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Ohne neuen Pächter steht Hausdorfer Bowlingbahn vor dem Aus

Sportverein in Finanznot Ohne neuen Pächter steht Hausdorfer Bowlingbahn vor dem Aus

Vor dem Aus steht die Bowlingbahn Hausdorf. Der Vertrag mit dem Pächter läuft zum Monatsende aus, und der Hausdorfer Sportverein (HSV) als Eigner kann sie ohne Nachfolger nicht mehr halten. Die Stadtverwaltung würde das Gebäude gern als Lager nutzen und dem Verein dafür Geld geben. Doch daraus wird vorerst nichts.

Es könnte das letzte Hausdorfer Bowlingturnier gewesen sein, als sich im Februar diese Sieger zum Foto aufstellten.
 

Quelle: Robin Seidler

Colditz/Hausdorf.  Vor dem Aus steht die Bowlingbahn Hausdorf. Der Vertrag mit dem Pächter läuft zum Monatsende aus, und der Hausdorfer Sportverein (HSV) als Eigner kann sie ohne Nachfolger nicht mehr halten. Die Stadtverwaltung würde das Gebäude gern als Lager nutzen und dem Verein dafür Geld geben, der ansonsten in finanzielle Nöte geraten könnte. Doch daraus wird vorerst nichts.

„Wir bringen unser Archivgut seit langem nicht mehr unter“, sagte Hauptamtsleiter Hans-Peter Kiesel zur Stadtratssitzung am Dienstagabend. Da der Pächter der Bowlingbahn und der Gaststätte „Zum Anpfiff“ die Immobilie verlässt und der HSV trotz vieler Bemühungen keinen neuen gefunden hat, habe der Verein die Immobilie der Stadt als Lager angeboten. „Aus unserer Sicht eignet sich das Objekt gut für solche Zwecke“, so Kiesel.

Das Gebäude ist ebenerdig, verfügt über Sanitäranlagen, hängt an einer kommunalen Heizung. Es müssten wohl nur noch die Bowlingbahnen herausgerissen und die Brandsicherheit hergestellt werden. Die Stadtverwaltung schlug dem Parlament deshalb vor, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, wonach das Haus angemietet werden soll.

„Diese Verfahrensweise halte ich für bedenklich“, erklärte Manfred Heinz (FDP). „Aus der Kalten heraus so etwas zu entscheiden, das macht kein Privatmann. Wir, die wir mit öffentlichem Geld umgehen, sollten das auch nicht tun.“ Der Vorschlag von Heinz: Zuerst schreibt die Kommune öffentlich aus, welche Räumlichkeiten mit welchen Größen und Erfordernissen sie sucht; dann entscheidet sie über das günstigste Angebot. Das könnte dann die Bowlingbahn, aber durchaus auch ein anderes Gebäude sein.

Bauamtsleiterin Angela Rößner äußerte andere Vorstellungen. Demnach solle ein Wertgutachten für die Sportstätte erstellt werden. Folgen würden Prüfungen, ob ein Umbau zumutbar ist, welche Kosten entstünden und ob Fördermittel akquiriert werden könnten. „Über jeden Arbeitsschritt würden wir den Stadtrat informieren“, so Rößner. Als Voraussetzung müsse aber zunächst der Grundsatzbeschluss für die Bowlingbahn gefällt werden. So sah es auch Gottfried Ulbricht, der im Namen der Fraktion der Freien Wählervereinigung „Für unsere Heimat“ ähnliche Prüfungen forderte, bevor der endgültige Zuschlag erteilt wird.

Auch wenn Ulbricht die Befürchtung äußerte, durch eine vorherige Ausschreibung werde zu viel Zeit verloren, votierten am Ende doch neun Abgeordnete für den Vorschlag von Heinz, während drei mit Nein stimmten und sich einer enthielt. Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos), der zugleich Vorstandsmitglied im HSV ist, muss nun nach anderen Gebäuden Ausschau halten lassen.

Sein Herzblut hängt zwar, wie er im Nachgang sagte, an der Bowlingbahn. Wenn der HSV aber keine Einnahmen aus der Verpachtung erhält, sei dessen Sparbuch irgendwann aufgebraucht. Gerüchten, wonach schon in sechs bis acht Wochen die Insolvenz droht, widersprach er. Wenn aber das Geschäft mit der Stadt nicht zustande kommt, müsse sich der Verein ernsthafte Gedanken über eine Alternative machen. Vorstellbar wäre, das Haus einem Gewerbetreibenden zu übergeben. „Vielleicht findet sich in letzter Minute aber doch noch ein Pächter für Bowlingbahn und Gaststätte“, gab Schmiedel seiner Hoffnung Ausdruck.

Laut Gottfried Schröpfer, SPD-Stadtrat und Präsident des Hausdorfer Fußballclubs Colditz (HFC), baute der HSV, dem er damals vorstand, das Lokal 1997 in viel Eigenleistung. Im Jahr darauf kaufte der Sportverein das Privatland und ließ die Bowlingbahn durch eine ortsansässige Firma errichten, 1999 wurde sie eröffnet. „Sie lief die ersten zehn Jahre gut, dann entstanden ringsum – teilweise mit Fördermitteln – andere Bowlingbahnen“, schilderte er der LVZ. Trotz Konkurrenz hätten die Unterhaltungskosten erwirtschaftet und die Kredite bedient werden müssen. Die Nutzungsgebühren seien gestiegen, die Besucherzahl habe abgenommen. „Wenn keine Lösung gefunden wird, droht dem HSV die Insolvenz. Das alles bedauere ich sehr“, sagte Schröpfer.

Von Frank Pfeifer

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