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Grimma Obstland Dürrweitzschen baut ab Juli mehr Bio auf Ackerflächen an
Region Grimma Obstland Dürrweitzschen baut ab Juli mehr Bio auf Ackerflächen an
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07:00 14.06.2017
Will Bio im Obstland weiter voranbringen: Christoph Müller. Quelle: Foto: pd
Landkreis Leipzig

Die Obstland Dürrweitzschen AG will ihre Anbauflächen verdoppeln, auf denen Bio-Produkte wachsen. Bisher bewirtschaftet das Obstland-Unternehmen Bio-Obst GmbH rund 313 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Anfangs waren es allein Mostapfel-Plantagen, die auf Bio-Anbau umgestellt wurden. Mittlerweile gehören auch marktfähige Tafeläpfel, verschiedene Strauchbeeren und Haselnüsse zum Anbauspektrum.

Das Bio-Rad in der Obstland-Gruppe dreht sich weiter. So werden zum 1. Juli weitere zirka 300 Hektar Ackerland auf „Bio“ umgestellt, und zwar auf Anbauflächen in Leisnig, aber auch rund um Zschockau, Minkwitz und Zävertitz. Angebaut werden erstmals Bio-Winter- und Sommergetreide sowie Bio-Mais und Bio-Sonnenblumen. Bis eine Ackerfläche so umgestellt ist, dass darauf Bio-Pflanzen wachsen dürfen, vergehen zwei Jahre.

Was das für den Produzenten bedeutet, erläutert Jan Kalbitz, Geschäftsführer der Bio Obst GmbH und zukünftiger Vorstand der Obstland AG: „Eine Durchführungsverordnung der Europäischen Union regelt eine ganze Bandbreite an Parametern von der Pflanzenpflege über die Düngung, Nährstoffversorgung und vieles mehr. Die Verordnung regelt auf diese Weise jeglichen Input, den die Pflanze bis zur Ernte bekommt.“ Geregelt sei, was alles zur Anwendung kommen darf für eine Art der Landbestellung, deren Endprodukte bei der Vermarktung die Buchstaben B, I und O tragen dürfen. Eine Positivliste regelt unter anderem, was den Tieren gefüttert werden darf, deren Mist später als Dünger auf den Plantagen und Feldern landet. Gedüngt werde unter anderem auch mit Schafwollpellets oder Rizinusschrot.

Einen Grund warum Bio-Erzeugnisse in der Herstellung aufwendiger sind, erläutert Kalbitz: „Ohne Herbizide wachse das Unkraut auf den Plantagen und Feldern.“ Es trete mit den angebauten Pflanzen in Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser im Boden. Um das Unkraut und auch Schädlinge in Schach zu halten, müsse gehackt oder der Mehltau weggeschnitten werden. Der Anteil an der Handarbeit steigt. Und der eine oder andere unkontrollierte Schädling hinterlasse eben doch seine Spuren in Form kleiner Dellen oder Buckel auf der Schale des Apfels. „Der ist dann genau so gut und schmackhaft und gesund wie ein Apfel ohne diese kleinen Schönheitsfehler. Im Lebensmitteleinzelhandel nimmt uns den aber niemand ab. Auch wenn die Konsumenten auf Bio wert legen, kaufen doch viel nach der Optik.“

Als Abnehmer fungieren der Bio-Fachhandel beziehungsweise Ketten wie Rewe, Edeka oder Naturkost. Weil die Bio-Anbaufläche größer wird, verstärkt das Unternehmen derzeit die Akquise, um noch mehr Obstland-Erzeugnisse im Lebensmitteleinzelhandel unterbringen zu können. Zudem wird die Direktvermarktung ausgebaut. Die habe den Vorteil, dass das Personal in den unternehmenseigenen Hofläden erklären kann, warum ein Bio-Apfel auch dann ein guter Bio-Apfel ist, wenn seine Schale irgendwo einen kleinen Buckel hat. Zuletzt hatten sich Vorstand und Mitarbeiter der Obstland Dürrweitzschen AG sowie die Geschäftsführer und weitere Mitarbeiter aller Tochtergesellschaften zu einem „Bio-Vormittag im Obstland“ getroffen. Vor dem scharfen Start in Sachen Bio am 1. Juli wurde über die Bio-Obst GmbH gesprochen, ihre aktuelle Arbeitsweise, Zukunftspläne und Visionen. In diesem Tochterunternehmen der Obstland Dürrweitzschen AG liegt der Produktionsschwerpunkt schon immer auf der biologische Landwirtschaft. Aus dem Obstland kommen sowohl Beeren- als auch Kern- und Steinobst in Bio-Qualität. Wolfgang Scheefe, verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, sagt dazu: „Vor allem jenseits deutscher Grenzen ist Bio-Obst ein gefragtes Produkt. Ziel muss also sein, dort Kunden zu gewinnen.“

Von Steffi Robak

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