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Grimma Humor nach Knöllchen-Ärger für Anhänger in Grimma
Region Grimma Humor nach Knöllchen-Ärger für Anhänger in Grimma
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19:14 07.10.2018
Ein Anhänger der Marke HP 400. Quelle: unbekannt
Grimma/Otterwisch

Der Otterwischer Michael Ulbricht rieb sich zunächst verwundert die Augen. Für seinen kleinen Pkw-Anhänger der Marke HP 400 handelte er sich ein Knöllchen des Grimmaer Ordnungsamtes ein. „Ich habe ein Verwarnungsgeld für das Parken ohne vorgeschriebene Parkscheibe erhalten“, lässt er wissen. Dann aber nahm er die Angelegenheit mit Humor, überwies der Stadt die zehn Euro und schrieb der Verwaltung eine Mail mit Augenzwinkern. Daraus entwickelte sich dieser Schriftverkehr, der nun alles andere als üblich ist. Denn die Behörde ging auf seinen Spaß ein...

Michael Ulbricht an das Grimmaer Ordnungsamt:

„Ich habe Ihr Schreiben bezüglich der schriftlichen Verwarnung/Anhörung mit viel Spaß zur Kenntnis genommen. Selbstverständlich habe ich das Verwarnungsgeld von 10,00 Euro überwiesen, um weiterem Schriftverkehr mit eventuell zu erwartenden Verwaltungsgebühren zuvor zu kommen und der Stadt Grimma aus finanziellen Nöten zu helfen. Trotzdem will ich Sie an meiner freudigen Stimmung teilhaben lassen. Ich besitze einen kleinen, alten und traurigen Pkw-Anhänger HP 400 aus der guten alten Zeit mit dem Kennzeichen MTL-AE 13. Dieser steht seit vielen Wochen vernachlässigt unter unserem Carport, ohne von uns bewegt zu werden. Nun hat er sich offensichtlich am Vormittag des 11. September 2018 ganz allein davon geschlichen, um die Weltstadt Grimma zu besuchen. Dort tat er sich ganz wichtig und blähte sich zu einem Transporter auf. Nun war er auch nicht zu übersehen und wurde ob des Fehlens einer Parkscheibe von den wachsamen Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Grimma im eingeschränkten Halteverbot ertappt. Bestimmt hat er sich geschämt! Dann hat er sich zu uns nach Otterwisch nach Hause geschlichen, ist vom Transporter wieder zu einem kleinen Pkw-Anhänger geschrumpft, um wieder ohne Schuldbewusstsein still unter dem Carport zu verweilen. Es gibt doch noch moderne Märchen in dieser Welt.“

Ordnungsamtsleiterin Katrin Werner an Michael Ulbricht:

„Vorausschicken möchte ich, dass es uns freut, dass Sie der Stadt Grimma finanziell unter die Arme greifen wollen. Leider jedoch muss ich Ihnen mitteilen, dass wir das gegen Sie ursprünglich erhobene Verwarngeld zurücknehmen werden. Dies aus folgendem Grund: Anders als von Ihnen vermutet, müssen wir Ihnen nach ausführlicher wissenschaftlicher Recherche mitteilen, dass der von Ihnen vermutete Verwandlungsprozess (allgemein Metamorphose genannt, wie in dem von Ihnen beschriebenen Fall der besonderen Unterart des reversed transaction) so nicht stattgefunden haben kann. Die Verwandlung eines Pkw-Anhängers in einen Transporter und zurück ist naturwissenschaftlich auszuschließen. Wir haben für Ihre Deutung durchaus Verständnis, weil durch erfolgreiche Filmserien wie Transformers in der breiten Bevölkerungsmasse durchaus Dinge als möglich erachtet werden. Naturwissenschaftlich ist dies jedoch ausgeschlossen! Zudem wird aus Ihrem Schreiben offenbar, dass Sie Ihrem Pkw-Anhänger ein gewisses Eigenleben zumessen, wie „sich schämen können“ oder „Schuldbewusstsein haben“. Eigenschaften wie diese können nur einem Lebewesen zugeordnet werden. Insofern wäre schon aufgrund dessen, sollte ein Fehlverhalten vorliegen, das Verfahren nicht gegen Sie, sondern Ihren Anhänger als selbstständiges eigenverantwortliches Individuum zu führen. Aus oben genannten Gründen betrachten wir deshalb den Vorgang als abgeschlossen. Sollten Sie dennoch an einer finanziellen Unterstützung unserer Stadt Interesse haben, teilen Sie uns bitte mit, ob Sie eine Rückerstattung Ihres Verwarngeldes wünschen oder Sie von der Möglichkeit einer Spende Gebrauch machen möchten.“

Von Frank Prenzel

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