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Ökologische Landwirtschaft als Vorstufe zur Trinkwassergewinnung

Kommunale Wasserwerke Leipzig Ökologische Landwirtschaft als Vorstufe zur Trinkwassergewinnung

Leipzig hängt im wahrsten Sinne des Wortes am Tropf der Parthestadt Naunhof. Am Sonnabend hatten die Kommunalen Wasserwerke Leipzig zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Besucher ließen sich durch die technischen Anlagen führen und informierten sich über die Besonderheiten der Trinkwasseraufbereitung im Muldental.

KWL-Mitarbeiter Ronald Beck mit Besuchern im Reinwasserbereich.

Quelle: Foto: Roger Dietze

Naunhof. Angesprochen darauf, was sie mit Naunhof verbindet, mögen die allermeisten Leipziger mit den Schultern zucken. Vielleicht noch bringt der respektive die eine oder andere die 5000-Einwohner-Kommune mit ihren Badegewässern in Verbindung. Das Wissen darüber allerdings, dass die Messestadt im wahrsten Sinne des Wortes am Tropf der Parthestadt hängt, dürfte kaum vorhanden sein. Dabei hat das im Naunhofer Südwesten gelegene Wasserwerk 2 einzig und allein die Funktion, Trinkwasser für die – gemessen an den Einwohnerzahlen – größte sächsische Metropole zu produzieren. Von dort und aus den beiden Wasserwerken in Canitz und Thallwitz fließen drei Viertel der täglich von den Leipzigern benötigten Menge des Leben spendenden Nass’ gen Norden, wohingegen die Messestadt lediglich das restliche Drittel über die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH bezieht. Entsprechend groß ist die aus 35 Brunnen an die Erdoberfläche gepumpte Wassermenge, die allein in Naunhof pro Tag zu (Leipziger) Trinkwasser aufbereitet wird. „Im Durchschnitt sind es 20 000 Kubikmeter“, berichtet Hans-Joachim Reinke, Teamleiter Wasserwerke der Kommunalen Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL), die neben den genannten drei Anlagen je eine weitere in Naunhof und Belgershain betreibt. An ihrem Standort Naunhof 2 hatte das Unternehmen am Sonnabend zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, in dessen Rahmen sich die Besucher nicht nur durch die technischen Anlagen führen lassen, sondern sich darüber hinaus über die Besonderheiten der Trinkwasseraufbereitung im Muldental informieren konnten.

Denn die KWL ist nicht nur Wasserversorger, sondern darüber hinaus auch Waldbesitzer und landwirtschaftliches Unternehmen. „Dies dient dem Zweck, das Wasser aus unseren Brunnen naturnah zu gewinnen, um den Prozess der Aufbereitung so gering wie möglich zu halten“, erläutert Sven Mauder, KWL-Teamleiter Grundwasser-Bewirtschaftung und Ressourcenschutz. Erreicht werde dies zum einen mittels einer von einer KWL-Tochterfirma betriebenen ökologischen Landwirtschaft auf den im Einzugsgebiet der Wasserwerke gelegenen Flächen und zum anderen auf dem Weg einer wasserschutzorientierten Waldbewirtschaftung. Im Ergebnis habe bereits das geförderte Brunnenwasser eine solch hohe Qualität, dass neben einer mechanischen Aufbereitung lediglich sehr moderat chemisch im Bereich der Desinfizierung und PH-Wert-Anhebung eingegriffen werden müsse. Die mechanische Reinigung kommt im Naunhofer Wasserwerk 2 in Form großer Zylinder daher, in denen das Brunnenwasser laut Hans-Joachim Reinke entsäuert wird. „Erreicht wird dies durch einen Kohlesäureaustrag bei gleichzeitigem Sauerstoffeintrag“, so der Teamleiter Wasserwerke, dessen Unternehmen in Naunhof in punkto Trinkwassergewinnung an eine lange Tradition anknüpft.

Das Werk 2 versorgt seit 120 Jahren die Menschen in Leipzig und der Region mit Trinkwasser. Adolf Thiem, Experte auf dem Gebiet der hydrogeologischen Erkun­dung, war es, der ab 1877 im Auftrag der Stadt Leipzig nach ausreichend Grundwas­servorkommen suchte. Fündig wurde er erst ein Stück entfernt von der Messestadt in einem engen eiszeitlichen Muldebett, in dem sich reiche Grundwasservorkommen gesammelt hatten. Ausreichend Wasser zu finden, war indes nur ein Teil des Problems, es zu den Verbrauchern zu bringen, stellte eine nicht minder große Herausforderung dar. Ingenieurskunst und der Pioniergeist ermöglichten jedoch den Bau der rund 15 Kilo­meter langen Fernwasserleitung bis nach Leipzig Probst­heida.

Von Roger Dietze

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