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Grimma Offene Kinder- und Jugendarbeit von Colditz in neuen Händen
Region Grimma Offene Kinder- und Jugendarbeit von Colditz in neuen Händen
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00:18 01.02.2016
Wechsel: Maria Sembdner (rechts) übergibt die Leitung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit an Jasmin Goral. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Colditz

„Ich würde gern jetzt leben. Man soll jeden Tag genießen, nicht alles vor sich herschieben“, sagt Maria Sembdner. Inspiriert hat sie das Internet-Video „Eines Tages“ von Julia Engelmann, in dem es darum geht, im Alter möglicherweise auf Versäumtes zurückschauen zu müssen. Die 28-Jährige zieht die Konsequenzen und wagt einen ungewöhnlichen Schritt.

Über zwei Jahre war die Sozialpädagogin Chefin der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Colditz. Jetzt gibt sie diese sichere Stelle beim Bildungs- und Sozialwerk Muldental (BSW) auf, um in die weite Welt zu ziehen. Ihre Nachfolgerin Jasmin Goral leitete sie über den Januar hinweg an. In einem Jahr, so hofft sie, kann sie auf ihre alte Stelle zurückkehren.

Zunächst aber bricht die Döbelnerin alle Zelte ab. „Ich bin kein materieller Mensch“, meint sie. Das Auto will sie verkaufen, die Wohnung abgeben. Nur ein paar Dinge, an denen ihr Herz hängt, möchte sie einlagern. Dann geht es ab mit ihrem Freund auf eine Weltreise. Erfahrungen bringt sie mit, denn als sie in Roßwein studierte, packte sie mit einer Kommilitonin die Rucksäcke, zog durch Thailand, Malaysia und Singapur. Jetzt soll’s einmal um den Globus gehen. Der erste Teil steht schon fest: Kuba und von Mexiko aus nach Peru. Alles weitere wird sich finden. Auf der Liste stehen unter anderem Australien, China, Vietnam und Kambodscha. Wenn Zeit und Geld reichen, auch Madagaskar und Südafrika.

Schon jetzt wird der Weggang der jungen Frau bedauert, die vor ihrer Colditzer Tätigkeit berufliche Erfahrungen in der Kontakt- und Beratungsstelle Döbeln, Waldheim und Leisnig gesammelt hatte. Etliche Eltern und Kollegen schrieben ihr, sie seien traurig darüber, wünschten ihr aber auch viel Glück. „So etwas ist mit Geld nicht bezahlbar“, sagt sie. Derartige Botschaften, aber auch die vielen zurückbleibenden Freunde lassen sie nicht nur mit einem lachenden, sondern auch mit einem weinenden Auge aufbrechen. Sie weiß: Wenn ich zurückkomme, fange ich bei Null an.“ Letzteres trifft derzeit auf Jasmin Goral zu, die ihre erste Arbeitsstelle antritt. Ihr Start im Jugendcenter Colditz (JCC) fällt gleich in eine heiße Phase: Am 9. Februar muss sie die Faschingsparty ausrichten, traditionell die Veranstaltung mit den meisten Besuchern innerhalb sämtlicher Ferienangebote. „Dort werde ich wohl viele neue Gesichter kennenlernen“, ahnt die 22-jährige Sozialpädagogin. „Zum Glück bin ich aber nicht ganz auf mich allein gestellt. Zur Seite steht mir das Team des BSW, in erster Linie Christin Gruhle, die früher die Offene Kinder- und Jugendarbeit leitete und jetzt Schulsozialarbeiterin an der Colditzer Oberschule ist.“

Der Hauptfokus von Jasmin Gorals Tätigkeit wird auf den Ferienprogrammen liegen. In der Schulzeit fungiert das JCC, in das sich das BSW eingemietet hat, nachmittags eher als Offener Kinder- und Jugendtreff. „Das ist noch ausbaufähig“, gesteht Maria Sembdner. „Es gibt viele Ganztagsangebote an der Schule, die die Kinder und Jugendlichen binden. Andere sitzen vorm TV oder vor dem Computer. Schwierig, sie dort hervorzulocken.“ Wichtig sei es dennoch, das Angebot aufrechtzuerhalten. „Dann kann man sich individueller um Kinder, die Unterstützung suchen, kümmern und sie fördern“, so Sembdner. Jeweils ab 18 Uhr übernimmt dann der Verein JCC, der einen Offenen Jugendtreff anbietet.

Der Aufgabenbereich von Jasmin Goral wird sich nicht auf das Haus am Wettiner Ring beschränken. Sie hat sich, wie ihre Vorgängerin, auch um die drei ehrenamtlich geführten Jugendclubs in Hohnbach, Schönbach und Leisenau zu kümmern. Für sie muss sie Mittel beantragen, Ansprechpartnerin für Probleme sowie Vermittlerin zwischen den Jugendgruppenleitern und der Stadt sein.

Etwa 25 Prozent ihrer Stelle ist dem Projekt „Kompetenzen kompakt“ des Europäischen Sozialfonds gewidmet. An der Sophienschule geht es darum, Fähigkeiten von Fünft- bis Zehntklässlern zu fördern, in Gesprächen und spielerisch deren Persönlichkeit zu stärken.

Alles in allem also ein straffes Programm, das Maria Sembdner an Jasmin Goral übergibt. „Das ist eine große Herausforderung, der ich positiv entgegen sehe“, urteilt die Neue, die sich zuversichtlich gibt: „Bisher habe ich noch keinen Bammel.“

Von Frank Pfeifer

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