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Nur bedingt löschbereit

Nur bedingt löschbereit

Prinzipiell sollte die Feuerwehr immer ausrücken können. Auch auf dem flachen Lande. Was allerdings längst ein echtes Problem auch im Landkreis Leipzig ist. Denn die Feuerwehren, speziell in den Ortsteilen, sind keineswegs immer einsatzbereit.

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In Ortsfeuerwehren (hier Erlbach - Stadt Colditz) kann die Einsatzbereitschaft an verfügbaren Kräften scheitern.

Quelle: Robin SeidlerPatrik Moye

Borna/Grimma. "Das können wir nicht garantieren", sagt der Grimmaer Oberbürgermeister. Das Thema spielte kürzlich auch eine Rolle auf einer Beratung von Bürgermeistern mit Rettungskräften.

In Grimma gibt es 60 Ortsteile, und bereits jetzt sei es keineswegs außergewöhnlich, dass eine Ortsfeuerwehr überhaupt nicht einsatzbereit ist, weil etwa ein Brandschützer heiratet und die anderen mitfeiern. Das bedeutet, dass in diesem Fall eine andere Feuerwehr, im konkreten Fall die Grimmaer Stadtfeuerwehr ausrückt. In der jüngeren Vergangenheit musste die Grimmaer Feuerwehr immer wieder ins benachbarte Trebsen ausrücken.

Auch der Wurzener Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) ist über die Problematik im Bilde. "Bei uns arbeiten viele Feuerwehrleute aus den kleine Orten außerhalb." Mit der Konsequenz, dass sie tagsüber weit weg sind und auf keinen Fall ausrücken können. Die Einsatzbereitschaft der Brandschützer auf den Dörfern sei deshalb in der Nacht am höchsten. "Wir können die Technik garantieren, aber nicht die Einsatzbereitschaft", so der Wurzener Oberbürgermeister.

Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) sagt: "Bisher hatten wir noch keinen Notstand." Aber auch sie mag nicht garantieren, dass etwa bei einem Alarm im Bornaer Ortsteil Wyhra immer genügend Leute zum, Einsatz ausrücken können. Die Idee, Feuerwehrleute bevorzugt in der Stadtverwaltung einzustellen, helfe aber nur bedingt weiter. "Ein Hausmeister in einer Schule darf selbst bei Alarm nicht weg." Wie Berger und Röglin macht sie klar, dass sie die Einsatzbereitschaft der Brandschützer nicht immer sicherstellen kann.

Carola Schneider, die Leiterin der Rettungsleitstelle Grimma, die ab März in der neuen Rettungsleitstelle Leipzig aufgeht, sieht die Einsatzsicherheit der Feuerwehr auf dem Lande dennoch nicht gefährdet. Bei einer Alarmierung über die Rufnummer 112 oder eine anderweitige Anforderung eines Rettungseinsatzes schlage der Leitrechner die entsprechenden Einsatzmittel vor Ort vor. Die Daten dafür stammten von den Kommunen, und dazu gehörten auch Informationen, welche Autos und welche Drehleitern im konkreten Fall zur Verfügung stehen. In Abhängigkeit vom Einsatzfall würden auch die Kräfte auf den Weg gebracht. Jede Kommune habe eine Ausrückeordnung, in der genau festgelegt sei, wie viele Kräfte in welchem Fall rausfahren und welche im Zweifel ersatzweise einspringen, so die Geschäftsführerin weiter. "Es muss keiner befürchten, das niemand zum Einsatz ausrückt."

Mit Problemen rechnet auch Mike Köhler vom Kreisfeuerwehrverband Landkreise Leipzig nicht. Der Brandschützer aus Groitzsch verweist darauf, dass nach wie vor gelte, dass das erste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr 13 Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort sein muss und ein weiteres Löschfahrzeug drei Minuten später. Diese Vorgabe werde auch weiterhin eingehalten werden.

Für den Grimmaer Oberbürgermeister Berger bleibt das allerdings ein Problem. Das hatte er auch bei einer Beratung mit Vertretern der Rettungsleitstelle deutlich gemacht. Mit der Folge, dass er und seine Amtskollegen jetzt nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren garantieren müssen, weil das, wie der Grimmaer Rathauschef betont, einen Oberbürgermeister durchaus in juristisch gefährliches Fahrwasser bringen könne. Vielmehr garantieren die Städte jetzt lediglich die Vorhaltung der Einsatzkräfte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2015
Nikos Natsidis

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