-Jährige, der in Zschoppach aufgewachsen ist. Allerdings sei es schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Zschoppach zu gelangen. „Bis Ragewitz ist es kein Problem. Doch täglich zur Arbeit zu fahren, wäre zeitlich nicht möglich“, bedauert der Neurowissenschaftler.

Denn in seinem Elternhaus gibt es jede Menge zu tun. „Das Ensemble besteht aus vier Häusern, einer Scheune, dem Haupthaus, der Gaststätte und einem sogenannten Auszugshaus. „Unter Auszugshaus versteht man ein auf einer Hofstätte errichtetes kleineres Gebäude, das für die Altbauern errichtet wurde und nach der Übergabe des Hofes an die Erben jenen als Wohnstätte dient“, erläuterte er den Begriff. Dieses Gebäude will er nun als Sommerhaus ausbauen. Das Dach sei bereits saniert worden. Doch im Wohngebäude werden noch viele helfende Hände benötigt. Auch das Grundstück verlangt mit seinen Apfelplantagen und Kirschbäumen nach Pflege. „Leider entwurzelte die dritte 150-jährige Linde bei einem Sturm im Januar, die einst dem Landgasthof den Namen gab: Gasthof zu den drei Linden“, bedauert Norman Forschack.

Doch auch Tiere gehören zum Landgasthof: zwei Pferde, Hühner, Enten und eine Katze. Gegenwärtig ist der Neurowissenschaftler mit einen Freund, Robin Späth aus Seidewitz dabei, alles vorzubereiten, dass im nächsten Jahr Holunder auf dem Grundstück wächst. 600 Pflanzen haben sie in Hessen bestellt, die im Herbst angebaut werden sollen „Wir haben uns erkundigt, dass Holunder als Heilkraut sehr gefragt ist, aber kaum angebaut wird“, erzählt er. Ideen hat er auch bereits für den großen Saal, der allerdings im Winter nicht beheizbar ist. „Er bietet Raum, dass viel Gutes hier entstehen kann“, meinte er. „Ich hoffe, dass es wieder viele junge Familien aufs Land zieht und sie ihre Hobbys pflegen wollen und sie einen Raum dafür suchen“, sagt der Zschoppacher. Denkbar wären zum Beispiel Theaterveranstaltungen. „Wir haben noch alte Kulissen, da der Saal dazu bereits genutzt wurde“, weiß er. Doch auch Musik- und Tanzprojekte oder Gesundheitsangebote könnte er sich vorstellen. Er ist schon jetzt gespannt auf den Anklang. Interessierte können mit ihm über die Webseite der Familie Forschak in Kontakt treten.

https://www.gut-forschack.de/

Von Cornelia Braun

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