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Obstland Dürrweitzschen nimmt neue Apfelsortieranlage in Betrieb

Großinvestition Obstland Dürrweitzschen nimmt neue Apfelsortieranlage in Betrieb

18 bis 20 Tonnen Tafeläpfel werden in Dürrweitzschen pro Stunde fotografiert, kategorisiert und sortiert – nach Größe, Gewicht, Farbe und eben Mängeln. Konnte das Vorgängermodell nur äußere Schalendefekte erkennen, so sieht die neue Sortieranlage dank einer Spektral-Infrarot-Kamera sogar in den Apfel hinein.

Die Anlagenführer Jens Klotzsch (li.) und Volker Uhlemann machen im Kühlhaus der Obstland den Apfeltest.

Quelle: Andreas Döring

Dürrweitzschen. Aus jedem gesunden Apfel lacht eine gesunde Made – Omas Faustregel, nein, sie gilt nicht mehr. Längst rümpft der Kunde nicht nur bei unerwünschter Fleischzulage die Nase, sondern schon bei winzigsten Druckstellen. Der Markt reagiert. Der Hersteller pariert. Pünktlich zum Start in die Apfelsaison 2017 nimmt die Obstland Dürrweitzschen AG eine hochmoderne Sortiermaschine in Betrieb. Ein reiner Alleskönner!

18 bis 20 Tonnen Tafeläpfel werden pro Stunde fotografiert, kategorisiert und sortiert – nach Größe, Gewicht, Farbe und eben Mängeln. Konnte das Vorgängermodell nur äußere Schalendefekte wie etwa Dellen, Flecke oder Stielstiche erkennen, so sieht die neue Anlage dank einer Spektral-Infrarot-Kamera sogar in den Apfel hinein, scannt in Bruchteilen einer Sekunde das Fruchtfleisch. Innere Bräunungen oder gar Kernhausfäule werden somit exakt diagnostiziert. Nach Angaben der beiden Obstland-Vorstände Jan Kalbitz und Mathias Möbius investierte das Unternehmen in die Hightech-Maschine insgesamt rund 2,4 Millionen Euro, etwa 480 000 Euro davon sind staatliche Zuschüsse.

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Die Äpfel schwimmen durchs Wasser, huschen über Rollen, werden von Bürsten getrieben. Am Ende durchleuchten Infrarot-LED-Leuchten die Äpfel. So werden faule Früchtchen entdeckt.

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Die Sortierhalle ähnelt einem Schwimmbad – nur hat das Becken nicht acht oder zehn Bahnen, sondern 41! Hinter Glasscheiben und vor Monitoren wachen wie die „Bademeister“ Volker Uhlemann und Jens Klotzsch. Im Auge behalten sie die Äpfel, die in den einzelnen Sortierausgängen schwimmen. „Mit Birnen können wir das nicht machen. Sie sind schwerer als Äpfel, würden im Wasser untergehen.“ Elstar, Jonagold oder Rubinette – mehr als 30 Sorten Äpfel wachsen auf den Plantagen des Obstlandes. In Ablaß, Leisnig, Dürrweitzschen, Sornzig und Baderitz – das sind drei Kommunen und drei Landkreise. Entsprechend zahlreich die politische Prominenz, die zur Einweihung der französischen Sortieranlage vom Typ Pomone IV erschien, allen voran Daniel Gellner, Abteilungsleiter des Sächsischen Landwirtschaftsministeriums. Unter den Gästen auch Jens Ulbricht, Geschäftsführer der Elektro GmbH Mutzschen. Die elMu, eine von insgesamt elf „Töchtern“ der Obstland AG, installierte die Datenkommunikationskabel und schloss sie an. Die Mildensteiner Baugilde, ebenfalls ein Unternehmen der Obstland-Gruppe, übernahm die Tiefbauarbeiten im Bodenbereich.

405 Arbeiterinnen und Arbeiter gehören im Obstland zur Stammbelegschaft, davon 24 Lehrlinge. Generalhandlungsbevollmächtigter Wolfgang Scheefe versichert, dass trotz der Dienste der Wundermaschine keiner der Beschäftigten seinen Job verliert. Und so sortieren Monika Rennert und Gerlinde Voigtländer wie schon am Vorgängermodell noch immer vor, trennen manches Blatt ab und fischen „schwarze Schafe“ heraus. Derweil schwärmt Kay Drieselmann, Geschäftsführer der Sachsenobst-Vermarktungsgesellschaft, von der neuen Anlage aus dem Hause MAF RODA: „Auf deutlich kleinerem Raum schafft sie in gleicher Zeit die doppelte Menge.“ Bei einer prognostizierten Ernte von bis zu 16 000 Tonnen passieren allein in dieser Saison mehr als 100 Millionen Tafeläpfel das etwas andere Schwimmbad. Übrigens, die aussortierten Äpfel erfüllen auch noch ihren guten Zweck, aus ihnen wird Saft oder Mus .

Aufsichtsratsvorsitzender Heiner Hellfritzsch hofft, nun für die nächsten 16 Jahre gewappnet zu sein. Denn vor 16 Jahren wurde die jetzt ersetzte Apfelsortiermaschine in Betrieb genommen. Jan Kalbitz: „Lang, lang ist’s her, Schröder war Bundeskanzler, Flugzeuge flogen ins World Trade Center und die Raumstation Mir verglühte überm Pazifik.“

Von Haig Latchinian

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