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Grimma Grimmaer OBM ruft zur „Baum-Gieß-Challenge“ auf
Region Grimma Grimmaer OBM ruft zur „Baum-Gieß-Challenge“ auf
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00:17 14.08.2018
Wasser für die Bäume: Café-Betreiberin Manuela Grawunder versorgt ihre drei Ebereschen schon seit dem Frühsommer mit dem Leben spendenden Nass. Quelle: Roger Dietze
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Grimma

Mensch und Natur stöhnen unter der anhaltenden Trockenheit. Vielerorts zeigen die Bäume bereits eine herbstliche Färbung und lassen ihre Blätter fallen. Anzeichen akuten Wassermangels. Auch im Grimmaer Stadtgebiet leiden die Bäume und insbesondere jene, die nach dem 2013er Hochwasser neu in die Erde gekommen sind. Weil der städtische Bauhof nicht mehr mit der Wässerung nachkommt, hat die Verwaltung – dem Vorbild anderer Kommunen folgend – Anfang des Monats unter dem Motto „Baum-Gieß-Challenge“ einen Appell an die Einwohnerschaft gerichtet, sie beim Gießen zu unterstützen. Unter dem Hashtag #gießeinenbaum können die Grimmaer ein Video hochladen, auf dem zu sehen ist, wie sie einen Baum oder auch den Grünstreifen vor dem Haus wässern.

Patenschaft für Linde am Eva-Brunnen

Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) ist mit gutem Beispiel vorangegangen und hat die Patenschaft für die Linde am Eva-Brunnen übernommen. „Es sieht teilweise haarsträubend aus, vor allem bei den neu gepflanzten Bäumen. Wenn sie nicht bald Wasser kriegen, dann werfen sie ihr Laub ab und werden nächstes Jahr eben nicht wieder grün, sondern werden vielmehr tot sein“, so der Stadtchef.

Gießen in den Morgenstunden wichtig

Wichtig sei das Gießen in den Morgenstunden, ergänzt Stadtsprecher Sebastian Bachran. „Unsere Bauhof-Mitarbeiter haben diesbezüglich nur ein kleines Zeitfenster, in dem die Aufgabe nicht zu bewerkstelligen ist“, so Bachran. „Deshalb sind wir trotz aller Unterstützung von Seiten der Feuerwehr und einiger Landwirte auch auf Unterstützung aus der Bürgerschaft angewiesen.“ In der Stadtinformation seien ab sofort hölzerne Plaketten verfügbar, mit denen Paten die von ihnen in Patenschaft genommenen Gehölze markieren könnten.

Café-Betreiberin am Markt macht mit

Eine solche Plakette ziert auch die drei Ebereschen vor dem Café am Markt, die Betreiberin Manuela Grawunder schon seit dem Frühsommer mit Nass versorgt. „Da an den Bäumen Blumenschalen hängen, die regelmäßig gegossen werden müssen, haben auch die Bäume ihr Wasser abbekommen“, so die Grimmaer Gastronomin. Ob sich die drei Ebereschen am östlichen Ende der Malzhausgasse aufgrund dieser „Dienstleistung“ der Trockenheit zum Trotz in sattem Grün präsentieren, muss offen bleiben.

Gartengestalter warnt vor übertriebenem Aktionismus

Der Grimmaer Dachdeckermeister Johannes Heine seinerseits hält wenig von der städtischen Aktion. „Bei Neupflanzungen sehe ich noch eine gewisse Notwendigkeit, bei allen anderen Bäumen erachte ich es als Aktionismus. Es wird genug Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre geblasen, da muss man nicht zusätzlich Fahrzeuge für das Gießen von Bäumen in Bewegung setzen“, so der Stadtrat. Auch der Grimmaer Gartengestalter Tim Jassmann rät von übertriebenem Aktionismus ab. „Grundsätzlich ist es so, dass es Pflanzen gibt, die gut mit einer solchen Trockenheit zurechtkommen, während andere darunter leiden. Will man jedoch den leidenden wirklich helfen, so muss man die richtige Menge gießen.“ Und mit der richtigen Menge meint der Fachmann um die 100 Liter pro Pflanze. „Alles andere macht wenig Sinn, wobei in der aktuellen Situation ein betonharter Boden die ganze Sache ungemein erschwert.“ Denn das Wasser komme kaum bei den Wurzeln an, weshalb der Boden vor dem ersten Gießen von Fall zu Fall mit einer Spitzhacke gelockert werden müsste.

Von Roger Dietze

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