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Grimma Nur 14 Anträge im Landkreis für das neue Betreuungsgeld
Region Grimma Nur 14 Anträge im Landkreis für das neue Betreuungsgeld
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16:11 19.05.2015
Katharina Landgraf Quelle: Archiv

Die Fakten allerdings sprechen für sich, ganze 14 Anträge lagen dem Sozialamt des Landkreises bis gestern, 11 Uhr, vor.

In der Biologie ist es unmöglich, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt. In der Politik allerdings kann das schon mal passieren. Momentan läuft gerade wieder ein Versuch. Horst Seehofer, Parteichef der bayrischen CSU, zieht mit der Forderung nach einer Pkw-Maut ausschließlich für Ausländer in den Wahlkampf. Und kündigt an, keinen Koalitionsvertrag mit der CDU zu unterschreiben, wenn die bei der Ablehnung seiner Forderung bleibe. Ähnlich repressiv war er bereits bei Einführung des Betreuungsgeldes vorgegangen und hatte mit seiner Landes-CSU die Bundes-CDU zum Einknicken gebracht.

Ein wirkliches Erfolgsmodell ist das Betreuungsgeld bisher allerdings nicht geworden. Die staatliche Geldleistung soll die Erziehungsarbeit honorieren, die zu Hause geleistet wird. Seit dem 1. August haben Eltern Anspruch auf 100 Euro, wenn das Kind nicht in die Krippe oder einen andere öffentlich geförderte Einrichtung geht und ein Elternteil bis zum dritten Geburtstag die Kinderbetreuung zu Hause übernimmt. Das Betreuungsgeld wird allerdings nur für Kinder gezahlt, die nach dem 31. Juli 2012 geboren wurden. Es kann vom 15. Lebensmonat des Kindes an für 22 Lebensmonate gezahlt werden und beträgt ab August 2014 sogar 150 Euro.

Katharina Landgraf, CDU-Bundestagsabgeordnete des Landkreises Leipzig, war bereits im Vorfeld skeptisch. Die Mutter von vier Kindern mit Wohnort Großstorkwitz, Ortsteil von Pegau, machte gegenüber der LVZ klar: "Mich stört die Definition von Erziehungsleistungen." Wenn es sich bei der avisierten Zahlung von zunächst 100 und später 150 Euro an Eltern um die finanzielle Anerkennung von Erziehungsleistungen handele, "dann müssten auch Eltern das Geld bekommen, die ihr Kind in die Krippe schaffen". Zudem sei es das erste Mal, dass Menschen Geld für den Umstand bekommen, dass sie eine vorhandene Infrastruktur nicht nutzen, so Landgraf. Sie äußerte auch aus ihrer Lebenserfahrung heraus Probleme mit dem Erziehungsgeld, so wie es angedacht ist. "Ich bin noch niemandem begegnet, der das Geld brauchen würde. Dafür aber vielen jungen Frauen, die nach der Geburt ihres Nachwuchses so schnell wie möglich wieder in ihren Beruf wollen."

So wie Landgraf sahen viele in der CDU das Betreuungsgeld kritisch. Die momentane - kaum vorhandene - Nachfrage scheint sie in ihrer Haltung inzwischen zu bestätigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.08.2013

Heinrich Lillie

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