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Grimma Onkel Erich ist 100 und kein bisschen müde
Region Grimma Onkel Erich ist 100 und kein bisschen müde
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19:27 13.01.2016
Zeitgemäß: Erich Weise hätte die Glückwünsche zum 100. Geburtstag gerne per E-Mail empfangen und sich auf diesem Weg mit einer Kicherbox bedankt.   Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Threna

 Er geht trotz hohen Alters mit der Zeit: „Sie hätten mir gerne auch per E-Mail gratulieren können“, sagt Erich Weise aus Threna, der am ersten Tag des neuen Jahres seinen 100. Geburtstag in den eigenen vier Wänden gefeiert hat. „Und dann würde ich mich auch per Mail mit einer Kicherbox bedanken“, fügte der in nahezu jeder Hinsicht rüstige Jubilar schmunzelnd an.

Bevor Erich Weise besagte „Kicherbox“ erklärt, sprich öffnet, blickt er auf sein „erstes Jahrhundert“ zurück. Denn, so stellt er völlig unerschrocken fest, „das zweite Jahrhundert hat ja für mich eben begonnen.“ 1916 geboren, erlernte er den Beruf des Schriftsetzers beim damals bekannten Colditzer Tageblatt. Diesen Job übte er auch bis zum Militärdienst aus. Allerdings geriet er im Krieg in Gefangenschaft und kehrte erst im März 1947 zurück. „Immerhin lebend“, ist Erich Weise froh darüber gewesen.

Um danach überleben zu können, nahm er im VEB Schamotte Colditz eine Tätigkeit in der Abrechnung auf. Über die Jahre avancierte er gar zum Hauptbuchhalter und wechselte später in die Schamotte Brandis, um hier eine leitende Arbeit in der Betriebswirtschaft zu übernehmen. Im Jahr 1981 trat er mit 65 Jahren offiziell in den Ruhestand. „Aber das ist auch schon ein gefühltes halbes Jahrhundert her“, hat der Jubilar einen lockeren Spruch auf den Lippen. Letztlich aber sei er nur im „Unruhestand“ gewesen, denn er wurde in seinem Betrieb gebraucht.

Sein täglicher Umgang mit Zahlen und Fakten, davon ist er überzeugt, war für ihn das beste Gehirnjogging. Womit sich sein noch reger Geist plausibel erklären lässt. Und den Grundstein für seine noch immer körperliche Fitness hat er für sich als junger Bursche im Turnverein gelegt. „Obwohl ich damals schon schmal und schmächtig wirkte, als könnte ich beim Militär meine eigene Flinte nicht schultern, habe ich immer gerne und viel Sport gemacht. Und noch heute treibe ich täglich mindestens eine Stunde Sport“, versichert der 100-Jährige und betet sein Programm runter. Von morgendlicher Gymnastik bis hin zum „straffen Spaziergang“ und Schach als Denksport in der Seniorengruppe. Außerdem gönnt sich Erich Weise täglich ein Glas Sekt am Abend als prickelndes Lebenselixier.

Doch was hat es eigentlich mit der Kicherbox auf sich? Die befindet sich auf dem PC des Senioren, den er sich mit 84 Jahren anschaffte und noch heute täglich nutzt. „Ich schreibe Gedichte und verfasse kleinere Reime, die ich im Ordner Kicherbox abgespeichert habe“, verblüfft der Jubilar seine Mitmenschen immer wieder. „Ja, das stimmt. Er hat sich sogar seine E-Mail-Adresse selbst eingerichtet – das bekomme noch nicht einmal ich hin“, gesteht seine Nichte, Christa Bachmann ein. Zu ihr und Ehemann Peter kommt Onkel Erich täglich zum Mittagstisch.

Von Frank Schmidt

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