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Grimma Oberbürgermeister Berger: Wiedervereinigung für Grimma existenziell
Region Grimma Oberbürgermeister Berger: Wiedervereinigung für Grimma existenziell
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11:23 04.10.2016
Gut gefüllte Klosterkirche: Zum Festakt anlässlich des Tages der deutschen Einheit hatte das Landratsamt nach Grimma eingeladen. Quelle: Roger Dietze
Grimma

Dass am Freitagabend unter anderem der zweite Satz aus Beethovens siebter Symphonie auf dem Programm des vom Leipziger Symphonieorchester gestalteten Festkonzertes anlässlich des Tages der Deutschen Einheit stand, dürfte kein Zufall gewesen sein in Anbetracht der Tatsache, dass in jenem das Thema Flucht musikalisch thematisiert wird. Ein Thema, das seit dem vergangenen Jahr wie kein zweites die deutsche Politik und Gesellschaft beschäftigt.

Folgerichtig wurde es auch von den Rednern in der Grimmaer Klosterkirche aufgegriffen, deren prominentester der Bundesminister des Inneren war, Thomas de Maizière (CDU). Als dieser auf seinem Weg aus der Bundeshauptstadt noch im Stau stand, ließ Landrat Henry Graichen die vergangenen 26 Jahre aus gesamtdeutscher Sicht Revue passieren. Zweieinhalb Jahrzehnte, so der CDU-Politiker, in denen es gelungen sei, die teilungsbedingten Lasten zu schultern und das wiedervereinte Deutschland zur wirtschaftlichen Lokomotive in Europa zu machen.

„Deutschland hat gezeigt, welche Gestaltungskräfte ein Land entwickeln kann“, so der Landrat, der den Bogen zu Beethoven schlug, indem er die „aktuelle Stimmung von Angst vor Veränderungen“ thematisierte, die sich neben der Globalisierung in besonderem Maße aus der Flüchtlingsproblematik speise. „In diesem Zusammenhang sollten sich die Deutschen die Veränderungen der vergangen Jahre vor Augen führen, aus denen trotz zwischenzeitlich steigender Arbeitslosenzahlen und einer nur schleppenden Infrastrukturentwicklung eine Erfolgsgeschichte hervorgegangen ist.“

Doch Erfolg könne auf Dauer nur der haben, zitierte Graichen Goethe, der sich Veränderungen nicht verschließe, weil er andernfalls erstarre. Zumal dies laut Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) den Deutschen umso leichter fallen sollte, als es ihnen trotz aller realen und weniger realen Probleme gut gehen würde.

Dass es insbesondere den betroffenen Grimmaern auch nach zwei schweren Hochwassern verhältnismäßig schnell wieder gut ging, sieht Berger als eine Folge der Wiedervereinigung. „Diese war für unsere Stadt existenziell, denn in Anbetracht der 2002 und 2013 verursachten Schäden von einer halben Milliarde Euro ist es mehr als fraglich, ob Grimma die beiden Katastrophen unter DDR-Bedingungen überlebt hätte.“

Für die Große Kreisstadt waren die beiden schnellen Wiederauferstehungen aus dem Muldeschlamm zweifellos jeweils Sternstunden, wie Gesamtdeutschland laut Bundesinnenminister eine solche Sternstunde im Jahr 1989 erlebte. „Dabei ist die Erfolgsgeschichte des Aufbaus Ost das Ergebnis der Leistungen der ostdeutschen Menschen, die auch in den Jahren zuvor viel und fleißig gearbeitet haben“, so Thomas de Maizière, der rechtzeitig in der Klosterkirche eintraf, um den Klängen aus Beethovens siebter Symphonie lauschen zu können.

Von Roger Dietze

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