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Grimma Oldtimerfreunde treffen sich zu Schlösserfahrt in Colditz
Region Grimma Oldtimerfreunde treffen sich zu Schlösserfahrt in Colditz
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06:00 04.10.2017
Kleine und große Oldtimer wie dieser Fiat 500 von 1973 und der Achtzylinder-Cadillac von 1930 fuhren in Colditz gemeinsam auf Tour. Quelle: Bert Endruszeit
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Colditz

Raus mit den rollenden Schätzen – das dachten sich die Teilnehmer der Colditzer Schlösserfahrt. Von ein paar Regenschauern ließen sich die Oldtimerfreunde am Feiertag nicht stören. Gelassenheit in allen Dingen ist für die Besitzer rollender Raritäten ohnehin eine Tugend. „Um die 50 Kilometer pro Stunde ist für dieses Auto die schönste Geschwindigkeit“, sagte Fahrtorganisator Heiner Böhme mit Blick auf seinen P 70 Coupé. „Der Wagen ist von 1958 und leistet 20 PS. Schon für damalige Verhältnisse war der sehr langsam, mehr als 70 Sachen waren damit nicht drin.“ Wenn Böhme dieses Auto präsentiert, gerät er schnell ins Schwärmen: „Bei dem lassen sich sogar die hinteren Eckfenster versenken, und die Sitze sind aus Leder. Gebaut wurden davon nur rund 1500 Exemplare.“ Trotz der sehr beengten Platzverhältnisse seien damit vierköpfige Familien in den Urlaub gefahren. „Die frühere Besitzerin erzählte mir, dass sie damit mit zwei Kindern bis an die Ostsee gefahren ist.“ Für den Bad Lausicker Böhme ist dieses Auto auch ein Stück Familiengeschichte. „Mein Vater hatte früher einen P 70, und ich habe mir dann zu meinem 70. Geburtstag auch einen gegönnt.“

Heiner Böhme mit dem aus Sandstein und Porphyr gefertigten Wanderpokal und seinem P 70 Coupé. Quelle: Bert Endruszeit

Die diesjährige Schlösserfahrt führte nach Bad Schmiedeberg und Wittenberg. Und damit es nicht nur ums Lenken der Oldtimer ging, mussten auch noch zehn Schätz-, Such- und Spaßfragen beantwortet werden. Auf den Sieger wartete wieder ein gewichtiger Wanderpokal, der vor Jahren aus Porphyr und Sandstein gefertigt wurde. „Erstmals gibt es für jedes Fahrzeug eine Urkunde, die eine Grafikerin fürs uns gestaltet hat“, so Böhme.

Über die meisten Oldtimer lassen sich interessante Geschichten erzählen. „Meine 350er Jawa stand rund 20 Jahre in einer Scheune, der Vorbesitzer hatte sie kaum gefahren“, erzählte der Colditzer Uwe Ludewig. „Die Maschine war leider in einem jämmerlichen Zustand.“ Doch mittlerweile ist sie perfekt restauriert, die Ersatzteilversorgung sei kein Problem. „Bei diesem Thema bekommt man keine grauen Haare.“ Überaus robust sei so eine Jawa. „Selbst wenn das Kupplungsseil gerissen ist, kann man trotzdem noch schalten“, sagte Ludewig. Spaß machen Ausfahrten damit immer. „Wenn ich damit über die Dörfer fahre, dann stehen die Leute am Zaun und winken mir zu. Viele erkennen diese Maschine schon am unverwechselbaren Klang.“

Auch der Fiat 500 von Wolfram Lindner aus Grimma hat seinen speziellen Sound. Der Winzling verfügt sogar über ein Faltdach, lange Urlaubsreisen waren damit früher eine Herausforderung. „Hinten ist der Motor, und vorn der Tank. Da bleibt kaum Platz für eine Kosmetiktasche.“ Doch Lindner hatte hinten ganz stilecht einen kleinen Lederkoffer auf die Motorhaube montiert. „So kann wenigstens etwas Gepäck mitgenommen werden.“

Von Bert Endruszeit

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