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Oberbürgermeister Berger kritisiert Grimmas Anbindung von Bus und Bahn

Offener Brief Oberbürgermeister Berger kritisiert Grimmas Anbindung von Bus und Bahn

In einem offenen Brief an den sächsischen Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat Grimmas Stadtoberhaupt den neuen Fahrplan kritisiert. Reisende und Fahrgäste aus Grimma seien benachteiligt, so Berger, weil sie für den Anschluss an verschiedene PlusBus-Linie bis zu einer halben Stunde Wartezeit in Kauf nehmen müssen.

Trotz des neuen Fahrplanes müssen Grimmaer Reisende bis zu einer halben Stunde Wartenzeit für Busverbindungen in Kauf nehmen.

Quelle: dpa

Grimma/Dresden. Der seit Mitte Dezember geltende neue Fahrplan für Busse und Bahnen regionaler Verkehrsunternehmen ruft Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) auf den Plan. Was in dessen Vorfeld Juliane Vettermann vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) als „umfangreichsten Fahrplanwechsel der letzen Jahre“ vorstellte und mit dem Ziel „Vereinbarkeit von Bus und Bahn für die Reisenden“ begründete, wirke sich besonders für Reisende und Fahrgäste in Grimma nachteilig aus. Diese müssten, so wird vom MDV bestätigt, bis zu halbstündige Wartezeiten in Kauf nehmen, um einen Anschluss an vier verschiedene PlusBus-Linien (610, 619, 630 und 693) zu bekommen.

Deshalb macht Berger in einem offenen Brief an den sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig (SPD) seinem Ärger darüber Luft und stellt in dem Schreiben die Frage: „Quo vadis, Bahn?“ (Wohin fährst du, Bahn?). „Trotz zweier Naturkatastrophen, des oft kontraproduktiven Wirkens der Sächsischen Staatsregierung und des Kreissitzverlustes sowie der zunehmenden Bürokratisierung hat es die Stadt Grimma geschafft, sich in den letzten 15 Jahren mit 28 500 Einwohnern nach Leipzig zur Stadt mit der zweitgrößten Einwohnerzahl in Westsachsen und mit einer Fläche von 217 Quadratkilometern zur größten kreisangehörigen Flächenkommune Sachsens zu entwickeln“, schreibt der Rathauschef. Und: „Wie in vielen Schreiben an Ihre Vorgänger und mit Schreiben vom 10. 03. 2015 an Sie dargestellt, wird dieser positiven Entwicklung bei infrastrukturellen Planungen und Umsetzungen jedoch in keiner Weise durch die Sächsische Staatsregierung beziehungsweise die Deutsche Bahn Rechnung getragen.“

Abgesehen von jener „einzig nennenswerten Investition“ zur „Rekonstruktion eines unbenutzten Bahnsteiges am Bahnhof Grimma“, fügt das Stadtoberhaupt mit Sarkasmus an und beklagt den damit verbundenen Imageverlust für seine Stadt. Denn „mit dieser Posse, die von der Medienwelt dankbar aufgenommen wurde“ und „zur Erheiterung in ganz Deutschland führte“, sei die Stadt Grimma „erheblich in ihrem Ruf beschädigt“ worden, obwohl sie für die „Fehlplanung in keiner Weise Verantwortung trug“, wird Berger in dem Schreiben deutlich.

Stattdessen sei es „entgegen allen Zusagen und Beteuerungen von den in Sachsen für die verkehrstechnische Infrastruktur zuständigen Stellen durch den Fahrplanwechsel zu einer weiteren erheblichen Verschlechterung der Anbindung unserer Stadt an den Bahnverkehr gekommen.“ In diesem Zusammenhang kritisiert der Stadtchef, „dass Grimma nicht an das S-Bahn-Netz angeschlossen ist“ sowie die Teilstilllegung der Bahnstrecke Leipzig-Grimma-Döbeln-Meißen und „unterlassene Investitionen, vergammelte Bahnhöfe und unangepasste Abfahrtszeiten.

Das werden wir nicht akzeptieren“, positioniert sich Berger und lädt den Staatsminister zur Klärung der Frage „Quo vadis – Bahn, wo fährst du?“ zu einem Gespräch nach Grimma ein.

Von Frank Schmidt

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